Kommentar Auffällige Lethargie

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Grünes Licht für die Inklusion?  Der Weg für den Einbezug von Behinderten in Delmenhorst ist jedenfalls noch weit. Foto: Frederik GrabbeGrünes Licht für die Inklusion? Der Weg für den Einbezug von Behinderten in Delmenhorst ist jedenfalls noch weit. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Behindertenvertreter bemängeln generell wenig Verständnis für Menschen mit Einschränkungen. Lösungsansätze lägen fertig in der Schublade – werden aber nicht genutzt. Damit drohen gute Ideen für echte Hilfe einfach zu verpuffen. Ein Kommentar.

Der Stadt vorzuwerfen, sie würde nicht genug für die Inklusion tun, ist unangebracht. Dafür ist die integrative Disco im Familienzentrum Villa, die es seit 25 Jahren gibt, nur ein gutes Gegenbeispiel. Trotzdem darf man sich über die bemerkenswerte Lethargie wundern, die an anderen Stellen auf dem Weg zur Inklusion an den Tag gelegt wird.

Sicher, dieser Weg ist ein kostenträchtiger. Hierauf wurde auch im Gesundheitsausschuss im Juni 2016, wo der Aktionsplan für einen besseren Einbezug von Behinderten letztmalig Thema war, hingewiesen. Und was kostenträchtige Projekte angeht, darf man sich in Delmenhorst nicht erst seit der Krankenhausübernahme nicht zu viel erhoffen.

Trotzdem ist es ärgerlich, dass ein guter Ansatz einfach ins Leere zu laufen scheint. Dabei zeigt doch der Aktionsplan auch viele nicht unbedingt teure Lösungen auf, Stichwort Rollstuhlmarkierungen in Bussen. Und manchmal – etwa wenn eine Toilettentür mal wieder nicht so funktioniert, wie sie sollte – könnte schon ein Aufkleber helfen, der verrät, wo ein Defekt überhaupt zu melden ist.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN