Gegen die„unsichtbare Gefahr“ Delmenhorster Firma Lafu feiert 25-jähriges Bestehen

Von Jasmin Johannsen

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Gemeinsam stets auf Spurensuche nach gefährlichen Schadstoffen (v.li.): Kevin, Tinola und Gary Zörner vom Lafu. Foto: Jasmin JohannsenGemeinsam stets auf Spurensuche nach gefährlichen Schadstoffen (v.li.): Kevin, Tinola und Gary Zörner vom Lafu. Foto: Jasmin Johannsen

joh Delmenhorst. Vom Ein-Mann-Betrieb zum international operierenden Unternehmen: Das Umweltprojekt Lafu hat sich seit seiner Gründung stetig weiterentwickelt. Jetzt feiert es Jubiläum.

„Gestartet bin ich in einem klitzekleinen Raum ganz ohne Fenster im Keller. Da passten nur ein Schreibtisch und ein Stuhl rein.“ Gary Zörner lächelt, wenn er sich an die spartanischen Umstände während der Gründungsphase seiner Firma Lafu (Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik) vor 25 Jahren erinnert. Ausgerüstet mit einer Telefonleitung und Reagenzgläsern habe er damals gesundheitsschädlicher Strahlung, giftigem Schimmel und Schadstoffen den Kampf angesagt. „Da musste ich mich von einem kleinen Auftrag zum nächsten hangeln“, berichtet der gelernte Laboranalytiker und studierte Lebensmitteltechnologe.

Mittlerweile 15 Mitarbeiter

Seitdem hat sich einiges verändert: Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist ein international anerkanntes Unternehmen mit 15 Mitarbeitern geworden. Und auch die Tage im Keller sind gezählt. Das Lafu ist nun im Obergeschoss des Technologiezentrums auf der Nordwolle ansässig. „Inzwischen erreichen uns 1500 Anfragen pro Jahr“, sagt der 65-Jährige stolz. Sowohl private Haushalte, als auch Großbetrieben würden sich inzwischen an das Lafu wenden.

Zörners Labor sei auch deshalb so gefragt, weil viele Krankheitsursachen aus medizinischer Warte nicht erklärt werden könnten. „Wohngifte wie Ausdünstungen von Möbeln oder Baustoffen können sich zu gesundheitlichen Belastungen entwickeln“, mahnt Zörner.

Dann müsse gehandelt werden. Deshalb geht das Lafu nicht nur im Labor auf Spurensuche, in Gutachten geben die Experten konkrete Handlungs- und Sanierungsempfehlungen ab.

„Natürlich wäre es schön, wenn es erst gar nicht so weit kommen würde“, findet der Unternehmer. Darum läge ihm die Aufklärungsarbeit auch besonders am Herzen. In Vorträgen, Seminaren, Workshops und Fernsehsendungen informiert das Labor-Team regelmäßig rund um die Innenraumhygiene, aber auch über Gefahren bei der Trink- und Abwasseraufbereitung sowie in der Lebens- und Futtermitteltechnologie. Dann tritt Zörner als Verfechter der Umwelt auf: „Mich ärgert besonders, dass Politik und Wirtschaft Gesundheitsrisiken oft verharmlosen.“

Kinder mit im Boot

Im Kampf gegen die „unsichtbare Gefahr“ hat der Chemiker nun auch seine beiden Kinder an das Lafu geholt. Tochter Tinola Zörner hat vor kurzem ihr Masterstudium in Berlin abgeschlossen und steigt nun in den Betrieb ein. Auch ihr Bruder Kevin Zörner teilt die Leidenschaft des Vaters, will aber erst einmal Erfahrungen in der freien Wirtschaft sammeln.

„Meine Begeisterung ebbt auch nach 25 Jahren nicht ab – und für die Zukunft sind noch einige Projekte geplant“, kündigt Gary Zörner an.

Die Jubiläums-Feierlichkeiten beginnen am Donnerstag, 25. Januar, um 18 Uhr in der VHS mit einem Vortrag des Referenten Dirk Herberg zum Thema „Elektrosmog“. Am Freitag, 26. Januar, findet ab 17 Uhr ein offizieller Empfang statt, bevor am Samstag, 27. Januar, ab 20 Uhr die Event-Fete in der Turbinenhalle steigt.


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