„Chorisma“ in Stuhr Internationales Sprachgewirr harmonisch verknüpft

Eine bunte Mischung bot am Samstagabend der Chor „Chorisma“ im Stuhrer Rathaus. Der Ratssaal war mit 200 Plätzen ausverkauft. Die Leitung hatte Karola Schmelz-Höpfner (vorne li.).Foto: Frederik GrabbeEine bunte Mischung bot am Samstagabend der Chor „Chorisma“ im Stuhrer Rathaus. Der Ratssaal war mit 200 Plätzen ausverkauft. Die Leitung hatte Karola Schmelz-Höpfner (vorne li.).Foto: Frederik Grabbe

Stuhr. Der Chor „Chorisma“ hat im Stuhrer Rathaus gezeigt, wie breit sein Repertoire aufgestellt ist. Die internationale Liedauswahl zeigte auch, wie textsicher die Sängerinnen und Sänger sind.

Wie vielseitig der gemischte Chor „Chorisma“ ist, das war am Samstagabend im Rathaus Stuhr zu hören. Die etwa 50-köpfige und aus dem Stuhrer Ortsteil Heiligenrode stammende Formation sang Balladen, Gospel und vieles mehr. Besonders die etwas ausgefalleneren Lieder ernteten verdienten Applaus durch das Publikum.

Trinklied aus dem 16. Jahrhundert, Reise in afrikanische Savanne

Wer sich immer mal gefragt hat, was die Franzosen im 16. Jahrhundert eigentlich gesungen haben, wenn sie sich einen paar Gläser Wein zu Gemüte führten, der war bei „Chorisma“ goldrichtig. Mit „Tourdion“ brachten die Sängerinnen und Sänger ein französisches Trinklied auf die Bühne, das aus jener Zeit stammt. Samt französischen Text versteht sich. Besonders schön klang, wie der Chor hohe und schnell singende Stimmlagen mit tiefen langsamer singenden Stimmlagen kombinierte. Diese Art des Gesangs war umso bemerkenswerter, als das der Chor direkt danach das Lied „Yakana Vhangeri“ anstimmte, ein Lied, das mit den Trommel- und Rasselklängen der Band den Zuhörer gedanklich in die afrikanische Steppe versetzte, sich also musikalisch komplett vom Vorgänger unterschied. Das südafrikanische Lied verlangte dem Publikum besonders viel Applaus ab – und machte zudem deutlich, wie breit das Repertoire des Chors aufgestellt ist.

Internationales Sprachgewirr

Im Gesamtprogramm dominierend waren Gospel, an dem sich zum Beispiel auch „Thuma Mina“ anlehnte, ein eher gefühlvolles Lied auf Zulu. Afrikanische Dialekte, Französisch und auch Deutsch und Englisch: Das verlangte dem Zuhörer Respekt ab. Denn dieses textliche Sprachgewirr will zum Konzertabend in den Köpfen der Sängerinnen und Sänger schließlich auch sitzen.


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