Bremer Ökologin forscht vor Sansibar Meeresbiologin aus Bremen kämpft für Seegrasflächen

Von Roman van Riel

Seegräser und Makroalgen spielen eine wichtige Rolle in tropischen Küstenökosystemen. Foto: ImagoSeegräser und Makroalgen spielen eine wichtige Rolle in tropischen Küstenökosystemen. Foto: Imago

Bremen. Wie reagieren Seegräser und Makroalgen in tropischen Küstengewässern auf Umweltveränderungen, die durch Klimawandel oder Ozeanverschmutzung verursacht werden? Dieser Frage geht Dr. Mirta Teichberg, Meeresbiologin am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT), im Rahmen des Forschungsprojektes „Seamac“ nach.

Seegräser und Makroalgen spielen eine wichtige Rolle in tropischen Küstenökosystemen. Sie sind ein zentrales Glied in der Nahrungskette und liefern wertvolle Dienstleistungen – nicht nur für andere Organismen, die in den Küstengewässern leben, sondern auch für den Menschen und Ökosysteme wie Mangroven oder Korallenriffe.

Schutz vor Erosion

Seegraswiesen bieten Küsten Schutz vor Erosion und Stürmen und einer Vielzahl von Fischen und Weichtieren einen Lebensraum. Als sogenannte Kohlenstoffsenken nehmen sie CO2 aus der Atmosphäre auf und haben so einen positiven Einfluss auf den Klimawandel. Allerdings werden diese Küstenökosysteme nach Angaben des ZMT durch schädliche Nährstoffe aus Abwässern oder Rückstände aus Aquakulturteichen immer stärker belastet. Das Abholzen von Mangrovenwäldern und die zunehmende Verstädterung in Küstengebieten machten den Meerespflanzen ebenfalls zu schaffen.

Jährlicher Seegrasverlust

„Weltweit verlieren wir jährlich etwa sieben Prozent der Seegrasflächen in flachen Gewässern“, sagt Teichberg. Diese Zahl sei von 2009, der Verlust sei seitdem sicher um einiges angestiegen, so die Meeresbiologin. Sie konzentriert sich bei ihrer Forschung auf Regionen im Indopazifik und tropischen Atlantik. Die erste Expedition führt die Forscherin auf die ostafrikanische Insel Sansibar. Im zweiten Jahr des Projekts geht es nach Bocas del Toro in Panama, wo die Wissenschaftlerin mit Kollegen vor Ort forscht. Zum Ende der beiden Studien will Teichberg die Seegraswiesen der beiden tropischen Regionen miteinander vergleichen. Bei der Erforschung der Eigenschaften von Seegräsern und Makroalgen geht es um verschiedene Merkmale wie Blattstruktur und -größe, aber auch um Wachstums- und Fotosyntheseraten, Nährstoff- und Kohlenstoffaufnahme sowie Krankheitsresistenz.

Rolle im Ökosystem

Teichberg: „Wir wollen wissen, wie Organismen in ihrer Umgebung funktionieren, ihre Rolle im Ökosystem verstehen und herausfinden, wie wechselnde Umweltbedingungen sie beeinflussen. Denn nur wenn wir das Ökosystem verstehen, können wir es adäquat schützen.“


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