Elektrisch in die Ferien Mit dem E-Auto in den Winterurlaub

Von Tina Belke | 28.12.2022, 06:00 Uhr

Elektrisch in den Urlaub - das ist umweltfreundlich und gut machbar - wenn man an eine Dinge denkt.

Strom tanken

Eine Urlaubstour mit dem E-Auto will stromtechnisch gut geplant sein: Wer im Vorfeld seine Route nach möglichen Ladestopps plant, kommt besser ans Ziel. Die Ladesäulenkarten der Bundesnetzagentur hilft dabei, sie zeigt alle öffentlichen Ladesäulen und wird permanent aktualisiert (über www.bundesnetzagentur.de). Für Tesla-Fahrer hat der Anbieter selbst eine globale Ladesäulenkarte ins Netz gestellt (über www.tesla.com). Dort wird auch die Preisentwicklung in Echtzeit angezeigt. Und für alle gilt natürlich im Sommer wie im Winter: Immer voll aufladen, bevor die Reise losgeht. Manche Hersteller haben in ihre Autos zudem schlaue Tools eingebaut, die Routenplaner mit der Fahrzeugelektronik koppeln. So kann bei möglichem höheren Stromverbrauch die Route so angepasst werden, dass Ladestationen schneller angesteuert werden können. Tipp: Um nicht stundenlang darauf warten zu müssen, dass eine Säule frei wird, möglichst darauf achten, dass mehr als ein Ladepunkt zur Verfügung steht. Sollte doch alles besetzt sein, ist bei mehreren Säulen die Wahrscheinlichkeit größer, dass ein Ladepunkt bald frei wird.

Für Fahrten ins Ausland liefert übrigens die Webseite www.lemnet.org ein europaweites Stromtankstellenverzeichnis. Die Suchergebnisse kann man sich entweder auf einer Google-Maps-Karte anzeigen lassen oder für das Navi als GPX- Datei laden.

Tipp: Über die Internetseite www.youcharge.me bieten Privatleute ihre Lademöglichkeiten öffentlich an.

Mehr Informationen:

1. Batterie vor Reisestart voll laden – dabei ist darauf zu achten, dass das Auto nicht kalt ist.

2. Die Route gut nach Lademöglichkeiten planen. Dabei lieber etwas knapper kalkulieren, schließlich könnte eine Situation kommen, in der sich der Stromverbrauch erhöht.

3. Einkalkulieren, dass die Reichweite im Winter geringer ist als im Sommer

4. Auf Schnellladestationen achten, sie verringern die Ladezeit deutlich.

Wann am besten aufladen?

E-Autos sollten nicht im kalten Zustand geladen werden. Bei Kälte reduziert das Batteriemanagement-System die Ladeleistung, damit der Akku nicht beschädigt wird. Damit verlängert sich die Ladezeit erheblich. Gleichzeitig sollten E-Autos aber nicht mit leerer Batterie stundenlang in der Kälte stehen, weil auch das die Akkuzellen beschädigen kann. Es wird empfohlen, E-Autos bei Frost nur mit ungefähr 40 Prozent Ladestand abzustellen – oder besser vor dem Parken noch schnell an eine Ladestation zu hängen. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe, weil das Auto nach einer Fahrt warm, also bereit zum Aufladen ist.

Tipp: Das Auto nach der letzten Einkaufsfahrt vor dem Urlaub direkt an die Säule hängen.

Heizen und Reichweite

Bei Reisen im Winter ist speziell darauf zu achten, dass die Reichweite abnimmt. Im Durchschnitt verbrauchen die E-Autos laut ADAC in der kalten Jahreszeit um 10 bis 30 Prozent mehr Strom im Gegensatz zum Sommer. Das liegt zum einen am Einsatz der Heizung für den Innenraum – aber auch daran, dass der sehr schwere Akku beheizt werden muss. Beides frisst zusätzlich Strom. Trotzdem sollte man möglichst nicht ins kalte Auto steigen, sondern es immer dann, wenn es an einer Ladesäule hängt, mit der Standheizung vorheizen. Denn sonst muss es beim Fahren mit dem Strom aus der Batterie aufgeheizt werden. Außerdem empfiehlt der ADAC, die reguläre Innenraumheizung bei Fahrtantritt dann eher gering zu halten, dafür aber mehr auf Sitz- und Lenkradheizung zu setzen. Beides heize effektiver, ohne den Stromverbrauch zu sehr in die Höhe zu treiben.

Tipp: Das Auto vor kürzeren Fahrten an der Ladestation deutlich wärmer aufheizen als nötig, dann muss die Heizung gar nicht eingeschaltet werden.

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