Linoleum-Werk gerettet DLW-Investor setzt am Standort Delmenhorst auf Wachstum

Von Marco Julius

Blicken optimistisch in die Zukunft (v.li.): Stephan Lührs (Geschäftsführer DLW Flooring), Bertrand Chammas (Chef der Gerflor-Gruppe) und Franz Roth (Leitung Produktion/Technik DLW). Foto: Marco JuliusBlicken optimistisch in die Zukunft (v.li.): Stephan Lührs (Geschäftsführer DLW Flooring), Bertrand Chammas (Chef der Gerflor-Gruppe) und Franz Roth (Leitung Produktion/Technik DLW). Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Mit Bertrand Chammas hat sich am Donnerstag der führende Kopf der Gerflor-Gruppe aus Frankreich der DLW-Belegschaft vorgestellt. Der neue Investor bringt Geld und Erfahrung mit.

Der Vorstandsvorsitzende der weltweit agierenden Gerflor-Gruppe aus Frankreich, Bertrand Chammas, hat sich am Donnerstag der Belegschaft der DLW Flooring vorgestellt. Seine Botschaft als strategischer Investor und neuer Herr im Hause: „Wir werden am Standort Delmenhorst investieren, was wir investieren müssen, damit es funktioniert.“

Wachstum ist das Ziel

Wie berichtet übernimmt die Gerflor-Gruppe den in Schieflage geratenen Bodenbelagsproduzenten und sichert damit zugleich alle 270 Arbeitsplätze in Delmenhorst. Chammas machte dabei zugleich klar, dass Wachstum das Ziel sei. Insbesondere den amerikanischen Markt hat Chammas für DLW im Auge. Dort könne über das Gerflor-Vertriebsnetz das Naturprodukt Linoleum zu einem lohnenden Geschäft werden.

Stephan Lührs, Geschäftsführer der DLW Flooring Gmbh, sieht in der Partnerschaft mit der großen Gerflor-Gruppe (Jahresumsatz weltweit 860 Millionen Euro, 3700 Mitarbeiter) die perfekte Lösung für Delmenhorst und die DLW. „Es gab verschiedene Interessenten, aber mit Gerflor bekommen wir Know-how nicht nur im Bereich Vertrieb und Marketing an die Seite, das uns weiterhelfen wird. Gerflor kennt einfach unser Business.“

Kontakte schon seit zehn Jahren

Seit rund zehn Jahren schon gibt es Kontakte der Gerflor-Gruppe zur DLW. Auch eine Übernahme habe bereits öfter zur Debatte gestanden, etwa bei der Insolvenz vor rund zweieinhalb Jahren. „Da war der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen, wir haben nicht an den Turnaround geglaubt“, betonte Chammas. Jetzt sei die Zeit reif. „Wir sind tatsächlich bereits seit langem Partner und respektieren und schätzen uns, das macht den gemeinsamen Neuanfang jetzt leichter“, ist Lührs optimistisch.

Für den DLW-Hauptsitz in Bietigheim-Bissingen hingegen, dort wurde PVC und Vinyl produziert, sah Chammas keine Chance. „Das ist eine traurige Nachricht für die Belegschaft“; betonte er. 190 Mitarbeitern sind freigestellt worden, lediglich 42 werden weiterbeschäftigt.

Am Standort Delmenhorst aber setzt Gerflor auf gesundes Wachstum. Der Erfolg sei sicher nicht an einem Tag zu erreichen, aber Gerflor glaubt fest an die Zukunft des Naturproduktes Linoleum. „Innovation ist unsere DNA“m betonte Chammas.

Für die „leidenschaftlichen und erfahrenen Mitarbeiter vor Ort und deren Familien“ bedeute der Einstieg von Gerflor nun endlich Ruhe nach Monaten der Ungewissheit, sagte Lührs.


Die französische Gerflor-Gruppe ist nach eigenen Angaben Spezialist und Marktführer im Bereich Komplettlösungen für elastische Böden, Wandverkleidungen und Systeme für die barrierefreie Gestaltung, von der Installation bis zur Fertigstellung, für Unternehmer und Nutzer. Die weltweit tätige Gruppe mit Stammsitz in Lyon erwirtschaftete 2017 mit 3700 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 860 Millionen Euro. Mehr unter www.gerflor.de.