Service Kleines Handgepäck-ABC

Von Tinga Horny | 03.10.2022, 06:00 Uhr

Seit die Airlines Handgepäck als zusätzliche Ertragsquelle betrachten, sollten Fluggäste die jeweiligen Bestimmungen kennen und sich aufs Wesentliche konzentrieren.

Die Zeiten sind lange vorbei, als Passagiere tonnenweise Tand mit an Bord schleppen durften. Zuerst entdeckten die Billigflieger, dass sich mit Handgepäck Geld machen ließ. Dann zwang der Kostendruck die Airlines den Ausgabefaktor Handgepäck zu begrenzen. Mehr Gewicht bedeutete mehr Kerosinverbrauch, aber noch wichtiger, die Kundschaft, die da schweren Kram in die Gepäckfächer wuchtete, brauchte ewig, bis sie endlich saß, und der auf die Minute getaktete Ablauf war dahin. Schließlich kostet im Fluggeschäft jede Minute bares Geld.

Größe und Gewicht

Bereits 2015 empfahl der Internationale Luftverkehrsverband IATA die Maße von Rollkoffern und ähnlichen Behältnissen auf 55 x 35 x 20 Zentimeter zu begrenzen. Es waren nur wenige Zentimeter weniger als damals bei vielen Airlines üblich, aber es machte im Schnitt um die zwölf Liter weniger pro Gepäckstück aus. Allerdings: Immer noch hält es jede Fluglinie anders mit der Größe. Prinzipiell geht der Trend zu noch kompakteren Maßen.

Wer also plant, nur mit einem kleinen Koffer zu fliegen, sollte unbedingt die Konditionen seiner Airline kennen. Grundsätzlich sind in der Economy Class immer zwei Gepäckstücke erlaubt. Einmal eine Hand- oder Laptoptasche, die unter den Sitz passen muss, und dann das etwas größere Behältnis, um das hier geht. Bei der Air France darf dies 55 x 35 x 25 Zentimeter messen und zwölf Kilo wiegen. Die Lufthansa erlaubt 55 x 40 x 23 Zentimeter, aber nur acht Kilo. Bei United Airlines fällt der Umfang mit 56 x 35 x 22 Zentimeter ähnlich aus.

Noch stärker muss man bei den Billig-Airlines auf die Bestimmungen achten. Hier entscheidet neben der Größe auch der Tarif, was mit an Bord darf. Condors Economy-Light-Tarif erlaubt nur Handtasche oder Ähnliches. Das Köfferchen mit maximal 55 x 40 x 20 Zentimetern und acht Kilo Gewicht kann bis acht Stunden vor Abflug für 9,99 Euro dazu gebucht werden. In allen anderen Tarifgruppen ist Handgepäck enthalten, in der Business Class sogar zwei Gepäckstücke.

Basic- und Light-Tarife

Eurowings hat erst im August die Regeln geändert. Nicht gerade zum Vorteil der Kundschaft. Wer den Basic-Tarif gebucht hat, kommt nur mit Hand- oder Aktentasche in den Flieger. Umsonst reist der Rollkoffer (55 x 40 x 23 cm) erst ab dem Smart-Tarif mit.

Easyjet hat sich Anfang des Jahres für das Handgepäck was Neues ausgedacht: Das gute Stück darf 56 x 45 x 25 Zentimeter groß sein. Wer es jedoch mit in die Kabine nehmen möchte, muss eine der vorderen Reihen oder einen Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit gegen eine Gebühr - abhängig von der Strecke - zwischen 10,49 und 52,49 Euro buchen. Ganz ähnlich verfährt Ryanair. Hier müssen Passagiere Priority-Boarding gegen Gebühren von acht bis 22 Euro, ebenfalls je nach Strecke, online erwerben, um einen Koffer mit 55 x 40 x 20 Zentimetern und zehn Kilo Gewicht mitnehmen zu dürfen.

Richtig packen

Hat man sich erst einmal durch die Vorschriften seiner Airline gekämpft, dann ist der Rest kinderleicht. Nur drei Dinge sind zu beachten: Erstens sollte der Koffer oder die Tasche an sich möglichst leicht sein. Angesichts von meist nicht mehr als acht erlaubten Kilo, sind schlagen drei Kilo Tascheneigengewicht heftig zu Buche. Wer also öfter mal nur mit Handgepäck unterwegs ist, für den lohnt sich eine Investition in einen superleichten Koffer.

Zweitens tragen Routiniers, die nichts aufgeben wollen, immer alles, was Gewicht hat, am Körper. Geht es an ein kühleres Ziel, liegt es sowieso auf der Hand, die schweren Schuhe anzuziehen bzw. Mantel und Pullover griffbereit zu haben. Im Fall von wärmeren Gefilden legt man sich den Pullover um die Schultern und trägt den Mantel oder die Jacke über dem Arm.

Drittens wird alles auf das Wesentliche reduziert. Alles, was unbedingt mit muss, kommt auf die eine Seite; der Rest auf die andere. Textilien - T-Shirts, Pullover - werden volumensparend gerollt. Schuhe polstert man mit Socken oder Unterwäsche aus und legt sie ganz nach unten.

Hemden oder Blusen kommen zuletzt in den Koffer. Sie werden zusammengelegt, und dazwischen kommt ein ebenfalls gefaltetes T-Shirt. So knittern die Teile weniger. Der Inhalt des Kulturbeutels wird auf Probiergrößen geschrumpft, das spart extrem viel Platz und außerdem werden am Sicherheitscheck eh alle Flüssigkeiten über 100 Milliliter je Flasche eingezogen. Shampoos und Bodylotion bleiben zu Hause, die gibt es im Hotel ja meist sowieso im Bad.

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