Vor allem Baumschäden Friederike wütet in NRW und trifft Region um Delmenhorst

Von Michael Korn und Marie Busse


Delmenhorst/Landkreise/Berlin. „Friederike“ war der heftigste Sturm seit dem Jahr 2007. Mindestens sieben Menschen starben. Die Bahn ließ ihre Fernzüge und teilweise auch Regiozüge stehen. Betroffen war auch unsere Region.

Der schwerste Sturm seit mehr als zehn Jahren hat gestern vor allem von Nordrhein-Westfalen aus gen Osten eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Die Bahn stellte ihren Zugverkehr weitgehend ein, es gab bis zum Abend mindestens sieben Tote. Auch unsere Region bekam den Atem von Friederike zu spüren – allerdings bei Weitem nicht so heftig. In Delmenhorst und den angrenzenden Landkreisen musste die Feuerwehr vor allem umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste beseitigen.

Pendler besonders betroffen

Betroffen von den Sturmfolgen waren auch Berufs- und Freizeitpendler: Die Bahn stellte neben dem Fernverkehr auch Regionalverbindungen ein. Die Nordwestbahn fuhr auf ihren RS-Linien, allerdings mit gedrosseltem Tempo. Es kam teilweise zu erheblichen Verspätungen.

Bäume fallen auf Straßen und Gehwege

Im Delmenhorster Stadtgebiet und in den Landkreisen knickten an mehreren Stellen Bäume auf Gehwege und Straßen, blockierten herabgestürzte Äste den Verkehr. In Delmenhorst beispielsweise am Großen Tannenweg und am Heidkruger Weg, in Wildeshausen unter anderem am Westring sowie in Harpstedt, Dötlingen und Großenkneten. In Ganderkesee war am Lührkenweg größerer Sachschaden entstanden, als ein Baum auf ein geparktes Auto fiel.

Böe bringt LKW zu Fall

Eine gewaltige Sturmböe wurde einem Lastwagengespann nach Mitteilung von Nonstopnews auf der A1 bei Lohne-Dinklage zum Verhängnis. Der Lkw-Fahrer war mit seinem Gefährt und einem Anhänger auf dem Weg Richtung Osnabrück, als ihm zwischen Lohne-Dinklage und Holdorf die Kontrolle über das Gespann verloren ging. Der Lastzug drehte sich fast um 180 Grad, der Anhänger wurde dabei in die Böschung geschleudert. Zum Glück rammte der drehende Koloss keine weiteren Fahrzeuge, auch blieb der Fahrer unverletzt.

Die A1 wurde zunächst voll gesperrt, später wurde der sich aufstauende Verkehr langsam an der Unfallstelle einspurig vorbeigeführt.

Delmenhorster Linde erhält einen Tag Schonfrist

Ein Kuriosum löste „Friederike“ in Delmenhorst aus: Am Marktplatz „rettete“ der Orkan für einen Tag eine vor der Fällung stehende Winterlinde vor dem Ehrenmal. Die gestern Morgen begonnenen Sägearbeiten wurden am frühen Nachmittag aus Sicherheitsgründen wegen des Sturms eingestellt. Wenn die Wetterlage es zulässt, werden die restlichen Arbeiten heute abgeschlossen. Bei einer Kontrolle des Baumes durch die Stadt war aufgefallen, dass er nicht mehr stand- und bruchsicher ist. Grund dafür ist den Angaben zufolge ein Pilz- und Tierbefall. Der rund 20 Meter hohe Baum prägte das Bild des Marktplatzes fast ein Jahrhundert. Noch in diesem Frühjahr soll eine neue Linde an derselben Stelle gepflanzt werden.