Dem Gericht fehlen die Beweise Delmenhorster trotz Cannabis-Plantage freigesprochen

Von Ole Rosenbohm

150 Cannabis-Pflanzen hat die Polizei in einer Delmenhorster Wohnung gefunden. Für eine Verurteilung reichten die Beweise nicht. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa150 Cannabis-Pflanzen hat die Polizei in einer Delmenhorster Wohnung gefunden. Für eine Verurteilung reichten die Beweise nicht. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Delmenhorst. Mit einem Freispruch aus Mangel an Beweisen ist ein Prozess gegen zwei Delmenhorster am Amtsgericht ausgegangen. Eine Hausdurchsuchung hatte 150 Cannabispflanzen zu Tage gefördert.

Für von der Polizei aufgefundene knapp 150 Cannabispflanzen und jede Menge abgeerntetes Marihuana müssen Angeklagte in der Regel mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr rechnen. Ein Fall vor dem Amtsgericht Delmenhorst ist jetzt aber ganz anders ausgegangen: Eine 25-jährige Frau und ein 24-jähriger Mann wurden zwar wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt, verließen aber mit einem Freispruch in der Tasche den Gerichtssaal.

150 Pflanzen und 80 Stecklinge gefunden

Die Hausdurchsuchung in der Delmenhorster Wohnung der Angeklagten hatte bereits am 11. Oktober 2015 stattgefunden. Ganz klar für die Ermittler: Hier wollte jemand Geld mit Gras machen. Die mit Licht gezogenen Pflanzen waren teilweise erntereif, zu den 150 kamen auch noch 80 Stecklinge.

Halbes Kilo geerntetes Cannabis in Wohnung

Dazu fand sich in der Wohnung über ein halbes Kilo bereits geerntetes Cannabis. Insgesamt wiesen die folgenden Untersuchungen der aufgefundenen Blüten und Blätter einen Wirkstoffgehalt von insgesamt knapp 54 Gramm Tetrahydrocannabinol (THC) nach. Der THC-Grenzwert für eine nicht geringe Menge beträgt 7,5 Gramm.

Unbekannter Untermieter

Gerichtliche Folge hatte das aber nicht. Beide Angeklagte bestritten, etwas mit der Pflanzenzucht zu tun zu haben. Die angeklagte Hauptmieterin gab an, die Wohnung untervermietet zu haben, vom illegalen Gewächs habe sie nichts gewusst. Und wer ihr Mieter war, verriet sie nicht. Der Mann war angeklagt, weil die Polizei seine Fingerabdrücke auf zwei mit Gras gefüllten Dosen entdeckt hatte. Aber auch er gab an, mit der Sache nichts zu tun zu haben.

Staatsanwaltschaft fordert Freispruch

Weil dem Gericht weitere Indizien fehlten und es noch nicht einmal feststellen konnte, ob die Angeklagten jemals die so benutzte Wohnung betreten hatten, konnte selbst die Staatsanwaltschaft angesichts der dünnen Beweislage nur Freispruch fordern. Das Gericht folgte dem Antrag.