19 Taten angeklagt Einbrecher-Trio aus Delmenhorst und Wehye geständig

Der Prozess am Landgericht wird am Dienstag, 16. Januar, ab 9 Uhr fortgesetzt. Eine Urteilsverkündung ist für Montag, 22. Januar, vorgesehen. Foto: Michael GründelDer Prozess am Landgericht wird am Dienstag, 16. Januar, ab 9 Uhr fortgesetzt. Eine Urteilsverkündung ist für Montag, 22. Januar, vorgesehen. Foto: Michael Gründel

Oldenburg/Delmenhorst. 19 Einbrüche, Beute im Wert von über 100.000 Euro: Drei junge Männer, zwei davon bereits mit Bewährungsstrafen belegt, müssen sich jetzt vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Drei junge Männer, zwei aus Delmenhorst, einer wohnhaft in Weyhe, müssen sich seit Montag, 15. Januar, vor dem Landgericht Oldenburg wegen einer Einbruchsserie verantworten. Sie sollen bei Einbrüchen vorwiegend in Geschäfts- und Firmengebäude Beute im Wert von über 100.000 Euro gemacht haben. Insgesamt geht es um 19 Taten – vor allem in Delmenhorst, aber auch etwa in Stuhr und Lemwerder, die ab dem Frühjahr 2017 bis zur Festnahme im Juli 2017 stets von mindesten zwei aus dem Trio begangenen worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass rund die Hälfte der Einbrüche als Bande verübt wurden, um sich den Lebensunterhalt zu finanzieren.

Brüderpaar beteiligt

Die drei Angeklagten, ein Brüderpaar, heute 21 und 22 Jahre alt, und ihr Komplize, ein 22-jähriger Mann, zeigten sich vor Gericht kooperativ. Alle drei sitzen derzeit in U-Haft und sind weitgehend geständig. Bei der Höhe der Beute gab es hin und wieder Einspruch. Abgesehen hatte es das Trio vor allem auf elektronische Geräte – besonders auf Computer – und auf Werkzeuge. Die drei Angeklagten gaben unter anderem zu, im Juli 2017 in die IGS eingestiegen zu sein. Dort waren eine Vielzahl von Laptops, Tabletts und Beamer gestohlen worden. Zudem entstand ein hoher Sachschaden. Allein in diesem Fall geht die Staatsanwaltschaft von über 20000 Euro aus.

Die Beute ist zum Teil für den eigenen Bedarf genutzt, zu einem Teil aber auch weiter verkauft worden. Eine ganze Menge Stoff sei da zusammengekommen, bilanzierte der Richter. Besonders enttäuscht zeigte er sich davon, dass er zwei der drei Angeklagten bereits kannte. Sie hatten von ihm schon Jugendstrafen zur Bewährung aufgebrummt bekommen. Die beiden Brüder hätten die vom Gericht gebotene Chance zur Bewährung nicht ergriffen. „Für diesen Mist“ müssten sie nun gerade stehen.

Geldnot und Gelegenheit als Motiv

Einer der Angeklagten hatte als Azubi einer Elektrotechnikfirma sein Wissen über die eigene Firma und Kunden genutzt, um an mögliche Einbruchsziele zu kommen. Bei seinem Arbeitgeber ist er im Team gleich zweimal eingebrochen.

Als Motiv gaben die Angeklagten an, dass Geld habe gelockt. Geldnot und Gelegenheit seien Antrieb gewesen. Einer gab zudem an, die Einbrüche hätten auch einen Kick gegeben. Jeder habe sich vor Ort etwas aussuchen dürfen. Dass durch den Weiterverkauf – entweder an einen Hehler oder über Ebay – eingenommene Geld habe man mit vollen Händen ausgegeben.

Der Prozess am Landgericht wird am Dienstag, 16. Januar, ab 9 Uhr fortgesetzt. Eine Urteilsverkündung ist für Montag, 22. Januar, vorgesehen.


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