Politik will Infos zu Ident-System Kampf gegen Delmenhorster Müllberge weiter Thema

Von Kai Hasse

Wie hier in der Jägerstraße kommt es in Delmenhorst gelegentlich zu großen Müllablagerungen. Archivfoto: Kai HasseWie hier in der Jägerstraße kommt es in Delmenhorst gelegentlich zu großen Müllablagerungen. Archivfoto: Kai Hasse

Delmenhorst. Ob die Einführung eines neuen Müll-Erfassungssystems sinnvoll ist, das wird Thema der Delmenhorster Politik. Der Umweltausschuss hat sich dafür ausgesprochen, dass weitere Infos über ein „Identsystem“ diskutiert werden sollen. Eine erste Einschätzung gab es bereits.

Wegen gelegentlicher Müllablagerungen in Delmenhorster Stadtteilen wird nun ein „Identsystem“ zur Erfassung von Müll Thema in der Delmenhorster Politik. Einstimmig hat der Umweltausschuss sich für weitere Infos ausgesprochen.

Nur Gewicht erfasst

Jürgen Müller-Schönborn, Fachdienstleiter Umwelt in der Stadt, gab einen Ausblick auf mögliche Probleme des Systems, bei dem Sensoren an Tonne und Abfuhrwagen das Gewicht des Abfalls messen und so das Müllgewicht einer bestimmten Tonne zuweisen können. Dann werde pro Gewicht abgerechnet. Dr. Lars Konukiewitz hatte einen Antrag für die Fraktion SPD/Piraten gestellt, dieses System weiter zu beleuchten. Müller-Schönborn erklärte, dass die freie Tonnenwahl 1993 in Delmenhorst eingeführt wurde – eine Entscheidung auch gegen ein erwogenes Identsystem, mit der Begründung, dass dieses System zu teuer werden könne. Er gab zu bedenken: „Dieses System schließt Missbrauch nicht aus“ – Menschen könnten ihren Müll in eine fremde Tonne werfen. Außerdem sei das einzige Maß des Systems das Gewicht des Mülls, nicht sein Volumen: leichter, raumgreifender Abfall werde nicht entsprechend seines Arbeitsanfalls erfasst. „Die Frage ist, was man davon hat, wenn man lange mit der freien Tonnenwahl ganz gut gelebt hat“, sagte Müller Schörnborn.

Gegen Müllanhäufungen

Hintergrund der Diskussion ist, dass in Delmenhorst gelegentlich Müllanhäufungen auftreten, die das Stadtbild verschandeln. Als Grund dafür wird auch die freie Tonnenwahl gesehen, weil Mieter eventuell weniger Tonnen-Kapazität haben als sie eigentlich bräuchten. Der Ausschuss hat sich nun dafür ausgesprochen, den Punkt weiter zu verfolgen und sich detailliert von den Stadtwerken informieren zu lassen.