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21.02.2018, 10:42 Uhr KOLUMNE

Quergedacht: Der einsamste Tölpel der Welt

Von Marco Julius

Die Geschichte des einsamsten Tölpels der Welt ist eine tieftraurige Geschichte. Nein, keine Sorge. Es soll an dieser Stelle einmal nicht um Martin Schulz (Foto) gehen, den Genossen ohne echtes Amt und mit aktuell nur noch wenig Würde. Foto: Kay Nietfeld/dpaDie Geschichte des einsamsten Tölpels der Welt ist eine tieftraurige Geschichte. Nein, keine Sorge. Es soll an dieser Stelle einmal nicht um Martin Schulz (Foto) gehen, den Genossen ohne echtes Amt und mit aktuell nur noch wenig Würde. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Delmenhorst. Was der unglücklich agierende Genosse Martin Schulz mit der neuseeländischen Insel Mana und einem Vogel auf Freiersfüßen zu tun hat, verrät die neue Folge Quergedacht.

Die Geschichte des einsamsten Tölpels der Welt ist eine tieftraurige Geschichte. Nein, keine Sorge. Es soll an dieser Stelle einmal nicht um Martin Schulz gehen, den Genossen ohne echtes Amt und mit aktuell nur noch wenig Würde. Der „Mann mit den Haaren im Gesicht“ mag zwar auch mitunter tölpelhaft über das politische Parkett stolpern, er hat jetzt aber Ruhe verdient. Die Rede ist vielmehr von einem echten Tölpel, der nun allerdings zuviel der Ruhe hat, denn der Seevogel hat auf der neuseeländischen Insel Mana das Zeitliche gesegnet. Er ist, um mit dem legendären Monty-Python-Sketch um den norwegischen Blauling zu sprechen, abgeritten zu seinen Ahnen, aufgenommen als Mitglied in den ewigen Jagdgründen, ja: er ist ein Ex-Tölpel.

Vogel auf Freiersfüßen

Das ist an sich traurig genug. Noch trauriger ist aber die Vorgeschichte des Vogels aus der Familie der Ruderfüßer. Nigel, so heißt – oder treffender – so hieß der Tölpel, hatte sich vor einigen Jahren als einziger Vogel seiner Art auf der Insel niedergelassen. Inmitten von 80 Beton-Tölpeln baute er sein Nest, machte einer der Attrappen, die von Schulkinder aufgestellt worden waren, um echte Tölpel anzulocken, Avancen und den Hof, stieß aber, wie oft auch Menschen, die tölpelhaft auf Freiersfüßen wandeln, auf – nun ja – Beton. Kann passieren. Das bricht dem stärksten Tölpel dann nach Jahren und immer neuen Versuchen doch das Herz. Traurig an Nigels Geschichte ist aber vor allem, dass kurz vor seinem Ableben drei weitere echte Tölpel auf der Insel gesichtet wurden. Schulz war übrigens nicht darunter. Auch wenn der sich oft auf eine einsame Insel wünschen mag.