NDR besucht Hermann-Allmers-Schule Delmenhorster Grundschüler produzieren ein Hörspiel



Delmenhorst. Der NDR macht Station an der Hermann-Allmers-Grundschule in Delmenhorst. Die Schüler sind Stimmen in ihrer eigenen Hörspielproduktion.

„Am Wochenende soll das Wetter wunderschön werden“, sprechen 19 Grundschüler der Hermann-Allmers-Grundschule NDR-Mitarbeiterin Jantje Fischhold nach. „Jetzt versucht Ihr, Euch vorzustellen, Ihr seid die Wetterfee im Fernsehen. Dann sprecht Ihr auch schon anders.“ Die Kinder folgen den Anweisungen, entspannen ihren Kiefer und die Lippen und wiederholen den Satz. Mit diesen Aufwärmübungen bereitet die Reporterin die Drittklässler auf die Produktion ihres ersten eigenen Hörspiels vor.

NDR-Projekt: „Hörspiel in der Schule“

Seit 2013 bietet der NDR das Unterrichtsprojekt „Hörspiel in der Schule“ an. Im Schuljahr 2016/17 bewarben sich insgesamt 477 Schulen darum, ein professionelles Hörspiel zu produzieren. Davon allein 174 Schulen aus Niedersachsen. Die Mitarbeiter des NDR besuchen jetzt 50 ausgeloste Schulen aus dem gesamten Sendegebiet. Eine von ihnen ist die Klasse 3a der Hermann-Allmers-Grundschule. „Ich freue mich sehr, dass wir dabei sind“, erklärt Klassenlehrer Roland Brügge. „Im Vorfeld haben wir schon das Drehbuch bekommen und konnten die Rollen verteilen. Geübt haben wir also schon ein bisschen, aber trotzdem sind die Schüler natürlich aufgeregt“, sagt Brügge. Das Drehbuch ist eine Detektivgeschichte. Die Kinder klären einen Diebstahl im Schwimmbad auf und überführen den Täter. Der NDR entwickelte das Stück für die Klassenstufen drei bis sechs und baute besonders viele Rollen ein, damit alle Kinder zu Wort kommen.

Höchste Konzentration gefragt

Nach den Aufwärmübungen wird es dann ernst. In der Aula ist es mucksmäuschenstill. Kein Papierrascheln, kein Räuspern ist zu hören. Die ersten drei Schüler sprechen konzentriert ihren Text. Das war’s. Die Aufnahme ist im Kasten, und die nächsten Schüler sind an der Reihe. „Ich dachte, dass man bei einem Hörspiel nur ins Mikrofon sprechen muss, aber es ist viel schwieriger“, sagt der achtjährige Schüler Max. Doch einige Szenen müssen wiederholt werden, damit die Betonung stimmt. Schülerin Josefine ergänzt: „Ich finde die Übungen am Anfang haben geholfen, weil ich ein bisschen aufgeregt war.“

Fertiges Produkt am Nachmittag

Während die Schüler ihre Rollen einsprechen, schneidet NDR–Mitarbeiter Alexander Gerhardt im Nebenraum bereits die Einzelteile zusammen. „Unser Ziel ist es, dass die Schüler am frühen Nachmittag ihre eigene Produktion hören können. Dafür müssen wir dann parallel arbeiten, weil sonst die Zeit nicht reicht“, betont Gerhardt. Immer wieder schauen ihm dabei auch interessierte Schüler über die Schulter, um den gesamten Entstehungsprozess des Hörspiels kennenzulernen. „Die Arbeit mit den Kindern ist immer eine schöne Abwechslung zum Redaktionsalltag“, zeigt sich Gerhardt begeistert. Außerdem können die Drittklässler auf diesem Weg auch den Umgang mit Medien lernen. Das sieht auch Klassenlehrer Roland Brügge so und erklärt: „Wir planen bereits eine Hörspiel-AG an unserer Schule, um die Kinder an die modernen Medien und deren Nutzung heranzuführen.“ Dass das NDR-Projekt Freude gemacht hat, darin sind sich Lehrer und Schüler einig. Schülerin Sara freut sich: „Am meisten Spaß hat es gemacht, so zu tun als wären wir im Schwimmbad. Dabei ist doch Januar.“


Das aktuelle Hörspiel wird bereits ab kommender Woche auf der Internetseite des NDR www.ndr.de/hoerspielinderschule zu hören sein.

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