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03.01.2018, 09:25 Uhr KOLUMNE

Quergedacht: Generationenkonflikt 50 Jahre nach 1968

Von Marco Julius

Während die Studenten revoltierten, war Heintjes „Mama“ 1968 die meistverkaufte Single in Deutschland. Mysterium der Gleichzeitigkeit. Foto: Georg Göbel/dpaWährend die Studenten revoltierten, war Heintjes „Mama“ 1968 die meistverkaufte Single in Deutschland. Mysterium der Gleichzeitigkeit. Foto: Georg Göbel/dpa

Delmenhorst. Auch wenn in Stadt und Land versucht wurde, den Jahreswechsel mit einem wahren Inferno an Silvesterraketen und Böllern zu verhindern: Es ist nun da, das neue Jahr.

Wie es wird, ist ebenso offen wie die Frage, ob Hellsehen wirklich noch eine Zukunftsbranche ist. Eines ist aber sicher: Das Jahr bietet wieder reichlich Gelegenheit, um Rückschau zu halten.

500 Jahre Reformation galt es im vergangenen Jahr zu feiern, nun steht das Jubiläum 50 Jahre 1968 an. Protest hieß damals die Parole. Auf die Barrikaden mit frischem Wind! Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren! Unter dem Pflaster lag der Strand. High sein, frei sein, alle wollten dabei sein. Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen! Sex, drugs and Rock ‚n’ Roll! Macht kaputt, was Euch kaputt macht! Gut, es gab auch „Immer Ärger mit den Paukern“ mit Roy Black auf der Leinwand. Und Heintjes „Mama“ war die meistverkaufte Single in Deutschland. Mysterium der Gleichzeitigkeit. Konnten ja aber auch nicht alle auf die Straßen gehen, um den Generationenkonflikt zu lösen.

Mit Messer und Gabel

Stichwort Generationenkonflikt: Über die Feiertage saßen die Generationen jüngst wieder eng zusammen. Weihnachten ist das Fest der Familie. Heintje und die wilden sechziger Jahre waren dann vielleicht kein Reizthema. Aber der Umgang mit der neuesten Technik dafür umso mehr. Und so erklärt die junge Generation den Altvorderen unterm Baum, wie man beim Smartphone die Einstellungen ändert oder wie man per Whatsapp Fotos versendet. Und verliert schon nach wenigen Minuten die Geduld, weil Vati und Mutti wieder rein gar nix verstehen. Doch wer da schon an die Decke geht, der sollte sich daran erinnern, mit wie viel Geduld die Alten einem einst den Umgang mit Messer und Gabel beigebracht haben. War ja nicht alles schlecht früher.


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