Tag der offenen Tür der Musikschule Delmenhorster gehen auf Instrumentenrallye

Von Mareike Bader


Delmenhorst. Bei der städtischen Musikschule konnten am Samstag Kinder und Erwachsene in Delmenhorst die Welt der Musikinstrumente für sich entdecken. Bei einem kleinen Konzert wurden erste Ergebnisse präsentiert.

Aus jedem Zimmer der Musikschule der Stadt Delmenhorst tönte es am Samstag – auch mal mit quietschigen Tönen von der Geige oder Trompete. Mal wollte der Ton auch gar nicht erst raus kommen. Beim Tag der offenen Tür wurden die Kinder auf Instrumentenrallye geschickt. Je nachdem wie viele Stationen absolviert wurden, gab es andere Preise.

„Innerhalb von zwei Stunden können sie hier 18 Instrumente ausprobieren“, erklärte Leiter Michael Müller im Gespräch. Das Konzept wende sich vor allem an die Kinder, die aktuell die einjährige Grundausbildung besuchen oder die zweijährige musikalische Früherziehung. Ebenso sind beim Tag der offenen Tür die rund 200 Kinder des Projektes „Wir machen die Musik“ in den Delmenhorster Kindergärten und Schulen angesprochen sowie Erwachsene.

Schon nach wenigen Monaten konzertreif

Wie viel man in nur wenigen Monaten lernen kann, zeigten 15 Kinder beim Konzert „Die Jüngsten am Start“. Bei den kurzen Beiträgen standen viele zum ersten Mal vor Publikum, meisterten Nervosität und Musikstücke hervorragend.

Danach ging es für alle weiter zur Rallye. Amelie Nordengrün, die beim Konzert noch mit der Bratsche aufgetreten war, probierte dabei das Horn aus. Die Trompete gefiel der Neunjährigen aber besser. „Für die Kinder ist das toll, den ganzen Tag hier alles auszuprobieren“, sagte ihre Mutter Vivienne Nordengrün.

Neunjährige hat vor drei Jahren die Bratsche für sich entdeckt

Vor drei Jahren habe Amelie beim Tag der offenen Tür die Bratsche und die Harfe am besten gefallen. Nach dem Schnupperkurs habe sie sich dann für die Bratsche entschieden, erzählte sie.

Schnupperkurs wird empfohlen

Der Schnupperkurs wird vor dem eigentlichen Unterricht dringend empfohlen. Dieser dauert dann zwei mal 30 Minuten oder drei mal 20 Minuten und kostet etwa 30 Euro, erklärte Müller.

Ein Instrument müsse aber zu Beginn nicht angeschafft werden, beruhigte er. Die Musikschule verfügt über mehrere Instrumente, die verliehen werden. So können die Kinder etwa mit einer kleinen Achtel-Geige anfangen und entsprechend dem Wachstum das Instrument wechseln. „Das Instrument wächst quasi mit“, erklärte Müller.

Leistungsträger aus den höheren Klassen fehlen

So könne es sechs Jahre dauern bis ein Kind groß genug für eine Geige in voller Größe ist. Dann stehe auch fest, ob das Interesse an der Musik weiterhin bestehe. Allerdings fehlten in den höheren Klassen oftmals Leistungsträger. Das liege im straffen Unterrichtsprogramm des G8-Schulsystems, vermutet der Musikschulleiter und hofft nach der Abschaffung auf Besserung.