Kampf gegen Wartezeiten Josef-Hospital Delmenhorst stellt Notaufnahme neu auf

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Die Notaufnahme im JHD wird umstrukturiert. Mit der Modernisierung korrigiert das Haus den räumlichen Stand aus den 80er Jahren. Zudem erhält es einen neuen Nachbarn, der helfen soll, die Wartezeiten zu verringern.Archivbild: Frederik GrabbeDie Notaufnahme im JHD wird umstrukturiert. Mit der Modernisierung korrigiert das Haus den räumlichen Stand aus den 80er Jahren. Zudem erhält es einen neuen Nachbarn, der helfen soll, die Wartezeiten zu verringern.Archivbild: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Neues Aufnahmeverfahren, neuer Nachbar, neuer Überwachungsraum: Die Notaufnahme im JHD wird umstrukturiert. Mit der Modernisierung korrigiert das Haus den räumlichen Stand aus den 80er Jahren. Zudem erhält es in der KVN einen neuen Nachbarn, der helfen soll, die Wartezeiten zu verringern. Ende März soll alles startklar sein.

Das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) steht vor großen Veränderungen – nicht nur im großen Rahmen durch die kürzlich durch den Rat geebnete kommunale Übernahme durch die Stadt Delmenhorst. Doch auch um kleineren Rahmen tut sich etwas: Wie Geschäftsführer Florian Friedel unlängst zur Sprache brachte, stehen dringend notwendige Umbauten im Bereich der Notfallambulanz an. Diese sollen dazu beitragen, die in der Vergangenheit oft beklagten, langen Wartezeiten abzubauen.

Krankenhaus hat Notaufnahme neu strukturiert

Wie Thomas Vogel, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme, auf Nachfrage mitteilt, wurde bereits die Struktur der Abteilung geändert: „Die Notaufnahme ist als organisatorisch eigenständige Einheit mit einer eigenen Leitung etabliert.“ Eine Führungsperson stelle die nötige Prozessqualität sicher. Zudem ist die Aufnahme neu gegliedert worden: Jetzt gibt es nur noch einen einzigen Eingang, der entlang eines Empfangstresens führt. Dort werden Patienten aufgenommen, je nach Schwere ihres Leidens eingestuft und dokumentiert. „Triage“ nennt Vogel dieses neue Verfahren, das Patienten entsprechend ihres Bedarfs nach Hilfeleistung einteilt. „Hier wird entschieden, wer sofort Hilfe benötigt und wer eventuell etwas länger warten kann. Dies dient der Sicherheit der Patienten“, sagt Vogel. „Vorher verlief die Einstufung auf administrativer Ebene nicht so systematisch. Der Zugriff auf die Patienten ist nun besser.“ Laut Vogel werden 35.000 Patienten in der Notaufnahme im Jahr vorstellig.

(Weiterlesen: Immer mehr Patienten rufen ohne Not die 112)

Neuer Nachbar für die Notfallaufnahme soll Wartezeiten verkürzen

Als große Hilfe könnte sich der Einzug der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) von der Westerstraße an die Wildeshauser Straße erweisen, der Ende März vollzogen sein soll: Direkt neben der Notaufnahme werden laut Vogel gerade Räume renoviert. Durch die KVN-Praxis soll die ambulante Versorgung gestärkt werden. Das ist darum interessant, weil das JHD in der Vergangenheit immer wieder damit zu kämpfen hatte, dass Patienten mit Bagatellbeschwerden die Notaufnahme verstopften, diese also mit Husten, Schnupfen oder Heiserkeit ohne echte Not vorstellig werden, so das Personal binden und lange Wartezeiten verursachten. Immer wieder verwies das JHD an die Praxis der KVN, die eigentlich zuständig sei. Mit dem Umzug verkürzen sich die Wege also beträchtlich. Diese Entwicklung begrüßt Helmut Scherbeitz, Bereichsleiter der KVN, auf Nachfrage ausdrücklich. Notfallaufnahme und KVN-Praxis in direkter Nachbarschaft - so wie beim früheren St.-Josef-Stift an der Westerstraße - bezeichnet Mediziner Vogel gar als „ideale Voraussetzung“.

Neuer Übergangsraum soll Ende März fertig sein

Zum Dritten will das JHD für Fälle, bei denen zunächst unklar ist, ob sie stationäre medizinische Hilfe benötigen, eine sogenannte „Decision Unit“ einrichten. Vogel zufolge werden sie in einem Überwachungsraum mit acht Betten fern der Hektik der Notaufnahme untergebracht, bis die erforderliche Diagnostik, wie etwa Laboruntersuchungen, Klarheit bringt. Zu den Umbauarbeiten würden gerade Angebote eingeholt, sagt Vogel. Über Umbaukosten kann er kaum Angaben machen.

Räumlicher Stand der 80er Jahre modernisiert

Generell versuchen Krankenhaus und KVN, diese aber so gering wie möglich zu halten – perspektivisch soll das JHD ja wieder in der Stadtmitte stehen, wohin die KVN-Praxis laut Scherbeitz auch folgen wird. Vogel zufolge greift die Klinik wo es eben geht auf Eigenleistungen zurück. Das betrifft zum Beispiel Handwerksarbeiten oder das Mobiliar.

All diese Umbauten sind laut Vogel deshalb wichtig, weil die Räume der Notaufnahme aus den 80er Jahren stammen. „Es ist daher notwendig, die vorhandenen Strukturen den modernen Abläufen anzupassen.“ Hinzu komme, dass das JHD das Patientenaufkommen in der Notaufnahme schultern muss, das vor der Krankenhausfusion von zwei Häusern bewältigt wurde. Mit diesen Arbeiten wird nun das realisiert, was die alte JHD-Führung unter Geschäftsführer Thomas Breidenbach und der Klinischen Direktorin Heike Büssing für das vergangene Jahr in groben Zügen angekündigt hatte.


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