Nach Gewalttat Delmenhorster scheitert in zweiter Instanz vor Landgericht

Von Ole Rosenbohm

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Keine Chance in seiner Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht hatte jetzt ein 53-jähriger Delmenhorster. Der Mann war vom Amtsgericht Delmenhorst wegen einer Gewalttat gegen seine ehemalige Lebensgefährtin zu 90 Tagessätze à 50 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaKeine Chance in seiner Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht hatte jetzt ein 53-jähriger Delmenhorster. Der Mann war vom Amtsgericht Delmenhorst wegen einer Gewalttat gegen seine ehemalige Lebensgefährtin zu 90 Tagessätze à 50 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Delmenhorst/Oldenburg. Keine Chance in seiner Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht hatte jetzt ein 53-jähriger Delmenhorster. Der Mann war vom Amtsgericht Delmenhorst wegen einer Gewalttat gegen seine ehemalige Lebensgefährtin zu 90 Tagessätze à 50 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

In zweiter Instanz wollte er eine geringere Strafe erreichen. Die Frau hatte sich bei dem Kopfstoß eine Fraktur ihres Nasenbeins zugezogen.

Auf Rosen folgt der Kopfstoß

Eigentlich hatte der Tag im vergangenen April ein schöner werden sollen. Sie hatte Geburtstag, morgens überreichte er ihr einen Berg Rosen, später erwarteten beide Gäste. Doch die Stimmung war schlecht in diesen Tagen – weil er eifersüchtig war, gereizt; oft gab es Streit. An ihrem Ehrentag meckerte er nicht nur von morgens an, sondern trank auch zu viel Alkohol. Vormittags schon die Eskalation: Er provozierte, sie gab ihm eine Ohrfeige. Laut Anklage zögerte er kurz, ging auf sie zu und traf sie mit der Stirn ihr Nasenbein. Ein harter Kopfstoß, der bei ihr – wenn auch ohne Langzeitfolgen – für Schmerzen und lange sichtbare Verletzungen sorgte.

Laut Anklage soll es der erste gewalttätige Übergriff in einer lange dauernden Beziehung gewesen sein. Es ist wohl auch der letzte, denn sie beendete die Beziehung, aus der auch Kinder hervorgingen, am selben Tag.

Die herbeigerufene Polizei erteilte ihm Platzverweis, am Abend schon hatte er seine ersten Sachen aus der Wohnung geschafft.

Stark alkoholisiert

Die Tat tue ihm leid, sagte sein Anwalt. Um die Strafe noch etwas zu drücken, verwies er auf die Umstände – etwa auf den Alkoholgehalt bei seinem Mandanten laut Atemtest gegen Mittag von 1,79 Promille. Doch die Richterin ließ sich auf nichts ein: Am Urteil sei nichts auszusetzen, die Strafe eher noch milde für eine Gewalttat. 90 Tagessätze Strafe etwa würden gerade nicht ins Führungszeugnis eingetragen werden. Nach kurzer Beratung ließ der Angeklagte über seinen Anwalt die Berufung zurücknehmen.


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