Neujahrsempfang der IHK Oldenburg Gute Konjunkturlage prägt das Oldenburger Land

Die Delmenhorster Delegation beim Neujahrsempfang in der Weser-Ems-Halle Oldenburg. Foto: Michael KornDie Delmenhorster Delegation beim Neujahrsempfang in der Weser-Ems-Halle Oldenburg. Foto: Michael Korn

Oldenburg/Delmenhorst. Schnelleres Internet, weniger Bürokratie, mehr Lehrer für die Berufsschulen. Die Wirtschaft im Oldenburger Land schwelgt nicht nur in Zufriedenheit, sondern stellt auch Forderungen.

Traditionell gab es kurz nach dem dk-Neujahrsempfang bereits ein Wiedersehen für viele hiesige Unternehmer und Geschäftsleute: Der Neujahrsempfang der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer folgte auch in diesem Jahr dem Jahresauftakt beim Kreisblatt und so trafen sich in der Weser-Ems-Halle am Dienstagabend erneut zahlreiche Delmenhorster Wirtschaftsvertreter zur Kontaktpflege und zur Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation im Oldenburger Land.

IHK-Vize: Aufschwung hält an

Und die ist mehr als ordentlich, wie in der Festrede von IHK-Vizepräsident Franz Thole sowie im Impulsvortrag von Professor Christoph Böhringer und den Äußerungen des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann vor rund 800 Gästen deutlich wurde. Der positive Trend aus dem dritten Quartal setzte sich über den Jahreswechsel fort, die Konjunktur ist im Nordwesten auf Kurs. Auch für das laufende Jahr erwartet die IHK eine Fortsetzung des Aufschwungs.

Bessere Netzanbindung

Thole forderte unter anderem eine bessere Netzanbindung für die Unternehmen. „Datenausbau ist heute eine Daseinsvorsorge“, bekräftigte er. Er begrüßte den geplanten Aufbau eines Kompetenzzentrums Digitalisierung in Oldenburg.

Minister preist Masterplan

Böhringer appellierte an Politik und Wirtschaft, gemeinsam die Digitalisierung voranzutreiben. Deutschland drohe im europäischen Vergleich den Anschluss zu verlieren, was das schnelle Internet anbelange. Die Innovationskraft der Unternehmen leide, wenn nicht schnell und nachhaltig in kapazitätsstarke Datenautobahnen investiert werde. Althusmann verwies auf den Masterplan Digitalisierung, den das Land Niedersachsen mit einer Milliarde Euro finanziere.

Weniger Bürokratie nötig

In einer Podiumsdiskussion mit erfolgreichen Unternehmern aus dem Oldenburger Land wurden zwei weitere Forderungen der Wirtschaft deutlich: Die Entbürokratisierung müsse weiter vorangetrieben und die duale Ausbildung mit mehr Lehrern an den Berufsbildenden Schulen gestärkt werden.

Azubi mit Bestleistung

Beleg für erfolgreiche Fachkräfteakquise: Neele Harmuth hat beim Modehaus Leffers in Oldenburg den Beruf Verkäuferin erlernt und nicht nur mit einer Eins, sondern mit der besten Punktzahl unter den 34250 niedersächsischen Prüfungsteilnehmern in IHK-Berufen abgeschnitten.

Weniger Lehrverträge

Industrie, Handel und Dienstleistungswirtschaft im Oldenburger Land haben im vergangenen Jahr 4264 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, neun weniger als im Jahr zuvor. 1334 junge Leute haben begonnen, gewerblich-technische Berufe zu erlernen, 2930 kaufmännische Berufe. Vor allem der Trend zum Studium halte an, und gleichzeitig werde die Zahl der Schulabgänger geringer. Handel und Metalltechnik sind die Bereiche, die 2017 die meisten Auszubildenden eingestellt haben. Aufgestockt haben die Baubranche mit über 13 Prozent, ebenso die Bereiche Metall- und Elektrotechnik mit sieben beziehungsweise fünf Prozent. Mit fast elf Prozent rückläufig ist die Ausbildung in Hotels und Gaststätten. Die Banken schließen mit einem Rückgang von minus zwölf Prozent ab.


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