Lebensbilder: Anke von Wittke-Grothenn Mit Leib und Seele Kommunalpolitikerin in Delmenhorst

Von Paul Wilhelm Glöckner

Die Freundschaft mit den USA lag ihr am Herzen: Anke von Wittke-Grothenn (3. v. r.) beim Besuch einer Delegation aus Toledo im Rathaus (rechts OB Patrick de La Lanne). Archivfoto: Martina I. MeyerDie Freundschaft mit den USA lag ihr am Herzen: Anke von Wittke-Grothenn (3. v. r.) beim Besuch einer Delegation aus Toledo im Rathaus (rechts OB Patrick de La Lanne). Archivfoto: Martina I. Meyer

Delmenhorst. Anke von Wittke-Grothenn war zeitlebens eng mit den USA verbunden. Zehn Jahre lang wirkte sie als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt.

Sie kam aus Bremen auf Umwegen nach Delmenhorst und fand hier ihren Lebensmittelpunkt. In der Hansestadt am 18. September 1951 als Anke Benien in einer Kaufmannsfamilie aufgewachsen, machte sie 1971 am Hermann-Böse-Gymnasium ihr Abitur und arbeitete danach eine Zeit lang in der Buchhaltung ihres elterlichen Betriebes.

Aber bald verschlug sie Liebe und Heirat mit Axel von Wittke ins texanische El Paso, wo ihr Mann bei der Luftwaffe seinen Dienst tat. Ungefähr zwei Jahre lernte sie dort das amerikanische Leben kennen und schätzen, was später noch Folgen haben sollte.

In der Delmenhorster CDU Fuß gefasst

1978 ging es nach Deutschland zurück, Axel war nun zunächst in Nienburg, danach in der Caspari-Kaserne in Delmenhorst stationiert. Sohn Hauke erblickte das Licht der Welt und die Familie erbaute sich ein Haus.

Anke von Wittke wurde Geschäftsführerin der Firma ihres Vaters und sie fasste Fuß in der Delmenhorster CDU, in diese Partei waren die Wittkes schon vorher anderenorts eingetreten. Bald lernte sie dort mit Frieda Teubler und Käthe Stüve zwei engagierte Frauen kennen, die sie unter ihre Fittiche nahmen.

Schwerer Schicksalsschlag traf die junge Familie

Alles schien gut zu laufen, doch dann traf 1980 mit dem Tode des Mannes ein schwerer Schicksalsschlag die junge Familie. Es galt, diesen zu überwinden, Anke von Wittke meisterte ihn, wohl auch durch intensive Arbeit im Betrieb und großes Engagement in der CDU, dort vor allem in der Frauen-Union.

So gelang die Kandidatur zum Stadtrat bei der Kommunalwahl 1981. Und was besonders einige Parteifreunde nicht für möglich gehalten hatten, vollzog sich, sie wurde gewählt.

Neue Aufgaben und steiler Aufstieg

In den nächsten Jahren hat sich im neuen Aufgabenfeld dann ein steiler Aufstieg vollzogen. Und auch privat gelang ein neuer Anfang. 1983 heiratete sie Heinz Grothenn, den sie schon aus ihrer Schule gekannt hatte. Vier Jahre später ist dieser Verbindung dann ihre Tochter Imke entsprossen.

Im Stadtrat konzentrierte sich Anke von Wittke-Grothenn immer mehr auf den Planungs- und Verkehrsausschuss, dessen Vorsitz sie nach dem Ausscheiden von August Süßmuth übernahm. Jahrelang hat sie dort mit intensiver Arbeit führend dafür gesorgt, neue Baugebiete und Industrieansiedlungen zu entwickeln.

Kandidatur zum Bundestag abgelehnt

Diese Arbeit gefiel ihr so sehr, dass sie auf ihr angetragene Kandidaturen zum Landtag und Bundestag verzichtete. Von 1996 bis 2006 wirkte sie als ehrenamtliche Bürgermeisterin, sie wurde zur Ehrenratsfrau ernannt.

Und sie war dabei, als 2003 auf privater Initiative eine Städtepartnerschaft mit der amerikanischen Stadt Toledo (Ohio) in Delmenhorst gegründet wurde. Schnell fanden die Wittke-Grothenns dort neue Freunde, in Immobilien wurde investiert und ein Schüleraustausch, den es noch heute gibt, vereinbart.

Engagement in vielen Vereinen

Anke von Wittke-Grothenn hat darüber hinaus in vielen Vereinen mitgewirkt, die Gilde, der Förderkreis für die jüdische Gemeinde und der Lions Club Gräfin Hedwig gehörten dazu. Sie nahm an Mutter- und Kind-Turnen im DTV teil und fand noch Zeit, ihrem Hobby, dem Stricken, nachzugehen.

Am 24. Juni 2014 ist Anke von Wittke-Grothenn im Alter von 62 Jahren verstorben.