Neujahrskonzert mit Artemosso „Kino für die Ohren“ in Delmenhorster Stadtkirche

Philipp Hennigs, erster Trompeter beim Städtischen Orchester Delmenhorst, trat am Samstag als Solist auf.. Foto: Melanie HohmannPhilipp Hennigs, erster Trompeter beim Städtischen Orchester Delmenhorst, trat am Samstag als Solist auf.. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Mit atmosphärischen und eingängigen Stücken begrüßte das Sinfonische Blasorchester Artemosso in Delmenhorst das neue Jahr. Bei den Walzern lief es jedoch nicht ganz rund.

Kräftige Klänge gab es beim Neujahrskonzert am Samstag in der Stadtkirche: Rund 50 Musiker des Sinfonischen Blasorchesters Artemosso aus Bremen präsentierten unter der Leitung des Delmenhorster Dirigenten Helmut Sprenger ein abwechslungsreiches Programm mit eingängigen Melodien.

Als Solist trat an diesem Abend Philipp Hennigs auf, seit zwei Jahren erster Trompeter beim Städtischen Orchester Delmenhorst. Der Musikstudent hatte sich für sein Solo das anspruchsvolle „Concert for Trumpet“ des armenischen Komponisten Alexander Arutiunian ausgesucht.

Virtuoses Prachtstück mit vielen Herausforderungen

Das virtuose Prachtwerk stellte den jungen Trompeter vor eine große Herausforderung. Beim Zwischenspiel, dem „Meno mosso“, für das Hennigs einen Dämpfer verwendete, entstand ein wunderschöner, harmonischer Zusammenklang zwischen Solist und Orchester.

Kino für die Ohren mit „In 80 Tagen um die Welt“

Vor der Musik aus dem Film „Jenseits von Afrika“ mit Meryl Streep und Robert Redford, gab es „Kino für die Ohren“, wie es Moderator Wolfgang Nolzen nannte. Bei „In 80 Tagen um die Welt“ hatte der österreichische Komponist Otto M. Schwarz die turbulente Geschichte Jules Vernes‘ vertont.

Sehr atmosphärisch interpretierte das Laienblasorchester das Stück im filmmusikähnlichen Stil, band sehr subtil einzelne Anspielungen wie die Marseillaise oder „New York, New York“ ein. Es wurde das Trompeten der Elefanten in Indien nachgeahmt, ebenso das Wiehern der Pferde im Wilden Westen, wobei die Trompeter dabei Pferdemützen trugen – sehr zum Gefallen des Publikums.

Kein Neujahrskonzert ohne den Walzerkönig

Zu einem Neujahrskonzert gehört selbstverständlich auch der Walzerkönig Johann Strauß. Von ihm gab es den berühmten Kaiserwalzer. Doch das Arrangement von Johann Heisig erwies sich als holprig. Zu sehr schwankte das Orchester im Tempo, die Übergänge wirkten holprig.

Natürlich klingt ein Blasorchester etwas kräftiger, mitunter derber. Das macht allerdings auch den Grat zur Volksmusik sehr schmal. Der wunderschöne Blumenwalzer aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ im Arrangement von Paul Lavender erinnerte dann auch mehr an ein bayrisches Nilpferd als an russische Ballerinas, die leichtfüßig über die Bühne schweben.

Viel Applaus für junge Sopranistin

Kurzfristig wurde das Programm durch die Eingangsarie aus Händels Ode zum Geburtstag der britischen Königin Anne ergänzt. Die junge Sopranistin Lana Hartmann, die zusammen mit Philipp Hennigs bei Organist Sven Rakers auf der Empore stand, erntete dafür starken Applaus.

Nach dem eingängigen „Concerto d‘Amore“ des niederländischen Komponisten Jacob de Haan gab es nach dem langen Applaus noch den „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ als Zugabe.


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