Ermittlungsgruppe eingerichtet Brutaler Angriff auf Polizei nach DFB-Pokalspiel in Bremen

Bereits während des Pokalspiels gegen Atlas Delmenhorst zündeten Werder-Fans Bengalos in der Ostkurve. Nach dem Spiel griff eine Ultra-Gruppe mehrere Polizisten an und verletzte vier von ihnen. Foto: dpaBereits während des Pokalspiels gegen Atlas Delmenhorst zündeten Werder-Fans Bengalos in der Ostkurve. Nach dem Spiel griff eine Ultra-Gruppe mehrere Polizisten an und verletzte vier von ihnen. Foto: dpa

Bremen. Nach dem rundum gelungenen Fußballfest in der ersten DFB-Pokalrunde zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und Werder Bremen ist es auf der Rückreise von Werder-Ultras zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Bremer Fans griffen Polizeibeamte an und verletzten mehrere von ihnen.

Wie die Polizei berichtet, verliefen die An- und Abreise der rund 12.000 Delmenhorster friedlich und unproblematisch. Anders verhielt es sich bei einer Gruppe Werder-Ultras. Schon während des Spiels zündeten die Werder-Fans zweimal Rauchbomben und Bengalos in der Ostkurve. Die Polizei fertigte entsprechende Strafanzeigen. 

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Nach dem Spiel kam es dann zu weiteren Krawallen. Bei der Begleitung einer Ultra-Gruppe, die nach Angaben der Polizei anfangs auch friedlich verlief, kam es im Bereich der Harzburger Straße zu einem massiven Angriff auf Polizeibeamte. Ein bislang unbekannter Mann kletterte zunächst auf das Dach eines am Straßenrand geparkten Autos und trat einem nebenher laufenden Beamten gegen den Kopf. Der Polizist erlitt Kopfverletzungen und blieb zunächst benommen am Boden liegen. Er war nicht mehr dienstfähig. Einschreitende Unterstützungskräfte, die den Unbekannten festnehmen wollten, wurden daraufhin aus der Gruppe der Ultras heraus massiv mit Steinen beworfen und mit Stangen und anderen Gegenständen attackiert. 

Insgesamt vier verletzte Polizisten

Zwei Polizisten wurden durch Pflastersteine, ein weiterer Beamter durch Schläge verletzt. Durch den Einsatz von Pfefferspray und das Eintreffen weiterer Unterstützungskräfte konnte die Situation beruhigt werden. Es konnten jedoch keine Tatverdächtigen mehr festgestellt werden. Es wurden Strafanzeigen wegen des schweren Landfriedensbruchs sowie der gefährlichen Körperverletzung und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte gefertigt. 

Am Sonntag berichtet die Bremer Polizei von der Einrichtung einer Ermittlungsgruppe. Innensenator Ulrich Mäurer betonte die Hinterlistigkeit des Angriffs: "Die Pyrotechnik mit ihren gesundheitsschädlichen Rauchgasen ist eine Zumutung für die Zuschauer. Wenn dann noch anschließend Bremer Ultras Polizeibeamte mit Steinen bewerfen, mit Stangen attackieren und einem der Beamten gegen den Kopf treten, kann einem jede Freude an einer schönen Fußballbegegnung vergehen. Wir werden alles tun, um diese feigen Täter zu ermitteln." 

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"Feige, grundlos und hinterhältig." So bezeichnet der Bremer Polizeivizepräsident Dirk Fasse die Geschehnisse nach dem Pokalspiel in einer Mitteilung. "Polizisten riskieren regelmäßig ihre Gesundheit für den Schutz anderer. Dass skrupellose Gewalttäter nun auf diese Art und Weise ihren Hass gegen den Staat und die Polizei auslassen und dabei unter anderem einen Familienvater massiv angreifen, macht mich sprachlos." Er betonte, dass konsequente Ermittlungen erfolgen werden. 

Zeugenhinweise nimmt die Bremer Polizei unter der Telefonnummer (04 21) 3 62 38 88 entgegen. 


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