Befreiung des KZ Dachau VHS Delmenhorst zeigt Ausstellungsprojekt „A Letter to Debbie“

Von Marco Julius

Das KZ Dachau diente den Nazis als Modell für alle späteren Konzentrationslager. Foto: Tobias Hase/dpaDas KZ Dachau diente den Nazis als Modell für alle späteren Konzentrationslager. Foto: Tobias Hase/dpa

Delmenhorst. Die Befreiung der Außenlager des KZ Dachau steht im Blickpunkt einer Ausstellung in der VHS. Vorträge und Lesungen gehören zum Programm.

Für Martin Westphal, Geschäftsführer der Volkshochschule und zugleich zuständig für den Bereich Politik, Gesellschaft, Geschichte und Umwelt, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit, das ist bereits bei der Vorstellung klar geworden. Die VHS holt vom 13. April bis 9. Mai das Ausstellungsprojekt zum Gedenken an die Befreiung der Außenlager des KZ Dachau in der künstlerischen Bearbeitung von Yardena Donig-Youner nach Delmenhorst. Fachlich und pädagogisch begleitet wird die Ausstellung von Professor Jörg Wollenberg.

Fotos und Briefe

„Die Ausstellung rückt Fotos des US-Sergeanten Robert J. Hartwig und einen Brief des Lieutenant Albert Gaynes in den Mittelpunkt“, erläutert Westphal. Hartwig und Gaynes haben ihrer Eindrücke vom Tag der Befreiung der Außenlager Ende April 1945 festgehalten. Gaynes schrieb an seine Frau Debbie in New York: „Ich habe heute die ganze Bestialität der Nazis gesehen in einem Horror-Konzentrationslager.“ Auch acht Seiten versuchte Gaynes, das Grauen in Worte zu fassen. 13 Fotos der Opfer, geschossen von Hartwig, fügte er dem Brief bei. Aus den Fotos und dem Brief hat die 1937 in Palästina geboren US-Künstlerin Yardena Donig-Youner eine Ausstellung entwickelt. Sie produzierte aus den Originalfilmnegativen Drucke im Wandformat. Darüber legte sie den Text des Briefes. Donig-Younes Familie verließ 1934 Nazi-Deutschland. Ihre Großmutter blieb und wurde deportiert und ermordet.

Lesung und sezenische Dokumentation

Der der Aussstellungseröffnung am Freitag, 13. April, 18 Uhr, schließt sich eine Lesung des „Letter to Debbie“ an. Diesen Part übernehmen Inge und Christian Glaß. Es kommentiert Professor Wollenberg.

Am Donnerstag, 19. April, 19 Uhr, folgt eine szenische Dokumentation von Wollenberg zum Thema „Von Dachau nach Riga – Zur Deportation der Juden“. Es liest das Ehepaar Glaß, unterstützt von Christiane Palm-Hoffmeister.

Palm-Hoffmeister ist am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr erneut zu Gast und liest aus ihrem Buch „Ende gut. Alles!? Eine heimliche Liebe in Zeiten des Krieges“.

Am Dienstag, 8. Mai, 19 Uhr, geht es dann passend zum Termin um den „Tag der Befreiung“. Zu Gast in der VHS sind dann erneut Wollenberg und das Ehepaar Glaß. Zudem bietet die VHS Interessierten an, den „Letter to Debbie“ unter Anleitung von Patrick Scanlon gemeinsam im Original zu lesen. Eine Lektüre, die sich lohnt, findet nicht nur Martin Westphal.