Belastung bei Delmenhorster Wehr Steigende Einsatzzahlen – Platz bei Feuerwehr Süd knapp

Von Kai Hasse

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Auch im Jahr 2017 gab es wieder viele Einsätze für die Feuerwehr Delmenhorst. Archivfoto: Frederik GrabbeAuch im Jahr 2017 gab es wieder viele Einsätze für die Feuerwehr Delmenhorst. Archivfoto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die Einsatzzahlen der Feuerwehr Delmenhorst steigen kontinuierlich. Das liege auch an einer gestiegenen Alarmbereitschaft der Menschen, sagt der Feuerwehrchef. Für die Feuerwehr Süd wird das Domizil an der Annenheider Straße langsam zu klein.

Die Ausrückezahlen der Feuerwehr Delmenhorst steigen stetig. Das betrifft die Alarme für Rettungsdienst und Feuerschutz gleichermaßen. Betroffen von den Einsätzen zum Brandschutz sind auch die freiwilligen Feuerwehren. Das hat auch Folgen für die Ausstattung mit Gebäuden.

Anstieg in allen Einsatzbereichen

Ein Blick auf die Zahlen der Feuerwehr Delmenhorst lässt aufhorchen: Anfang der Nuller-Jahre musste die Berufsfeuerwehr pro Jahr etwa 650 Mal ausrücken, mit einem Ausrutscher im Jahr 2006 (909 Einsätze). Seit etwa 2008 manifestieren sich Zahlen um gut 800 Einsätze. 2016 waren es 917 Ausrückungen. Derselbe Trend lässt sich für die Rettungsdienste beobachten, die die Berufswehr ebenfalls zum Großteil fährt. Die Zahl der Notfälle steigt, von grob 4500 Mitte der Nuller-Jahre bis weit über 7000 in den vergangenen drei Jahren. Für 2017 gibt es noch keine genauen Zahlen, erklärt Thomas Stalinski, Chef der Berufsfeuerwehr. Noch sei man in der detaillierten Auswertung in Zusammenarbeit mit der Großleitstelle Oldenburger Land. „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir auf etwa 15000 Einsätze im vergangenen Jahr kommen“, sagt er auf Anfrage. Das ist die Zahl aller Einsätze, vom medizinischen Notfall, Brandschutz, Krankentransport gesamt. Vor einem Jahr noch hatte er pro Jahr rund 14000 Einsätze angegeben.

Appell: 116117 für ärztlichen Bereitschaftsdienst

Woran das genau liege, könne er nicht gesichert feststellen. „Was wir aber bemerken, ist ein erhöhtes Alarmier- und Erwartungsverhalten der Menschen“, sagt er. Das beklagte er bereits vor einem Jahr. Volle Wartezimmer bei Ärzten, Sorge um die Gesundheit oder möglicherweise eine gealterte Gesellschaft führe dazu, dass Menschen schneller die 112 anrufen, vermutet er. Er appelliert, bei nicht bedrohlichen ärztlichen Notfällen nicht die 112, also den Rettungsdienst der Feuerwehr, sondern die 116117 anzurufen. Und zwar, weil das viele falsch machen, in einem Rutsch alle sechs Ziffern. Unter der 116117 erreichen sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der in vielen Fällen bereits helfen könne.

In der Feuerwehr Süd wird es eng

Die Einsatzzahlen, die nicht zum ärztlichen Rettungsdienst gehören, steigen auch – das könne daran liegen, dass es in den vergangenen Jahren spürbar mehr Stürme gegeben habe, die entsprechend zu Einsätzen führen. Diese Einsätze – Brand und technische Einsätze – betreffen dann auch die Freiwilligen Feuerwehren. Ihre Zahlen sind ebenfalls gestiegen: Seit Mitte der Nuller-Jahre auf etwa das Doppelte derzeit. Und während in Hasbergen noch am Endausbau des neuen Feuerwehrhauses für die Freiwillige Wehr gebaut wird, lohnt sich auch ein Blick auf die Einsatzzahlen der noch jungen Feuerwehr Süd. Von rund zehn Einsätzen im Jahr zwischen 2004 und 2010 ist der Wert auf 41 im Jahr 2016 gestiegen. Noch im Rohbau der Feuerwehr Hasbergen stehend, sprachen Bauausschussmitglieder und Vertreter der Stadt bei einer Begehung im Herbst von der starken Kameradschaft und dem großen Zutrauen, das man in die Wehr habe. Und das betreffe übrigens auch zunehmend die Feuerwehr Süd. Klaus Fischer, Leiter der Freiwilligen Wehr im Süden der Stadt, bestätigt, dass es eine zunehmend starke Truppe gäbe. Er freut sich über „personell eine tolle Crew, von Ausrüstung und den Fahrzeugen her einen Vorzeigeladen, mit einer super Zusammenarbeit mit Berufswehr und Stadt.“ Konkret auf die größe seiner Wache angesprochen, räumt er ein, dass das Gebäude knapp bemessen ist. Ihm ist unwohl bei dem Thema, er will nicht klagen, gerade wegen der guten Unterstützung für seine Truppe. Aber: Er stellt seine Einsatzwagen hintereinander ins Gebäude, ein Ausbau würde sich lohnen.

Erste Gedanken für Ausbau

Stalinski hat das auf dem Zettel. „Ich gehe davon aus, dass der Bedarf da ist“, sagt er. Fest stehe, dass man die jungen Kameraden aus Süd weiter zunehmend als Unterstützer einbinden werde, und sie im Bereich der Funktechnik schwerpunktmäßig eingesetzt werden sollen. Aber ein Ausbau stehe noch in den Sternen. Es gäbe durchaus erste Gedanken, „ob in absehbarer Zeit eine Erweiterung des Gebäudes erforderlich ist.“ Aber er betont: Nicht nächstes Jahr. Und wohl auch nicht das Jahr danach. Wann erweitert werden muss, untersuche man weiter.


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