Urlaub mit gutem Gewissen Nachhaltige Urlaubsunterkünfte erkennen

Von Sara Marlene Krüger | 19.11.2022, 06:00 Uhr

Nachhaltiges Reisen wird immer mehr zum Thema. Dabei geht es aber nicht nur um die Anreise zum Urlaubsort. Auch die Wahl der Unterkunft kann einen großen Unterschied machen.

Nachhaltiger Tourismus, Ökotourismus, Umwelt- und sozialverträglicher Tourismus sind Begriffe, die – anders als noch vor einigen Jahren – heute jedem etwas sagen sollten. Immer mehr Ferienunterkünfte setzen auf Ökostrom und Solarzellen, sind ökologisch saniert oder komplett aus nachhaltigen Materialien gebaut. Was beim Suchen und Buchen von nachhaltigen Reiseunterkünften beachtet werden sollte und wie diese zu erkennen sind, haben wir in diesem Artikel zusammengetragen.

Authentizität

Unterkünfte sollten ein authentisches Urlaubserlebnis bieten und zugleich einen Beitrag für die Umwelt leisten. Das rückt vor allem die Punkte Architektur, Natur und Verpflegung in den Fokus. Naturnahe Bauweise, ein bewusster Einsatz von Ressourcen, Klimafreundlichkeit, Umweltbewusstsein sowi regionale und frische Speisen sind wichtige Aspekte für eine nachhaltige Urlaubsunterkunft. Tiny Houses, Baumhaushotels und Papp-Häuser sind nicht nur umwelt- und klimafreundlich, sondern auch mal etwas anderes zu den herkömmlichen Hotels und Ferienwohnungen. Nachhaltige Ferienwohnungen, Hotels und Pensionen liegen meist abseits vom Massentourismus und mitten in der Natur. Umgeben von Bergen, Wasser und Wiesen an Wäldern und Weiden kann hier besonders gut abgeschaltet und vom Alltag entschleunigt werden. Oftmals sind diese Unterkünfte auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, nutzen grüne Energie und bieten Essen aus dem eigenen Garten an.

Mehr Informationen:

Kurze Anreisestrecke: Urlaubsziele in der Nähe suchen, anstatt immer ins Ausland zu reisen. Auch in Deutschland gibt es viele tolle Urlaubs-Möglichkeiten.

Anreise mit Bus und Bahn anstatt Auto und Flugzeug: Auch wenn es bequemer ist, Auto fahren und fliegen ist ökologisch nicht förderlich.

Öffentliche Verkehrsmittel vor Ort nutzen: Nicht nur für die Anreise, auch für die Fortbewegung in dem Urlaubsort sollten, wenn möglich, Bus und Bahn bevorzugt und auf einen Leihwagen verzichtet werden.

Bei lokalen Händlern kaufen: die Wirtschaft vor Ort und die Einheimischen unterstützen, indem lokale Lebensmittel gekauft und kleinere Restaurants und Cafés anstatt Ketten unterstützt werden.

Sparsam packen: Nur so viel, wie auch benötigt wird und nicht unnötig viel Gepäck  mitnehmen. Je schwerer das Gepäck, umso mehr CO2 fällt auf der Stecke an.

Wenn fliegen, dann Direktflüge und für längere Zeit: Direktflüge verursachen weniger klimaschädliche CO2 Emissionen als Flüge mit mehreren Stopps.

Artgerechte Tierhaltung: Dazu gehört nicht, Elefanten in einem Auffangcamp zu waschen und zu füttern und Wal - oder Delfinshows zu besuchen.

Plastik vermeiden: Anstatt Plastiktrinkflaschen lieber eine Edelstahl Trinkflasche zum Auffüllen mitnehmen. Brotdosen für Essen anstatt Plastikverpackungen verwenden und Wegwerfprodukte wie To go Becher und abgepacktes Obst und Gemüse vermeiden.

Müll vernünftig entsorgen: Abfälle sollten entsprechend entsorgt, viel Müll allgemein vermieden werden.

Zertifiziert und ausgezeichnet

Neben speziellen Online-Portalen für nachhaltige Reisepläne und Unterkünfte gibt es auch bei den herkömmlichen Anbietern bestimmte Siegel, Auszeichnungen oder Zertifikate. Organisationen wie „Green Key“, „Green Globe“, „Travelife“, „Blaue Schwalbe“ oder „EU Ecolabel“ prüfen, wie nachhaltig eine Ferienunterkunft ist. Bei einigen Hotelanbietern gibt es das Label „Umweltzertifikat“, bei dem mit einem Klick auf das Symbol nachzulesen ist, welche Bemühungen in Sachen Umweltschutz umgesetzt werden. Manche orientieren sich an ökologischen Kriterien, andere decken alle drei Säulen der Nachhaltigkeit ab, also auch soziale und wirtschaftliche Faktoren.

Wichtig dabei ist: Das Label sollte von einem neutralen Dritten zertifiziert sein.

Merkmale von guten Unterkünften

Umweltbewusste Unterkünfte erkennen Urlauber auch daran, dass auf erneuerbare Energien gesetzt und sich von der Verwendung fossiler Brennstoffe wie etwa Gas, Heizöl oder generell einem übermäßigen Stromverbrauch distanziert wird. Auch sagt ein gewissenhaftes Abfallmanagement viel über eine Unterkunft aus. Denn weniger Abfall schont die Umwelt.

Unterkünfte, die sich „Bio-Hotel“ oder „Bio-Bauernhof“ nennen dürfen, müssen sich an ein Nachhaltigkeitskonzept halten und werden regelmäßig kontrolliert. Plastikmüll wird hier wenig bis gar nicht produziert, viele Lebensmittel sind aus dem eigenen Hofanbau. Gewirtschaftet wird ressourcenschonend. Energiegewinnung, Abfallvermeidung und nachhaltige Beschaffung von Produkten sind drei der Aspekte, die zu erfüllen sind, um ein „Umweltzertifikat“ zu bekommen. Auch Maßnahmen wie Wassereinsparung und vegetarische Mahlzeiten sind Themen, mit denen sich nachhaltige Reiseunterkünfte beschäftigen. Meist ist auf der Homepage von nachhaltigen Unterkünften schon zu sehen, wie ihre Haltung zu nachhaltigem Tourismus ist.

Das Gegenteil von Nachhaltigkeit

Vor allem große Hotels setzen noch auf die Verwendung von Einwegprodukten wie Duschgels, Zahnbürsten und Rasierer für die Gäste. Auch Handtücher werden meist täglich gewechselt – obwohl der Gast diese meist noch verwenden möchte. Es lohnt sich in solchen Fällen das Management anzusprechen. Wer dies nicht direkt tun möchte, kann dafür auch den Fragebogen zur Gästezufriedenheit nutzen.

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