Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen Grippewelle ist auch in Delmenhorst angekommen

Von Thomas Breuer

Auch in Delmenhorst leiden derzeit viele Menschen unter Grippe oder grippeähnlichen Symptomen. Foto: dpaAuch in Delmenhorst leiden derzeit viele Menschen unter Grippe oder grippeähnlichen Symptomen. Foto: dpa

Delmenhorst. Ein Ausbreiten der Viruserkrankung in den nächsten Wochen ist wahrscheinlich. „Eine Impfung ist für Risikogruppen auch jetzt noch sinnvoll“, sagt Amtsarzt Dr. Helge Schumann.

„Die Grippewelle ist in Delmenhorst angekommen“, sagt Dr. Helge Schumann, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Delmenhorst. Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen habe sich deutlich erhöht. Betroffene leiden auch unter plötzlichem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie dauern in der Regel mindestens mehrere Tage.

450 Fälle in Niedersachsen erfasst

Damit liefert die Situation vor Ort ein Spiegelbild der Entwicklung auf Landesebene. So registrierte das Landesgesundheitsamt Ende Januar mit 450 Fällen ebenfalls einen Höchststand im laufenden Winter. Da nicht alle Influenza-Erkrankungen im Labor nachgewiesen und gemeldet werden, geht die Behörde davon aus, dass weit mehr Menschen von einer Virusgrippe betroffen sind. Die Influenza ist laut Schumann nicht meldepflichtig.

„Eine Grippe-Impfung ist für Risikogruppen mit geschwächtem Immunsystem auch zum jetzigen Zeitpunkt noch sinnvoll“, sagt der Amtsarzt. Laut der vom Robert-Koch-Institut koordinierten Ständigen Impfkommission fallen unter die Gruppe der Menschen, die im Fall einer Influenzaerkrankung für schwerwiegende Komplikationen besonders anfällig sind, alle Menschen ab 60 Jahre, Schwangere, Personen mit einem Grundleiden wie Herz - oder Kreislauferkrankungen und die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Darüber hinaus sollten sich demnach auch Menschen mit einem erhöhten beruflichen Risiko impfen lassen, etwa medizinisches Personal.

Milderer Krankheitsverlauf mit Impfung

Eine Influenza-Erkennung ist laut Schumann nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Sie kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen, wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen, und dann sogar tödlich verlaufen.“ Bei Geimpften verlaufe eine Erkrankung in der Regel milder und ohne Komplikationen.

Laut Landesgesundheitsamt dominiert in diesem Jahr der Influenza-B-Typ. Ob geimpfte Menschen ausreichend vor einer Grippe-Erkrankung geschützt sind, hängt laut Sprecher Holger Scharlach mit der Art der Impfung zusammen. „Der Dreifachimpfstoff hilft gegen den vorkommenden Influenza-A-Typ, aber gegen den Influenza-B-Typ nicht gut“, sagt er. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Menschen, die im Herbst geimpft wurden, den Dreifachimpfstoff bekommen haben.“ Ihm zufolge hat das Robert Koch-Institut erst kürzlich den Vierfachimpfstoff für Risikogruppen empfohlen.

Drei bis vier Monate Grippewelle

Wen es bislang nicht erwischt hat, der sollte sich nicht zu sicher wähnen. „Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert“, so Schumann.