Unterwegs mit dem 9-Euro-Ticket Eine Bahnfahrt nach Cuxhaven: Das Paradies der Dauercamper

Von Alexander Klay | 12.05.2022, 19:02 Uhr

Im Juni steigen nicht nur die Temperaturen – auch das 9-Euro-Monatsticket kommt und damit die Möglichkeit günstig zu reisen. Wir nehmen Sie mit auf eine Erkundungstour an die Nord- und Ostsee. Heute: nach Cuxhaven.

Vor dem Deich ein Containerriese nach dem anderen, dahinter Campingwagen in Reih und Glied: Cuxhaven, das ist das Paradies der Wohnwagentouristen und Dauercamper an Nordsee und Elbmündung. Während der Schulferien, aber auch zu allen anderen Zeiten fällt halb Nordrhein-Westfalen per Karavan in den nördlichsten Zipfel Niedersachsens ein, jedenfalls belegen die Nummernschilder auf den Campingplätzen dieses Kräfteverhältnis.

Unterschätzter Urlaubsort

Dabei ist es eine Grundsatzfrage, wo man seinen Urlaub in Cuxhaven verbringt. Sahlenburg würden einige sagen, denn mit seinen zwei herausragenden Plattenbauten herrscht hier der Charme vergangener Jahrzehnte. Andere schwören auf das mondäne Döse oder auf Duhnen. Wer einmal seinen Lieblingsort in dem Nordseebad gefunden hat, wird ihn zeit seines Lebens nie wieder wechseln.

Touristengebiete im Aufbruch

Duhnen und Döse befinden sich seit Jahren im Aufbruch. Abseits der Hauptsaison wird überall gebaut, alten Betonburgen in Strandnähe sind vorzeigbare Türme mit bequemen Ferienwohnungen zur Seite gestellt worden. Damit ist in den vergangenen Jahren eine neue Klientel nach Cuxhaven gekommen – bis zur Jahrtausendwende waren Camper die mit Abstand größte Gruppe.

Hinter Dünen und Deich verbindet ein breiter Radweg alle Strände, Stadtteile und Nachbargemeinden. Wer will, der kann auch einfach nur einen Tag am Meer verbringen. Strandkörbe gibt es quasi überall zu mieten. Da, wo die meisten Urlauber zu Fuß nie hinkommen würden, am Ende von Duhnen, gibt es auch einen Abschnitt für Freunde des Nacktbadens. Liebevoll wird der FKK-Bereich „Neu-Nackeduhnien“ genannt.

Zu Schade zum Faulenzen

Doch ein Besuch in Cuxhaven ist schon fast zu schade zum Faulenzen. Mit einem Kutter zu den Seehundbänken schippern, beim jährlichen Wattrennen zuschauen, mit dem Katamaran nach Helgoland fahren, bei Ebbe durchs Watt zu den Muschelbänken oder zur Insel Neuwerk wandern, den Kurpark samt Zoo besuchen – langweilig wird es in Cuxhaven nie. Bei schlechtem Wetter geht es ins Wellenbad in Duhnen, mittlerweile ein Wellnesstempel, oder in eins der zahllosen Museen.

Schon fast obligatorisch sollte ein Besuch an der Alten Liebe sein: den Containerriesen an der Elbmündung auf ihrer Fahrt in die weite Welt nachschauen und anschließend durch das alte Hafenviertel bummeln und die Kapitänsvillen bestaunen. Abseits der Liegeplätze für Ausflugsboote gibt es in Cuxhaven einen boomenden Hafenbetrieb. Wer zuschauen möchte, hat vom Deich an der „Neufelder Straße“ Panoramablick.

Krabbenbrötchen am Kutterhafen

Für die besten Krabbenbrötchen müssen wir Cuxhaven verlassen – die gibt es bei Kocken im über verschlungene Straßen zu erreichenden Spieka-Neufeld. Wer zur richtigen Zeit kommt, kann die Krabbenschälmaschine in Aktion erleben. Gleich nebenan bei Eymers gibt es den besten Fisch. Imbiss und Restaurant liegen an der Straße „Zum Kutterhafen“. Der Kutterhafen selbst liegt gleich hinterm Deich. Perfekt für einen Verdauungsspaziergang. Natürlich gibt es auch hier einen Campingplatz.

Und während sich der Sylt-Tourist nach einem Besuch per Silhouetten-Aufkleber an der Stoßstange outet, ist der Cuxhaven-Urlauber am blauen Winkemännchen Jan Cux und seiner Schwester Cuxi zu erkennen – das gehört genauso zu Cuxhaven wie die Dauercamper.