Jonglage mit Fotografien und Objekten Neue Ausstellung im Delmenhorster Haus Coburg

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Thorsten Brinkmann ist bei der Ausstellung Künstler und Kurator. Foto: Marie BusseThorsten Brinkmann ist bei der Ausstellung Künstler und Kurator. Foto: Marie Busse

Delmenhorst. Der Hamburger Künstler Thorsten Brinkmann jongliert bei der Schau mit Fotografien, Objekten und Installationen. Für die Ausstellung veränderte er die Räume im Vorfeld weitgehend. Die Vernissage ist Freitagabend um 20 Uhr.

Das Haus Coburg zeigt sich vollständig verwandelt für die aktuelle Ausstellung „The Juggler. T. Brinkmann jongliert Griffelkunst-Photographie & Se king performt in der Remise“. Ein großes Regal mit einem reichen Fundus an gebrauchten, gefundenen und wegegeworfenen Gegenständen begrüßt den Besucher. Thorsten Brinkmann, der ausschließlich mit diesen Gegenständen arbeitet, ist in der neuen Ausstellung als Kurator aktiv. Gemeinsam mit dem Haus Coburg wählte er rund 160 Fotografien des renommierten Hamburger Griffelkunst Vereins aus, gestaltete die Räume und ergänzte sie um eigene Werke.

Absage an White Cube

Dabei sind Fotografien von Künstlern wie Karl Blossfeldt, Nan Goldin und WOLS aus der Griffelkunst-Sammlung zu sehen. Brinkmann greift die Fotografien auf und ergänzt sie durch ironische Selbstporträts, Fotos und Installationen. Thematisch sortiert finden sich die Bilder in den Räumen der Villa. Die Zimmer erstrahlen in unterschiedlichen Farben. Pinke Tapeten mit Knochenmuster sind der Hintergrund einer Fotoserie mit einem Hund und giftgrün präsentiert das Zimmer, indem Landschaftsfotografien zu sehen sind. Die eigenen Werke setzt Brinkmann in Bezug zu den Fotografien.

Kino in der Remise

Der Künstler arbeitet ausschließlich mit Gebrauchten und Gefundenen. „Bei meiner Arbeit spielt auch der Zufall eine große Rolle. Es finden Dinge zusammen, die nicht zusammengehören und dadurch entstehen neue Bedeutungen“, sagt der Wahlhamburger. In der Remise des Haus Coburg, die ganz in Pink erscheint, zeigt er ein Video und eine Installation. Er selbst inszeniert sich im Video in zahllosen Kostümen in herrschaftlicher Pose. Mit viel Selbstironie und Humor stellt er damit gesellschaftliche Normen und Herrscherbilder infrage. Eine Installation der Nibelungensaga nach Richard Wagner bildet den zweiten Teil seiner Schau in der Remise.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. April in der Städtischen Galerie zu sehen und wird von zahlreichen Veranstaltungen und Führungen begleitet.


Thorsten Brinkmann, geboren 1971 in Herne, studierte Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule in Kassel.

2006 erhielt er ein Stipendium der Stadt Hamburg und 2011 wurde mit dem Kunstpreis Finkenwerder ausgestattet.

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Delmenhorst wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Oldenburgischen Landschaft und dem Freundeskreis Haus Coburg unterstützt.

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