Entschärfung am Dienstag Schon wieder Weltkriegsbombe in Bremen gefunden

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In der Bremer Überseestadt muss am Dienstag schon wieder eine Weltkriegsbombe entschärft werden. Symbolfoto: dpaIn der Bremer Überseestadt muss am Dienstag schon wieder eine Weltkriegsbombe entschärft werden. Symbolfoto: dpa

Bremen. Schon wieder ist bei Bauarbeiten am „Löwenhof“ in der Bremer Überseestadt eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Sie soll am Dienstag entschärft werden. Es gibt erneut Auswirkungen auf den Straßen, Luft- und Bahnverkehr.

Wie die Polizei berichtet, soll die Bombe in der Überseestadt gegen 12 Uhr am Dienstag durch Sprengmeister Thomas Richter entschärft werden. Die 10-Zentner-Bombe wurde bei Bauarbeiten gefunden. Es ist bereits der fünfte Bombenfund binnen weniger Monate an der Stelle. Erst vergangene Woche musste an der gleichen Baustelle eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht werden. Die Entschärfung wird laut Polizei etwa 90 Minuten dauern.

Auch Stephanibrücke und Bahnstrecke gesperrt

Der Fundort „Löwenhof“ wird in einem 400-Meter-Radius ab 10 Uhr evakuiert. Von der Evakuierung betroffen sind auch ein Teil der Weser und die Stephanibrücke. Diese Bereiche, einschließlich B 6 und die Bahnstrecke nach Oldenburg, müssen für die Dauer der Entschärfung voll gesperrt werden. Auch der Luftverkehr ist für diesen Zeitraum betroffen. Ferner der öffentliche Personennahverkehr.

Im Umkreis von 700 Metern ist luftschutzmäßiges Verhalten erforderlich. Das bedeutet, dass Personen sich während der Entschärfung zwar im Gebäude aufhalten dürfen, aber in Räumen, die vom Bombenfundort abgewandt liegen. Außerdem sollte die Nähe zu Fenstern gemieden werden. Fenster sollten auf Kipp stehen.

Entschärfung wird diesmal länger dauern

Aufgrund eines stark beschädigten Zünders wird die Entschärfung anders als bei den vorherigen Blindgängern voraussichtlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Rund um den Fundort „Löwenhof“ wird am Dienstag ab 10 Uhr evakuiert. Karte: Polizei

Wenn Liegendtransporte durch Rettungswagen notwendig sind, ist die Feuerwehr unter der Telefonnummer (04 21) 1 92 22 zu erreichen. Die Polizei hat ein Bürgertelefon (Bandansage) unter der Telefonnummer (04 21) 4 49 17 00 eingerichtet. Für Bürgerinnen und Bürger, die ihre Gebäude verlassen müssen, steht die Aula des Schulzenrums Grenzstraße in der Grenzstraße 90, Bremen-Walle zur Verfügung.


Innerhalb weniger Wochen wurde nun zum fünften Mal im Bereich des Löwenhofs eine Weltkriegsbombe gefunden. Aufgrund vieler Fragen von Bürgern in diesen Tagen, erklärt die Polizei Bremen ihre Arbeit bei diesen Funden.

Vorgehen der Polizei:

Bei der Suche nach den Weltkriegsbomben helfen Luftbildaufnahmen der Alliierten, die während des Krieges gemacht wurden. Die Alliierten haben von ihren Angriffen Fotos gemacht, die der Bundesrepublik seit 1985 zur Verfügung stehen. Ein Teil dieser Aufnahmen ist eingescannt worden, sie werden mit speziellen Computerprogrammen ausgewertet. Wenn das nicht reicht, sucht die Polizei die Gebiete zusätzlich mit Metalldetektoren ab.

Die Örtlichkeit Löwenhof:

Der Löwenhof ist eine schwierige Örtlichkeit für die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes. Aufgrund der Erdbeschaffenheit (viel Metall in der Erde) kann nicht genau bestimmt werden, wie viele Blindgänger sich noch unter dem Boden befinden. Das Gebiet kann nicht mit einer einmaligen Aktion umgegraben werden. Der Baggerführer muss vorsichtig in Teilabschnitten agieren und den Boden umsetzen. Er wird dabei ständig von einem Experten einer Kampfmittelräumfirma unterstützt.

Die Arbeit des Sprengmeisters:

Durch den Sprengmeister ist die Zünder Art zu klassifizieren.

Dieses und der Zustand des Zünders erlauben einen gewissen Zeitpuffer oder verlangen sofortiges Tätigwerden.

Die notwendigen Maßnahmen:

Der Einsatzleiter muss die Kräftelage der Polizei beurteilen. Es sind für so eine Entschärfungsaktion über 100 Polizisten notwendig.

Es wird geprüft, zu welchem Zeitpunkt der Flugverkehr, der Bahnverkehr und die Schifffahrt am geringsten betroffen sind. Auch die Lage von Kindergärten und Schulen werden mit betrachtet. Alle Informationen werden gewichtet und danach wird ein Entschärfungszeitpunkt festgelegt.

Die Polizei Bremen bittet die Bürger um Verständnis für diese notwendigen und manchmal sehr schnell durchzuführenden Maßnahmen.

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