Neue Ausstellung in Delmenhorst Kritische Ölmalereien im Zeichen des Raben

Von Elena Dohrmann

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Die Hobbykünstlerin Inci Gada stellt in der VHS ihre mehrdeutigen Werke zum Thema „Isolation“ aus. Foto: Elena DohrmannDie Hobbykünstlerin Inci Gada stellt in der VHS ihre mehrdeutigen Werke zum Thema „Isolation“ aus. Foto: Elena Dohrmann

Delmenhorst. Farbenfrohe und düster wirkende Malereien treffen in der neuen Ausstellung der VHS Delmenhorst aufeinander. In ihnen verarbeitet die Künstlerin Inci Gada ihre Gedanken zu Politik und Kommunikation.

Der schwarze Rabe als Symbol von Einsamkeit findet sich in jedem der Werke zum Thema „Isolation“ der Hobyykünstlerin Inci Gada wieder. Die gebürtige Türkin aus Ganderkesee, die 30 Jahre lang in Delmenhorst lebte, stellt ab heute bis Anfang April auf drei Etagen der Volkshochschule ihre detailgenauen Ölmalereien aus. Das zentrale Thema der Isolation unterliegt dabei den vielseitigen Interpretationsmöglichkeiten der Betrachter.

Smartphone-Nutzung in der Kritik

Einerseits möchte Inci Gada die positiven Aspekte hervorheben: Isolation als Gelegenheit, Kraft zu tanken und zu sich zu finden. Auf der anderen Seite bezieht die Künstlerin mit ihren Werken auch politisch Stellung. So besteht ihre Intention darin, ein Zeichen gegen Isolation von Frauen zu setzen, die unter politischer Unterdrückung leiden. Die Botschaft lässt sich darüber hinaus auch auf jeden Einzelnen übertragen. So kritisiert die Malerin die übermäßige Nutzung von Smartphones, wodurch sich Menschen voneinander entfremden würden und die zwischenmenschliche Nähe in den Hintergrund rücke. In der Ausstellung lassen sich jedoch auch Malereien zu anderen Themengebieten finden. Die mehr als 50 Werke zeigen beispielsweise farbenfrohe Küsten der türkischen Hafenstadt Izmir als auch Abbildungen der norddeutschen Landschaft mit Fachwerkhäusern.

Künstlerin kam für ein besseres Leben nach Deutschland

Schon in der Türkei veranstaltete Inci Gada mit anderen Hobbykünstlern mehrere Ausstellungen. Das Land verließ die damals 22-Jährige in der Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen in Deutschland, wo sie dann jahrelang eine Änderungsschneiderei führte. Die Liebe zur Malerei entdeckte sie erst im Rentenalter. In ihrem Atelier in Ganderkesee malt Inci Gada tagelang bei klassischer oder türkischer Musik und verarbeitet dabei ihre Gedanken. Zwischen zwei und sieben Tagen benötigt die Rentnerin für die Anfertigung ihrer Ölgemälde. Sie erhofft sich für die Ausstellung, dass auch viele Deutsche unter den Besuchern sein werden.


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