Tempolimit auf Hauptstraßen Delmenhorst bremst Autos vor Schulen und Kitas ab

Von Michael Korn

Auch auf Delmenhorster Hauptstraßen wie Dwostraße, Bremer Heerstraße und Berliner Straße wird vor Grundschulen Tempo 30 eingeführt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpaAuch auf Delmenhorster Hauptstraßen wie Dwostraße, Bremer Heerstraße und Berliner Straße wird vor Grundschulen Tempo 30 eingeführt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Delmenhorst. Autofahrer auf Berliner Straße, Bremer Heerstraße, Dwostraße und Thüringer Straße werden künftig in den Straßenabschnitten vor den jeweiligen Grundschulen beziehungsweise Kitas ausgebremst.

Die Stadt ordnet dort auf Anraten der Verkehrssicherheitskommission Tempo 30 an. Die Geschwindigkeitsreduzierung geht zurück auf einen zwei Jahre alten Ratsbeschluss, der die Verwaltung zur Prüfung von Tempo-30-Zonen vor Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen veranlasste.

50 Standorte gecheckt

Wie das Rathaus dem Planungsausschuss (öffentliche Sitzung am 20. Februar um 17 Uhr im großen Sitzungssaal) mitteilt, hat die Stadt insgesamt 50 Einrichtungen ermittelt, die für ein Tempolimit im Einzugsbereich in Frage kommen.

38 davon liegen bereits im 30er-Bereich. Die übrigen zwölf Standorte wurden daraufhin von der Sicherheitskommission genauer unter die Lupe genommen – unter anderem auch für die Grundschule Bungerhof sowie die Parkschule und die Awo-Kita an der Stedinger Straße. Hier kam die Kommission zu dem Ergebnis, keine Geschwindigkeitsreduzierung zu empfehlen, da jeweils Parkstreifen vorhanden seien und in Bungerhof zudem noch eine Fußgängerampel für Sicherheit sorge. Ähnlich argumentiert sie im Fall der Overbergschule am Brendelweg.

Enge Platzverhältnisse

Im Falle der Hermann-Allmers-Schule, Grundschule Iprump sowie Awo-Kita Ströhen wird jedoch „aufgrund der engen Platzverhältnisse auf dem kombinierten Rad-/Gehweg und der direkten Lage an der Fahrbahn“ jeweils ein Tempo-30-Abschnitt empfohlen. Auf der Dwostraße soll dieser Bereich sogar bis einschließlich zur Kreuzung Goethestraße ausgedehnt werden.

An der Thüringer Straße gibt es einen Zugang zu Parkschule und Kita, und auch dort sind die Verkehrsbedingungen so beengt, dass dort ebenfalls die zulässige Höchstgeschwindigkeit gedrosselt wird. Das Limit gilt jeweils während der Schulzeiten.

Kann-Regelung

Seit Änderung der Straßenverkehrsordnung haben die Straßenverkehrsbehörden die Möglichkeit, ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern vor sozialen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Seniorenheimen anzuordnen, ohne dass dort schon eine Unfallhäufung auftrat. Es handelt sich dabei um eine „Kann-Regelung“. Voraussetzung ist den Angaben zufolge, dass die betreffenden Einrichtungen über einen direkten Zugang zur Straße verfügen, oder in ihrem Nahbereich die klassischen Begleiterscheinungen wie Bring- und Abholverkehr, verstärkte Parkplatzsuche oder häufige Fahrbahnüberquerungen durch Fußgänger entstehen.

Nach der Verwaltungsvorschrift können die Straßenverkehrsbehörden im Einzelfall auf die Absenkung der Geschwindigkeitsbegrenzung vor den sozialen Einrichtungen verzichten, wenn zum Beispiel negative Auswirkungen auf den Busverkehr zu befürchten sind oder eine Verkehrsverlagerung auf Wohnnebenstraßen droht. Die Abschnitte sollen 300 Meter nicht überschreiten, um die Akzeptanz durch die Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.