Gesundheit Reiseapotheke: Gut vorbereitet auf Reisen gehen

Von Magnus Horn | 10.09.2021, 06:23 Uhr

Ob Badeurlaub, Wandertour oder Schiffsreise – einen kleinen Vorrat an Medikamenten und Versorgungsmaterial sollte man in der persönlichen Reiseapotheke stets dabei und griffbereit haben.

Die Vorfreude auf eine Urlaubsreise ist groß. Aber jedes Mal fragt man sich aufs Neue: Habe ich an alles gedacht? Habe ich genügend Kleidung für jedes Wetter eingepackt? OK , fertig. Doch Moment, auch ein paar medizinische Utensilien sollten mit ins Reisegepäck. Denn erkranken kann jeder, auch spontan. Kopf- oder Gliederschmerzen, Durchfall und Übelkeit: Die Liste ist lang – und lässt sich je nach Dauer der Reise und Zielort ergänzen. Am Urlaubsort selbst können sprachliche und organisatorische Hindernisse ein schnelles Handeln im Ernstfall verhindern. Ein paar grundsätzliche Dinge sollten also immer Platz im Gepäck haben.

Sonnencreme auch für die Berge

Egal, ob Strand oder Berge. Schneller als man denkt, holt man sich einen Sonnenbrand . Eine Tube Sonnencreme/-spray sollte man auf jeden Fall im Gepäck haben. Auch oder gerade in den Bergen, wo die Luft dünner und somit auch die Strahlung stärker ist, sollte der Sonnenschutz nicht fehlen. Wer doch mal rote Stellen an sich entdeckt: Eine kühlende After-Sun-Lotion bringt Linderung.

Gegen Reiseübelkeit und Durchfall

Insbesondere lange Fahrten mit dem Auto können eine gewisse Übelkeit hervorrufen. Auch Schiffsreisen ist nicht jeder gewohnt. Für beides sollte man spezielle Kaugummis, Zäpfchen oder Pflaster griffbereit haben. In einigen Destinationen haben Menschen zudem schnell mal mit Durchfall zu kämpfen. Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid können im akuten Fall helfen, sollten aber nicht länger als zwei Tage ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Am besten im Vorfeld in der Heimat-Apotheke erkundigen. Elektrolyt-Pulver versorgen den Körper ansonsten mit wichtigen Mineralstoffen, die durch den Stuhlgang verloren gehen.

Gegen Schmerzen und Erkältungssymptome

Nicht viel Platz benötigen Schmerztabletten und Präparate gegen Husten oder Schnupfen. Durch manche Temperaturunterschiede vom Heimatland zum Zielort kann hier und da beispielsweise mal Halskratzen auftreten. Lindernde Lutschtabletten aus der Apotheke können hier schnell genommen werden. Für eine verstopfte Nase können Nasenspray oder-tropfen mitgeführt werden. Vielleicht wartet man den ersten Tag nach der Ankunft aber erst einmal ab, bevor man tatsächlich etwas ein- nimmt. Bei Schmerztabletten ist darauf zu achten, dass der Wirkstoff ASS (Acetylsalicylsäure) nicht ratsam ist, wenn man in Gebiete fährt, in denen Mücken das Dengue-Fieber übertragen können, da die blutverdünnende Wirkung zu Problemen bei der Gerinnung führen kann.

Insektensprays

Stichwort Mücken: Feuchtwarme Gebiete sind Brutstätten für Mücken und andere Insekten. Viele Stiche oder Bisse kleiner Sauger sind meist nicht ganz zu verhindern. Ein Insektenschutzmittel zur Prävention und auch eine den Juckreiz stillende Salbe sehnt man im Urlaub dann herbei. Also: besser einpacken.

Für die Wundreinigung

Beim Wandern eine Blase gelaufen, am Strand an einer Muschel einen kleinen Riss am Fuß zugezogen – dann sollte ein (Blasen)-Pflaster, das im Gepäck nicht viel Platz benötigt, schnell parat sein. Gerade schmerzende Blasen an den Füßen können den Wander- oder Städtetrip ruinieren. Bei offenen Wunden, auch wenn es nur kleine sind, sollte man ein Desinfektionsspray zur Hand haben, um eine Verunreinigung zu vermeiden. Ein Verband, eine Schere (im Flugzeug nicht im Handgepäck) und eine Pinzette für Splitter oder auch Zecken sind darüber hinaus empfehlenswert.

Corona und die Folgen

Bevor es aktuell auf Reisen geht, muss man viele Informationen darüber einholen, welche Corona-Regelungen vor Ort herrschen. Fakt ist: Ein Mund- und Nasenschutz ist mittlerweile fast überall Standard. Aus der Hand- oder Jackentasche ist die Maske kaum noch wegzudenken. Auch im Urlaub sollte sie sicherheitshalber stets mitgeführt werden. Ein Fieberthermometer hat hingegen nicht nur seit Corona seinen Sinn, sondern dient auch sonst zur Einschätzung des Gesundheitszustands bei Schlappheit und erhöhter Temperatur.

Alles in allem sollten die genannten Sachen in einer kompakt gepackten Reiseapotheke, am besten einem separaten Täschchen, ihren Platz finden. Die Menge, etwa an Schmerztabletten, kann man der Dauer der Reise anpassen. Auf ganze Verpackungen sollte man aus Platzgründen verzichten. Bei Flugreisen ist natürlich darauf zu achten, dass Scheren oder Behälter mit mehr als 100 ml Flüssigkeit nicht im Handgepäck mitgenommen werden dürfen. Falls man – auch auf kurzen Reisen – beispielsweise auf Insulinspritzen angewiesen ist, geht man am besten mit einer ärztlichen Bescheinigung auf Nummer sicher, dass diese mitgeführt werden müssen.

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