Praxiswoche Delmenhorster Pflegeschüler übernehmen Station im JHD

Von Marco Julius

Patient Frank Sagwitz lässt sich von Julia Hartsch, Eveline Reich und Arian Selignow umsorgen. Foto: Marco JuliusPatient Frank Sagwitz lässt sich von Julia Hartsch, Eveline Reich und Arian Selignow umsorgen. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. 16 Pflegeschüler kümmern sich auf Station 40 im Josef-Hospital Delmenhorst um Patienten. Sie lernen dabei eigenverantwortliches Handeln.

Sie haben so etwas wie eine Jobgarantie in der Tasche, der Fachkräftemangel macht es möglich. Ihre Ausbildung nehmen sie natürlich trotzdem ernst: 16 angehende Gesundheits- und Krankenpflegerinnen aus dem dritten Ausbildungsjahr der Schule für Pflegeberufe am JHD haben in dieser Woche alle pflegerischen Tätigkeiten in großen Teilen der Station 40 (Innere Medizin) übernommen und sich so auf ihren späteren Berufsalltag vorbereitet.

„Wir arbeiten auf der Station mit der größtmöglichen Eigenverantwortung“, sagt Pflegeschüler Arian Selignow. „Natürlich werden wir von unseren Lehrern und examinierten Fachpflegekräften unterstützt, aber wir stehen dabei auf eigenen Beinen.“ Selignow weiß, dass er später im Beruf weniger Zeit haben wird für einzelne Patienten als jetzt auf der Schülerstation. „So wie es hier läuft, müsste es eigentlich immer sein“, sagt er. Eine positive Bilanz ziehen nicht nur die Schüler. Auch die Patienten geben entsprechende Rückmeldungen. „Wir lernen die Patienten in dieser Zeit gut kennen, sehen die Fortschritte, die sie auch dank unserer Arbeit machen. Und wir bekommen für unsere Arbeit viel Lob“, sagt auch Pflegeschülerin Julia Hartsch.

Transfer von der Theorie in die Praxis

Rüdiger Lange, Leiter der Schule für Pflegeberufe, sieht in der Praxiswoche zudem eine gute Vorbereitung auf das Examen. „Hier können die Schüler auch voneinander lernen. Sie sehen, wo ihre Stärken liegen, entdecken aber auch, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Sie sind offen für konstruktive Kritik“. hat er beobachtet.

Die Schüler übernehmen Früh- und Spätdienste. Sie teilen Medikamente aus, helfen bei der Körperpflege der Patienten, stehen im Austausch mit den Ärzten, lernen verantwortliches Handeln.

Für Pflegeschülerin Eveline Reich ist die Praxiswoche eine weitere Bestätigung, dass sie sich den richtigen Beruf ausgewählt hat. In der Woche, sagt ihre Mitschülerin Julia Hartsch, sei der Transfer von der Theorie in die Praxis bestens gelungen. „Jeder Tag ist neu, der Kontakt zu den Patienten macht den Beruf aus, langweilig wird es nie“, bestätigt Arian Selignow.

Das Ende der Ausbildung steht für die 16 Schüler, darunter drei junge Männer, zum 30.-September an. Dass sie dann mit viel mit viel Leidenschaft in die Praxis wechseln werden, ist in dieser Woche deutlich geworden.