Schwellen in Delmenhorster 30er Zone SPD/Piraten holen rot-grüne Verkehrsidee aus Mottenkiste

Von Michael Korn

Auf Höhe des Kinderspielplatzes an der Blumenthaler Straße wollen SPD/Piraten mit Buckelbremsen auf der Fahrbahn die Autofahrer zum Langsamfahren zwingen. Foto: Melanie HohmannAuf Höhe des Kinderspielplatzes an der Blumenthaler Straße wollen SPD/Piraten mit Buckelbremsen auf der Fahrbahn die Autofahrer zum Langsamfahren zwingen. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die SPD/Piraten-Gruppe im Stadtrat greift eine rot/grüne Verkehrsillusion aus den 80ern wieder auf und will mit dem Einbau von Temposchwellen den Autoverkehr ausbremsen. Zumindest wagt sie diesen Vorstoß in einem Einzelfall im Planungsausschuss am Dienstag, 20. Februar.

Die Delmenhorster SPD/Piraten-Gruppe im Stadtrat greift eine rot/grüne Verkehrsillusion aus den 80ern wieder auf und will mit dem Einbau von Temposchwellen den Autoverkehr ausbremsen. Zumindest wagt sie diesen Vorstoß in einem Einzelfall im Planungsausschuss am Dienstag, 20. Februar 2018 (öffentlich um 17 Uhr im Rathaus). So sollen Huckel auf der Blumenthaler Straße im Stadtteil Heidkrug für mehr Sicherheit in Höhe des dortigen Spielplatzes sorgen.

Verkehrsexperten raten ab

SPD/Piraten bekommen jedoch Gegenwind aus fachlicher Sicht: Die städtische Verkehrssicherheitskommission hat sich eingehend mit dem Antrag befasst und sogar eine Ortsbesichtigung anberaumt. Im Ergebnis kommen die Experten zu der Ansicht, dass die Sicherheit in dem Bereich „grundsätzlich gewährleistet ist“. Erstens handele es sich um eine Tempo-30-Zone und zweitens sichere eine Umlaufsperre einen der beiden Zugänge. Gleichwohl soll nachgerüstet werden: Der zweite Zugang erhalte ebenfalls eine Sperre und die 30er Markierung sowie die Beschilderung „Achtung Kinder“ würden erneuert. Außerdem kündigt die Stadt eine Blitzeraktion an. Die Verwaltung bekräftigt: „Mit diesen Maßnahmen wird die Sicherheit wieder vollumfassend hergestellt. Vom Einbau von Schwellen in Fahrbahnen wird in Delmenhorst generell bereits seit langem Abstand genommen. Es hat sich gezeigt, dass der dadurch ausgelöste Lärm durch Brems- und Beschleunigungsvorgänge sowie beim Überfahren der Schwelle durch Kraftfahrzeuge die direkten Anlieger belastet.“

Anwohnerbeschwerden

Ihren Antrag hatten SPD/Piraten auf Anraten des SPD-Ortsvereins Ost wie folgt begründet: „Von Anwohnern in der Siedlung an der Blumenthaler Straße in Heidkrug wurde sehr häufig beobachtet, dass im Bereich des Kinderspielplatzes an der Blumenthaler Straße mit unangepasster Geschwindigkeit gefahren wird. Es wird angeregt, das Autofahren mit unzulässiger Geschwindigkeit zu verhindern, vorschlagsweise vor und hinter dem Spielplatz durch Einlassen jeweils einer erhöhten Schwelle quer zur Fahrtrichtung in die Straße. Damit kann ausgeschlossen werden, dass den Spielplatz verlassende Kinder, die zwischen den abgestellten Autos hervorkommen, gefährdet werden.“

„Mode“ in den 80ern

In den 80ern hatten rot/grüne Ratsmehrheiten deutschlandweit Aufpflasterungen oder Schwellen in Tempo-30-Zonen. Eine erhoffte durchgängige Geschwindigkeitsreduzierung wurde so aber selten erzielt. Vielmehr fühlten sich Autofahrer und Anwohner von den Huckeln genervt, stand auch der ökologische Sinn wegen des Abbremsen und Gasgebens in Zweifel.