Aufatmen am Standort Delmenhorst Gerflor-Gruppe übernimmt das Linoleum-Geschäft der DLW Flooring

Von Marco Julius

Der Verkauf an den strategischen Investor Gerflor sei für das Linoleum-Werk in Delmenhorst eine optimale Lösung, sagt DLW-Sanierungsgeschäftsführer Topp. Foto: Melanie HohmannDer Verkauf an den strategischen Investor Gerflor sei für das Linoleum-Werk in Delmenhorst eine optimale Lösung, sagt DLW-Sanierungsgeschäftsführer Topp. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Aufatmen am DLW-Standort in Delmenhorst: Die weltweit agierende Gerflor-Gruppe übernimmt wesentliche Vermögenswerte der insolventen DLW Flooring GmbH. Zur Übernahme zählen der Produktionsstandort sowie alle 270 Beschäftigte in Delmenhorst.

Zudem übernimmt der Investor 42 Beschäftigte der DLW in Bietigheim-Bissingen und weitere Beschäftigte in den Auslandsgesellschaften. Einen entsprechenden Kaufvertrag haben Hans-Norbert Topp, Vorsitzender der Geschäftsführung der DLW Flooring, sowie Bertrand Chammas, Vorstandsvorsitzender der Gerflor-Gruppe, unterschrieben. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Optimale Lösung für Delmenhorst

„Ich freue mich, dass wir trotz schwieriger Gesamtumstände das Unternehmen und einen Großteil der Arbeitsplätze der DLW Flooring sichern konnten“, sagt DLW-Sanierungsgeschäftsführer Topp. Der Verkauf an den strategischen Investor Gerflor sei für das Linoleum-Werk in Delmenhorst eine optimale Lösung. „Das passt inhaltlich sehr gut zusammen. Das Werk in Delmenhorst hat nun nach schwierigen Jahren einen erfahrenen und finanzstarken Gesellschafter, um sich für die Zukunft erfolgreich aufzustellen“, sagt Topp.

Die bei Lyon ansässige Gerflor-Gruppe setzte sich in einem Investorenprozess gegen zahlreiche Mitbewerber durch. Geschäftsführer Topp hatte dabei insbesondere die Zukunft der Beschäftigten im Fokus. Vor zwei Wochen musste Topp allerdings mitteilen, dass der Standort in Bietigheim-Bissingen geschlossen werden muss, da kein Investor für diesen Standort gefunden werden konnte. 190 Beschäftigte mussten somit aus insolvenzrechtlichen Gründen zum 15. Januar freigestellt werden.

Bittere Pille für Bietigheim-Bissingen

Mit dem erfolgreichen Verkauf sieht sich Geschäftsführer Topp nun in der Lage, den Beschäftigten in Bietigheim-Bissingen den Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) anzubieten. „Seitdem feststeht, dass mangels Investoreninteresse der Standort leider abgewickelt werden muss, haben wir uns bei allen Beteiligten dafür eingesetzt, den Beschäftigten in Bietigheim-Bissingen eine BQG-Lösung anbieten zu können. Durch den Kaufpreis sind wir nun in der Lage, unseren Finanzbeitrag dafür zu leisten“, sagt Topp. Auch die Agentur für Arbeit und der Gläubigerausschuss haben dieser Lösung bereits zugestimmt. Die Beschäftigten erhalten demnach das Angebot, bei 80 Prozent ihrer letzten

Bezüge für rund fünf Monate in die BQG zu wechseln, in der sie auf neue berufliche Herausforderungen vorbereitet werden. Für die Verantwortlichen der DLW Flooring geht es jetzt weiter darum, vorhandene Werte der DLW Flooring bestmöglich zu vermarkten. Dazu zählt unter anderem das Grundstück in Bietigheim-Bissingen in guter Lage. Hierzu laufe derzeit ebenfalls ein Investorenprozess.