Kinderbetreuung in Delmenhorst Mit Bauarbeiten für mehr Kindergartenplätze

Von Frederik Grabbe

An der Otto-Jenzok-Straße entsteht in der Regie der GSG eine neue Kita. Nach dem Weihnachtsfest 2018 soll sie eröffnet werden. Foto: Frederik GrabbeAn der Otto-Jenzok-Straße entsteht in der Regie der GSG eine neue Kita. Nach dem Weihnachtsfest 2018 soll sie eröffnet werden. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Durch die Zuwanderung in den vergangenen Jahren steht die Stadt vor der Frage, wie sie genügend Krippen- und Kita-Plätze zur Verfügung stellen will. Ausreichend Plätze gibt es fürs nächste Kindergartenjahr nicht. Darum baut die Stadt derzeit zwei Kitas, eine dritte soll bis 2019 folgen.

  • Fürs neue Kindergartenjahr werden in Delmenhorst nicht ausreichend Plätze im Krippen- und Kita-Bereich zur Verfügung stehen.
  • Gründe sind die hohe Zuwanderung und zahlreiche Geburten in der Stadt.
  • Die Stadt will darum in kurzer Zeit drei neue Kitas eröffnen.
  • Ein neues Anmeldesystem könnte das Leben für Eltern leichter machen.

In der Stadt Delmenhorst werden im neuen Kindergartenjahr voraussichtlich nicht ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Das zeichnet sich bereits jetzt, rund eine Woche bevor die Verteilung aller Plätze für neue Krippen- und Kita-Kinder zusammen mit der Trägerarbeitsgemeinschaft endgültig festgezurrt wird, ab. Gleichzeitig befinden sich aber zwei Kitas im Bau, eine dritte soll zeitnah errichtet werden. Zudem soll in Zukunft eine Vergabe von Kita-Plätzen deutlich einfacher werden.

Bei Krippenplätzen drückt der Schuh

Laut Fachdienstleiter Kindertagesbetreuung Gerd Galwas sind allein für Krippen (0 bis 3 Jahre) bis Ende Dezember 560 Anmeldungen eingegangen. „So viele Plätze werden wir nicht zur Verfügung stellen können“, so Galwas auf Anfrage. Damit betrage die Krippen-Betreuungsquote um die 33 Prozent, einen Wert von 41 Prozent strebt die Stadt an, um den tatsächlich festgestellten Bedarf zu decken, denn nicht alle Eltern schicken ihre Kinder in die Krippe. Ähnlich ist es bei den Kindertagesstätten (3 bis 6 Jahre). Auch wenn Galwas noch keine Anmeldezahlen nannte, schätzt er die aktuelle Betreuungsquote auf unter 90 Prozent. Der Zielwert in Delmenhorst liege knapp über 90 Prozent.

Zuwanderung lässt Betreuungsbedarf in die Höhe schnellen

Diese Entwicklung führt der Fachdienstleiter auf die starke Zuwanderung vor allem durch Flüchtlinge in den vergangenen Jahren und auf viele Geburten zurück. Bereits im Mai 2017 stellte die Verwaltung im Jugendhilfeausschuss des Stadtrats dar, dass vor diesem Hintergrund die Prognosen für zu betreuende Kinder um teilweise mehr als 20 Prozent übertroffen worden sind. Diese Entwicklung lässt sich auch an Zahlen im Delmenhorster Haushalt 2018 nachvollziehen: Zwischen 2016 und 2018 wuchsen die Kita-Plätze in der Stadt auf 2480 (+224), die Krippenplätze auf 430 (plus 74) – wobei an den oben genannten neuen Anmeldezahlen für Krippen abzulesen ist, dass diese Rechnung nicht aufgehen wird.

Platzverteilung orientiert sich an Bedarf

Dass die Stadt offenkundig wächst, ist erfreulich – doch stellt dies die Verwaltung vor die Frage, wie sie Rechtsansprüche auf Kinderbetreuung erfüllen soll. Für den Bereich Krippen sagt Galwas, dass zunehmend auf Tagepflegepersonen ausgewichen werde, um berufstätige Eltern zu bedienen. Im Zweifel erhielten eher jene einen Platz, die einen starken Bedarf nachweisen könnten.

Drei neue Kitas bis 2019

Die Stadt reagiert auf dieses Wachstum mit dem Bau neuer Einrichtungen. An der Otto-Jenzok-Straße entsteht gerade unter der Regie der GSG ein 1030 Quadratmeter großer neuer Kita-Bau mit 30 Krippen- und 75 Kitaplätzen. Nach jüngstem Stand schätzt Galwas die Kosten auf 3,3 Millionen Euro. An der Käthe-Kollwitz-Schule soll eine neue Kita nach den Sommerferien öffnen (3,1 Millionen Euro). Und bis 2019 soll ebenfalls die Kita Moorkamp entstehen, die zum großen Teil aus Mitteln des Integrationsfonds (2,06 Millionen Euro) des Landes bezahlt wird.

Neues Anmeldeverfahren soll Erleichterung bringen

Interessant dürfte für Eltern sein, dass die Stadt gedenkt, ein neues digitales Anmeldesystem für Kitas und Krippen einzuführen. Dieses soll laut Galwas zentral ablaufen. Eltern melden sich beispielsweise per PC oder Smartphone dann mit einem einzigen Wunsch, wo ihr Kind unterkommen soll, an – Mehrfachanmeldungen, wie sie bei den Trägern derzeit einlaufen, sollen so vermieden werden. Das System unterbreitet Vorschläge, wie Kinder entsprechend der Eltern-Wünsche auf welche Kitas verteilt werden. Auch Prioritäten müssen so nicht mehr mühselig von Kitas berechnet werden. „Eine große Entlastung“ soll dieses neue Anmeldesystem sein, so Galwas. Spielt die Politik mit, könnte es 2019 eingeführt werden.