Bandendiebstahl Haftstrafen für Delmenhorster Einbrecher-Trio gefordert

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg fordert für das junge Einbrecher-Trio, das sich derzeit vor dem Landgericht verantworten muss, hohe Haftstrafen. Foto: David EbenerDie Staatsanwaltschaft Oldenburg fordert für das junge Einbrecher-Trio, das sich derzeit vor dem Landgericht verantworten muss, hohe Haftstrafen. Foto: David Ebener

Delmenhorst/Oldenburg. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg fordert für das junge Einbrecher-Trio, das sich derzeit vor dem Landgericht verantworten muss, hohe Haftstrafen.

Das Trio, zwei Brüder und deren bester Freund, stammt aus Delmenhorst, wobei einer der Brüder mittlerweile in Weyhe gemeldet ist. Alle drei haben sich zu einem frühen Zeitpunkt geständig gezeigt und sich sowohl bei den polizeilichen Vernehmungen als auch vor Gericht kooperativ verhalten.

Brüder sind bereitseinschlägig vorbestraft

Der ältere Bruder, Jahrgang 1995, soll für sechs schwere Bandendiebstähle, die er im Trio begangen hat, für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Der jüngere Bruder, Jahrgang 1997, fällt unters Jugendstrafrecht. Die Staatsanwaltschaft fordert für die sechs schweren Bandendiebstähle plus sieben weitere Diebstahleinbrüche, begangen mit seinem besten Freund, eine Einheitsjugendstrafe von fünf Jahren. Beide Brüder sind einschlägig vorbestraft und haben die ihnen nun vorgeworfenen Taten während ihrer Bewährungszeit begangen. Sie waren unter anderem an der Brandstiftung beteiligt, bei der 2015 das Vereinsheim des Kleingartenvereins Heidkrug-Iprump komplett abgebrannt ist.

Der dritte junge Mann aus dem Trio, ebenfalls Jahrgang 1995, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für fünf Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Er ist nicht einschlägig vorbestraft. Bei der horrenden Schadenssumme von 100.000 Euro komme eine Bewährungsstrafe nicht in Betracht, führte die Staatsanwaltschaft aus. Das sah der Verteidiger des Mannes anders. Sein Mandant sei dem Jugendstrafrecht nur knapp entwachsen und noch nicht reif fürs Leben gewesen. Die U-Haft habe bei ihm einen Denkprozess in Gang gesetzt. Deshalb sei eine Bewährungsstrafe nun zielführend, zumal er in der U-Haft einen Arbeitsvertrag unterschreiben konnte.

Verteidigung führt Ermittlungshilfe an

Auch die jeweiligen Anwälte der Brüder blieben bei ihrer Einschätzung des Strafmaßes unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie führten unter anderem die Ermittlungshilfe durch die Angeklagten ins Feld, die mit der Verurteilung eines Hehlers enden könnte. Im Falle des jüngeren Bruders plädierte der Anwalt für eine Haftstrafe von unter drei Jahren, zumal die alte noch zur Bewährung ausgesetzten Strafe von zwei Jahren noch abgesessen werden müsse. Für den jüngeren Bruder, den die Staatsanwaltschaft als Ideengeber und Drahtzieher bezeichnete, fordert dessen Anwalt eine Gesamtjugendstrafe von unter vier Jahren.

In der Verhandlung ist auch das persönliche Umfeld der Beschuldigten beleuchtet worden. Gerade im Falle des jüngeren Bruders war die Rede von einer schwierigen Biografie. Der frühe Tod des Vaters habe zu posttraumatischen Belastungsstörungen geführt. Einen Schulabschluss hat er noch nicht gemacht.

„Da liegt jetzt ordentlich was im Skat“, sagte der Richter, bevor er gestern die Sitzung beendete. Der Prozess wird am Montag, 22. Januar, 14 Uhr, fortgesetzt. Dann ist mit dem Urteilsspruch zu rechnen.


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