Mehrweg statt Müllberg Coffee to go in Mehrwegbechern – Geht das in Delmenhorst?

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Immer mehr Einwegbecher lassen die Müllberge wachsen. Symbolfoto: Jan Woitas/dpaImmer mehr Einwegbecher lassen die Müllberge wachsen. Symbolfoto: Jan Woitas/dpa

Delmenhorst. Schnell noch einen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder in der Pause. Diese Angewohnheit führt in Deutschland zu unglaublichen Müllbergen. Mehrwegbecher könnten die Lösung sein. Doch das Geschäft damit läuft in Delmenhorst nur schleppend.

Kaffee in Einwegbechern ist praktisch und fast an jeder Ecke zu haben. So auch in Delmenhorst, wo zahlreiche Bäckereien den schnellen Kaffee in Pappbechern anbieten. Die Becher sorgen aber auch für eine unglaubliche Müllflut. Stündlich landen 320.000 Einweggefäße nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe auf dem Müll. Weil die Becher allerdings oft nicht nur aus Pappe bestehen und beschichtet sind, müssen sie als Restmüll verbrannt werden. So praktisch die Wegwerfbecher auch sind, es gibt oft eine Alternative, wie sich auf Nachfrage des dk herausstellt. Neben großen Ketten wie McDonalds oder Tchibo erklären sich fast alle kleineren Bäckereien und Familienbetriebe in Delmenhorst bereit, den Kaffee auf Wunsch in mitgebrachte Mehrwegbehälter einzuschenken. Die passenden Becher werden teilweise gleich mit angeboten.

Bäckereien unterstützen Mehrwegbecher

So wie bei der Landbäckerei Tönjes. Im Oktober 2017 ging die Backstube zur Beseitigung der Einwegbecher in die Offensive. Firmeneigene Mehrwegbecher gehören seitdem zum Sortiment. Beim Kauf des Bechers ist dann die erste Füllung gratis.

Ähnliche Anreize bietet auch die Bäckerei Behrens-Meyer an der Bremerstraße. Wiederverwendbare Bambusbecher gehören zum festen Sortiment. Der Verzicht auf Pappbecher und die Nutzung von Mehrwegbechern wird in der Backstube mit einem Rabatt von zehn Prozent auf alle Heißgetränke belohnt.

Nahezu alle Bäckereien in Delmenhorst und Umgebung erklären auf Nachfrage des dk, dass sie Kaffee in Mehrwegbechern ausschenken. Gleichzeitig sagen sie jedoch auch, dass das Angebot bislang kaum genutzt wird. „Nur sehr wenige Kunden bringen bislang ihren eigenen Becher mit“, erzählt eine Mitarbeiterin der Bäckerei Krützkamp. Andere Bäckereien mussten auf Nachfrage erst überlegen, ob es jemals einen Kunden gab, der den Kaffee im eigenen Becher haben wollte.

Hygienische Bedenken

Doch nicht jede Bäckerei sagt Ja zum Befüllen mitgebrachter Becher. Die Bäckerei Haferkamp schenkt keinen Kaffee in mitgebrachte Becher aus und beruft sich auf umfangreiche Hygienevorschriften. Mit diesem Problem sehen sich auch andere Bäckereien konfrontiert. So erklärt eine Mitarbeiterin der Bäckerei Pissarczyk, dass sie den Kaffee zunächst in einen anderen Becher füllt und erst vor der Theke in den Mehrwegbecher.

Gesetzliche Vorschriften, die das Befüllen eigener Becher aus hygienischen Gründen verbieten, gibt es nicht. Die Entscheidung darüber liegt bei den Betrieben selbst.

Der Großteil der Delmenhorster Betriebe hat sich für das Befüllen eigener Becher entschieden und hofft, dass auch bald mehr Kunden das Angebot nutzen.

Der Deltowncup

Dass es ein Bewusstsein hierfür gibt, zeigt der „Deltowncup“. Das ist ein wiederverwendbarer Kaffeebecher der Kerschensteiner-Schule. In der Woche zur Abfallvermeidung im vergangenen Jahr stellten die Schülerinnen und Schüler den Becher erstmals vor und verkaufen ihn seitdem in ihrer Schule.


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