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Nach mehr als drei Jahren "Gorch Fock" kommt heute wieder ins Wasser

Von dpa

Noch befindet sich die "Gorch Fock" in einem Dock der Bredo-Werft. Foto: dpa/Mohssen AssanimoghaddamNoch befindet sich die "Gorch Fock" in einem Dock der Bredo-Werft. Foto: dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Berlin/Bremerhaven. Eine Insolvenz, juristischer Streit und nun unbezahlte Rechnungen. Bei der Sanierung der "Gorch Fock" gibt es immer neue Probleme. Doch nach Verhandlungen kann der Rumpf nun wieder auf Wasser – ein "Meilenstein".

Das Marineschulschiff "Gorch Fock" kommt nach mehr als drei Jahren im Dock am Freitag in Bremerhaven wieder ins Wasser. Es ist ein wichtiger Zwischenschritt bei der umstrittenen Sanierung des Traditionsseglers. Deshalb wurde nicht ausgeschlossen, dass Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Bremerhaven kommt.

Das Segelschulschiff "Gorch Fock" in einer Aufnahme aus dem Jahr 2015. Foto: dpa/Carsten Rehder

Vorangegangen war eine Einigung in letzter Minute, denn das Verteidigungsministerium und die Bredo-Werft hatten sich um offene Rechnungen in Millionenhöhe gestritten. Die Werft wollte die "Gorch Fock" als Pfand behalten. Nun dockt sie das Schiff aus und übergibt es der Marine. Sie macht aber weiter ihr Pfandrecht geltend. "Wir werden den Gerichtsweg beschreiten müssen", sagte Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms. 

Freitag soll die "Gorch Fock" ausdocken

"Es ist gut, dass Einsicht eingekehrt ist. Eine Blockade der Instandsetzung der 'Gorch Fock' schadete letztlich allen Seiten", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Der Bund hat stets alle vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich erfüllt. Zusätzliches Geld fließt nach dieser Vereinbarung nicht. Eine gerichtliche Überprüfung der von Bredo behaupteten Ansprüche ist für die Bundeswehr kein Problem." Wichtig sei, dass dem Freitag geplanten Ausdocken der "Gorch Fock" und damit der weiteren Instandsetzung nichts mehr entgegenstehe. "Das ist alles, was zählt", sagte der Sprecher.

Der Segler liegt bei der Bredo-Werft im Dock. Neu aufgebaut wird sie unter Regie der Elsflether Werft. Diese ist allerdings insolvent. Frühere Überweisungen der Marine sind zum Teil verschwunden. Die Bredo-Werft hatte auch ins Spiel gebracht, die Elsflether Werft zu übernehmen.

Arbeitsplätze in Gefahr

Werde am Freitag nicht ausgedockt, so sei die Existenz der Elsflether Werft und der Erhalt der Arbeitsplätze fraglich, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Bredo-Werft. "Wir wollen diesen Rechtsstreit nicht auf dem Rücken der Belegschaft der Elsflether Werft austragen", erklärte Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms. Nach diesen Angaben war auch die Bredo-Werft im Mai von einer Insolvenz bedroht, die nur durch die Einzahlung von mehreren Millionen Euro der Bredo-Gesellschafter abgewendet wurde.

Bei der Sanierung der "Gorch Fock" waren die Kosten explodiert. Statt 10 Millionen Euro sind bereits mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Als Endsumme werden 135 Millionen Euro erwartet. Das Debakel beschäftigt mittlerweile die Staatswaltschaft und mehrere Gerichte und ist politisch eine Belastung für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Weiterlesen: Von der Leyen: Bei neuer Kostenüberschreitung wird Gorch Fock "Museumsschiff"

Die Arbeiten an dem Schiff kommen inzwischen einem Neubau gleich. Der Rumpf solle am Freitag nach drei Jahren an Land langsam zu Wasser gelassen und eingehend geprüft werden. Dies ist auch eine Voraussetzung für die dann mögliche Fertigstellung der "Gorch Fock".


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