Kritik an Leiter der Jüdischen Gemeinde Delmenhorster Islamverein wirft Becerra Verleumdung vor

Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, hatte zuletzt den Verein Islamischer Weg scharf kritisiert. Dieser wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. Archivbild: Marco JuliusPedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, hatte zuletzt den Verein Islamischer Weg scharf kritisiert. Dieser wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. Archivbild: Marco Julius

Delmenhorst. Der Islamische Weg wehrt sich gegen Vorwürfe aus der Jüdischen Gemeinde, wonach der Verein „gegen Israel und Juden“ agitiere. Der Vorsitzende der Gemeinde, Pedro Benjamin Becerra, hatte beim Neujahrsempfang der KAB kritische Worte geäußert.

Der Verein Islamischer Weg stellt sich Äußerungen des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Pedro Benjamin Becerra, entgegen, wonach der Verein „mitten in Delmenhorst gegen Israel und die Juden“ agitiere. Die Worte Becerras beim Neujahrsempfang der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) lässt der Islamische Weg nicht unwidersprochen. Der Vereinsvorsitzende Yavuz Özoguz wirft Becerra in einer Stellungnahme Verleumdung vor. „Dazu ist festzustellen, dass der Islamische Weg e.V. noch nie gegen das Judentum oder Anhänger der Religion agiert hat und das auch niemals tun wird. Ganz im Gegenteil ist das Judentum eine im Islam und von Muslimen respektierte Religion“, so Özoguz. Özoguz spricht in der Mitteilung von einer „völkerrechtswidrigen Besatzung“ Palästinas durch Israel, die der Verein kritisiere. Becerra vereinnahme das Judentum für völkerrechtswidrige Handlungen Israels.

Kritik bezieht sich auf Anti-Israel-Stand

Mit seiner Kritik hatte Becerra auf einen Stand der Organisation „Die Feder“ in Delmenhorst angespielt, wobei Passanten Ende 2016 per Urnenwahl über die Aussage „Israel ist illegal“ abstimmen sollten. „Die Feder“ gilt als islamisch-schiitische Organisation, die dem Islamischen Weg nahesteht. Die Aktion wurde als Volksverhetzung angezeigt, die Oldenburger Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein.

Israel-Kritik erneuert

Die Israel-Kritik des Islamischen Wegs ist nicht neu. Schon im Sommer 2015 verglich Özoguz bei einem Vortrag in der Markthalle Israel mit dem einstigen Apartheids-Staat in Afrika. Der Verein wurde zuletzt 2015 vom Bundesverfassungsschutz beobachtet.


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