Disco-Reihe „People are People“ Integration ist beim Feiern in Delmenhorst normal

Von Mareike Bader

Beim Kostümball der integrativen Disco „People are People“ in Delmenhorst hatten alle viel Spaß. Foto: Mareike BaderBeim Kostümball der integrativen Disco „People are People“ in Delmenhorst hatten alle viel Spaß. Foto: Mareike Bader

Delmenhorst. Mit einem Kostümball fand am Samstag die erste von drei Jubiläumsdiscos der integrativen Reihe „People are People“ dieses Jahr statt. Auf die vielen Schritte Richtung Normalität sind die Betreuer sehr stolz.

Vor 25 Jahren entstand die Disco-Reihe „People are People“ im Familienzentrum Villa in Delmenhorst. Angefangen mit 20 Behinderten aus den verschiedenen Integrationsgruppen der Stadt, hat sich die Reihe längst einen Ruf über die Stadtgrenze hinaus bei Menschen mit und ohne Behinderung erarbeitet.

Auch beim Kostümball am Samstag waren Gruppen aus Bremen, Oldenburg oder Diepholz angereist. „Wir wollen was unternehmen“, sagte Kirsten Runde aus Barrien. Wie die meisten der rund 200 Discobesucher war sie schon öfter im Familienzentrum Villa. Es gefalle ihr immer sehr gut, weil die Leute offen und gut gelaunt seien. Vor einer dekorierten Wand konnten die Besucher Fotos machen lassen. Foto: Mareike Bader

Gefeiert wurde im Saal, im Café und mit Popcorn

Viele waren verkleidet gekommen, etwa als Prinzessin, Cowboy oder auch als Batman oder als Mitarbeiter der Delme-Werkstätten. Im Saal wurde getanzt, dazu war das Café geöffnet und auf dem Weg zwischen den beiden Orten gab es frisches Popcorn.

Alle paar Monate kommt auch Sven aus Syke mit seiner Gruppe der Lebenshilfe nach Delmenhorst, wo die integrative Disco immer am dritten Samstag im Monat stattfindet. Am besten gefalle ihm immer die Musik. Am Samstag wurde ihm zu viel Techno gespielt. Er wünschte sich dagegen lieber mehr Mischung und mehr Stimmungshits wie auf Mallorca.

Delmenhorster freut sich auf Musik von Nena

„Ich bin wegen Nena hier“, sagte Michael Fleischer. Der Delmenhorster kommt jeden Monat zur Disco und freute sich mal wieder zu tanzen. „Es ist toll, dass es das hier gibt“, sagte der Delmenhorster.

Von Anfang an dabei ist Betreuerin Heike, die als Honorarkraft für die Stadt Delmenhorst arbeitet. „Wir können selbst eine Disco machen“, lautete vor 25 Jahren die Idee zur Reihe, bei der Menschen jeden Alters und mit verschiedenem Behinderungsgrad offen und unvoreingenommen miteinander feiern können.

Disco wird immer mehr Normalität

„Ich finde das schon erwachsenengerecht“, sagte sie zum dekorierten Saal und der gut gelaunten Atmosphäre. „Wir werden immer mehr ein Stück Normalität“, zeigte sie sich stolz. In den Anfangszeiten hätten die Betreuer noch viel mehr animieren müssen, am Samstag tanzten dagegen alle ganz selbstverständlich. Zu tun gibt es für die Betreuer trotzdem genug, ob Kaffeedienst, Trösten bei Liebeskummer oder Schlichten von kleinen Streitereien.

Zur Feier des Jubiläums kamen auch einige ehemalige Betreuer. „Unsere Mottopartys waren immer am besten“, erinnerte sich Katharina. Die nette und ungezwungene Stimmung sei das tolle bei „People are People“. Sie freute sich, viele alte Bekannte wiederzusehen – manche Besucher sind in der Zeit zur richtigen Erwachsenen geworden, stellte sie fest.