Strand- und Aktivurlaub Kreta: Die neue Lieblingsinsel der Deutschen

Von Christian Haas | 20.01.2023, 06:00 Uhr

Mallorca muss sich den Titel „Lieblingsinsel der Deutschen“ mittlerweile teilen - und zwar mit Kreta. Kein Wunder, gibt es dort doch so viel zu sehen.

Über die größte der griechischen Inseln urteilen viele Strand- und Kulturliebhaber: Kreta - eine göttliche Insel! Göttlich zum einen wegen seiner Bedeutung in der Mythologie, soll es sich doch bei der mehr als 8000 Quadratkilometer großen Insel um die Geburtsstätte des Gottvaters Zeus und die Wirkungsstätte vieler übernatürlicher Wesen handeln. Göttlich aber auch wegen der abwechslungsreichen, herrlichen Landschaft (Stichwort Lassithí-Hochebene, Samariá-Schlucht) und der Top-Ausgrabungsstätten alter Kulturen, allen voran das minoische Knossós samt dazugehörigem Archäologischem Museum in der Inselkapitale Heraklion. Dazu gibt es noch eine Reihe lebendiger Städte wie eben jenes Heraklion und Chania, aber genauso verträumte, uralt wirkende Dörfer. Fragt sich jetzt nur, wie man urlauben will - mit dem Rucksack umherziehen, wie es hier viele Individualtouristen betreiben, in einer netten Pension am Meer alle Fünfe grade sein lassen und als Tageshöhepunkte ein Dominospiel, einen Sirtaki-Tanz und ein Fischessen am Strand zu haben oder eher Halligalli und Pool-Marathons in einem der lebendige Urlaubsorte. Alles ist auf Kreta möglich. Wer letzteres sucht, der ist an der Nordküste goldrichtig. Hinter den Stränden haben die Kreter Tavernen und Hotels, Clubs und Bars, Souvenirläden und Boutiquen für viele Geschmäcker errichtet.

Für jeden Geschmack

Doch auch hier finden sich gehobene Hotels. So wie die Fünf-Sterne-Hotelanlage Cretan Malia Park. Zu dessen hoher Bewertung trägt neben den Wellness- und Poolbereichen sowie den vor einigen Jahren hochwertig renovierten Zimmern, Bungalows und Suiten auch eine großzügige Outdoor-Küche bei. Dort lädt der Chefkoch des Hauses einmal die Woche zum kretischen Kochkurs ein. Die im hoteleigenen Garten selbst gesammelten Gemüsesorten und Salate werden auf den XL-Arbeitsflächen von interessierten Hotelgästen - unter fachkundiger Anleitung - verarbeitet. So zeigen zwei patente Köchinnen den im Halbrund stehenden Teilnehmern, wie Tomaten (an der Unterseite) „geköpft“ und dann mit Reis und Gemüse gefüllt werden, wie Pitabrote gewalkt, Teigtaschendreiecke gestanzt sowie Zucchini und Auberginen paniert und gebrutzelt werden.

Hilfreich, dass der überaus gewitzte Front Office & Reservation Manager Chronis Maliotakis ins beinahe perfekte Deutsch übersetzt. Spannend wird‘s, wenn jeder selbst Hand anlegen und es nachmachen darf. Das gelingt zwar nicht halb so gut wie bei den Profis, sorgt aber für gute Laune. Das Beste: Begleitet von regelmäßigen Raki-Runden werden die fast allesamt vegetarischen Leckereien auf Platten serviert und für den Verzehr am Tisch freigegeben. Die Gruppe ist sich einig: Köstlich, die kretische Küche!

Was auch gefällt: Die Aktion ist keine Showveranstaltung. „Ich ernte im Kräuter- und Gemüsegarten jeden Tag Zutaten für unsere Gerichte“, erzählt der Chefkoch, „und da das für die rund 400 Hotelgäste natürlich nicht reicht, kaufen wir den Rest in der Umgebung ein und fördern damit gezielt die nachhaltige Landwirtschaft der eigenen Mitarbeiter.“ Konkret heißt das: Angestellte, die vor allem in der Nebensaison selbst Lebensmittel anbauen, erhalten nicht nur Tipps und Hilfe vom Hotel zur nachhaltigen Landwirtschaft - sie können auch noch ihre Produkte verkaufen. So haben diese ein zusätzliches Einkommen, und das Hotel profitiert von den frischen Lebensmitteln aus der Region.

Tour ins Hinterland

Wo diese genau angebaut werden, kann man sich bei einer Vespa-, Auto- oder - derzeit sehr in Mode - Quadtour ansehen. Hinauf in die Lassithí-Hochebene sind es von Malia nur ein paar Kilometer. Und die lohnen sich! 18 Dörfer säumen die 840 Meter hoch gelegene und von Bergen umsäumte Ebene, die man in einer weiten Runde umfahren kann. Die Schönheit hier oben hat offenbar auch Gottvater Zeus geschätzt: In der Tropfsteinhöhle Diktéon Ántron wurde er dem Mythos nach von der Ziege Amalthia großgezogen. Heutzutage können Besucher in die inzwischen effektvoll ausgeleuchtete Unterwelt absteigen - nur eine von zig Kulturstätten auf Kreta. Dazu zählt auch die rund 3500 Jahre alte archäologische Stätte des minoischen Palastes von Malia unweit des Cretan Malia Park.
Mit Zeugnissen der Römer, Minoer oder anderen Hochkulturen hat der Amazonas Park nichts zu tun. Dort geht es vor allem um schützenswerte Tiere aus Südamerika, vor allem Papageien und Affen. Publikumsliebling sind eindeutig die Lemuren. Bestückt mit Bechern voller Gemüse wird man als Gruppe in ein großes Freigehege geschleust und von den putzigen Tierchen besprungen - ganz sanft. Mal hocken die ulkigen Leichtgewichte lässig auf den Schultern, mal greifen sie gekonnt in den Gemüsebecher.

Eine halbe Stunde Bergfahrt weiter taucht eine von steil abfallenden Hügeln umrahmte Bucht auf, in dessen Mitte die berühmte, etwa acht Hektar große „Lepra-Insel“ Spinalonga liegt. Ihre teils jahrhundertealten Gebäude, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lange von Leprakranken besiedelt wurden, sind heute Unesco-Welterbe und ein entsprechender Besuchermagnet. Die trotz makabrer Geschichte herrliche Kulisse lässt sich vom Blue Palace Resort & Spa gegenüber noch besser genießen. Und das von fast jedem Punkt des weitläufigen Resorts und der in dezenten Erdfarben gehaltenen, in den sanften Hang „hineingewürfelten“ und maximal zweistöckigen Gebäudekomplexe. Trotz vieler Suiten samt eigenen Pools sucht man hier Blingbling, Kristallleuchter und Schnörkelluxus vergebens. Hier ist alles auf angenehmste Weise hochwertig und komfortabel, ohne überkandidelt zu wirken.

Griechische Prominenz und Popgrößen

Das scheint gut anzukommen bei der griechischen Prominenz, die hier ebenso gerne (mitunter gar mit dem Helikopter) vorbeischaut, und bei Popgrößen in der Liga einer Lady Gaga und Rihanna. Ob die eher den privaten Strandbereich oder den Thalasso-Spa bevorzugen? Man weiß es nicht. Vielleicht ja auch die am Hotelstrand befindliche Tauchschule Creta‘s Happy Divers. Egal, ob Schnupperkurs am Strand oder Tages- respektive Nachttrip per Boot: Eigentümer Ron und seine sympathischen Kollegen widerlegen das Vorurteil, dass es in griechischen Gewässern nichts zu sehen gibt, ergo Tauchen keinen Spaß macht. Allein beim Einsteigertauchgang am Ponton trifft man auf kleine Oktopusse, überraschend viele Fische und mehrere schöne Seesterne. Für offene Münder (und eine Nachfrage nach weiteren Tauchgängen) sorgt Ron, wenn er erzählt: „Neulich sind wir hier in der Gegend sogar Mantas begegnet! Die majestätischen Seabirds sind eigentlich nur äußerst selten im Mittelmeer anzutreffen.“ Eben wieder so ein göttliches Ereignis, mit dem Kreta überrascht.

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