Strandurlaub auf Mallorca Mallorcas schönste Strände

Von Hans-Werner Rodrian | 17.11.2022, 06:00 Uhr

Einsam, wild, romantisch: Hier findet jeder den perfekten Strand - ohne dabei ein Bad in der Menge nehmen zu müssen. Eine kleine Strandkunde Mallorcas in acht Kapiteln.

Mallorca bietet mehr. Fernab der Playa de Palma warten die weniger bekannten, aber umso schöneren Strände und Buchten der größten Baleareninsel. Entlang der insgesamt 550 Kilometer Küstenlinie summieren sich insgesamt 222 Playas (Strände) und Calas (Buchten). Hier stellen wir acht der schönsten vor.

Playa el Mago

Drei kleine Strandbuchten verstecken sich südlich von Magaluf hinter Portals Vells im dichten Pinienwald und nahe der Westspitze der großen Bucht von Palma. Trotz der Nähe zu den großen Ferienorten ist bereits die erste, Playa El Mago, nur selten überlaufen. Einer ihrer großen Vorteile: Den ganzen Strand entlang zieht sich ein großflächiger Pinienwald, so dass man eigentlich immer ein Plätzchen im Schatten findet. Die Playa El Mago war Mallorcas erster offizieller Nacktbadestrand. Aber in Wirklichkeit kann jeder baden, wie er möchte. Zu Fuß oder über holprige Sandpisten geht es weiter zur Playa del Rei oder zur größten, Sa Caleta.

Playa Es Trenc

Der längste Naturstrand Mallorcas gilt als einer der schönsten Europas und ist dank eifriger Naturschützer immer noch praktisch unbebaut. Der 2,5 Kilometer lange, feine weiße Sand mit dem davor türkisfarben leuchtenden Wasser vermittelt karibisches Flair. Der flache Einstieg ist selbst für die Kleinsten optimal, und entlang der Dünen lässt es sich gut spazieren. Wer sich eine kleine Erfrischung wünscht, macht es sich am besten an einem Abschnitt mit Restaurant bequem. Und alle, die gern schnorcheln, sind hier ebenfalls richtig - das Wasser ist meist wunderbar klar. Die Parkplätze sind allerdings schnell voll; früh aufstehen lohnt sich also.

Caló des Moro

Sie ist die Instagram-Beauty unter den Badeplätzen der Insel und für viele Mallorcas Schönste. Vor allem morgens, wenn die Sonne über die rundgewaschenen schwarzen Steine auf die höchstens 40 Meter breite Sandbucht zwischen blanken Klippen scheint, können es dieser Strand und das türkise, kristallklare Wasser mit jedem Traumstrand der Seychellen aufnehmen. Je nach Strömung und Wellengang ist aber manchmal auch gar kein Sand zu sehen. Über einen erst kürzlich wieder freigegebenen Parkplatz und 20 Meter Stufen gelangt man ans Wasser. Sein Picknick sollte jeder selbst mitbringen - ein Restaurant gibt es dort nicht.

Cala Mesquida

Die Bucht liegt in einer beeindruckenden Dünenlandschaft an der Nordostküste der Insel und ist nur von einer Seite her mit einer kleinen Urbanisation samt Restaurants bebaut. Der Rest steht unter Naturschutz, da dort zahlreiche Vogelarten zu Hause sind, und wird es auch bleiben. Vom kostenlosen Parkplatz sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Strand. Das flache, türkisblaue Wasser lädt neben dem Schwimmen auch zum Wassersport ein. Am 400 Meter breiten und bis zu 130 Meter tiefen Strand gibt es eine Bar sowie Toiletten, Sonnenschirm- und Liegenverleih. Für kleine Kinder ist der Strand wegen der Meeresströmung nur bedingt geeignet.

Cala S‘Amarador

Drei dicht bewaldete Landzungen recken sich ins Meer; in ihren Ecken sonnen sich zwei helle Sandbuchten. Aleppokiefern spiegeln sich im Wasser: Die Zwillingsbuchten Cala Mondragó und Cala S‘Amarador bieten Ruhe und Entspannung in einem Naturschutzgebiet im Inselsüdosten. Die von Bruchsteinmauern gesäumte Straße ab Santanyi endet nach fünf Kilometern am Parkplatz. Das letzte Stück wandert man durch duftenden Pinienwald. In der ersten Bucht, der Cala Mondragó, breiten die meisten ihr Badetuch aus und genießen das süße Strandleben. Obwohl der Spaziergang zur reizvollen Cala S‘Amarador kaum zehn Minuten dauert, ist dort deutlich weniger los. Ranger wachen darüber, dass niemand in die abgesperrten Dünengebiete läuft.

Playa de Muro

Der zentrale Abschnitt des viele Kilometer langen Sandstrands zwischen Ca‘n Picafort und Puerto Alcudia ist mit seinen Dünen und Wäldern eindeutig der schönste. Einsam ist es auch dort nur in der Nebensaison - aber wo sonst ist der Sand so fein und der Blick auf die Bucht von Alcudia so prächtig? Und familienfreundlich ist die Playa de Muro mit ihrem flachen Wasser obendrein. Bis zur Schwimmtiefe muss man allerdings eine ganze Weile ins Meer laufen. Perfekt ist diese Playa für Strandläufer: Vom quirligen Sektor 1 bei Alcudia mit dem berühmtesten Holzsteg der Insel über den schickeren Sektor 2 und den unbebauten Dünensektor 3 bis Ca‘n Picafort (Sektor 4) geht man fast sechs Kilometer.

Cala Agulla

Dies ist einer der Hausstrände von Cala Ratjada im Inselnorden - mit atemberaubendem Panorama: Die Bucht liegt direkt vor einem Naturschutzgebiet und ist umgeben von Dünen, Bergen und Wäldern. Im Süden gibt es Strandbars und Liegen, eine Verleihstation bietet Tretboote, Wasserski und Surfbretter an. Im Norden findet sich immer ein ruhiges Plätzchen - meistens sogar mit Pinienschatten. Links vom 500 Meter langen Strand führt eine Landzunge ins Meer, deren Spitze zum Wandern einlädt. Ein Tipp ist die nur 150 Meter entfernte, versteckt liegende Cala Moltó. Mit der Cala Mesquida ist die Cala Agulla durch einen 3,5 Kilometer langen Wanderweg verbunden.

Playa de Formentor

Die spektakuläre Bucht ganz im Inselnorden liegt am Rande der Pinienwälder und zeigt ein wildes Landschaftspanorama samt gewaltigem Blick auf das Tramuntana-Gebirge. Pinien und Steineichen bieten Schatten; kristallklares Wasser und ein langer, flach abfallender Naturstrand freuen die Familien. Weil der Strand zwar lang, aber nur etwa zehn Meter breit ist, heißt es, zeitig da zu sein, um einen schönen Liegeplatz zu ergattern. Am Bootsanleger laden Ausflugsboote zu einer Tour ein, beispielsweise zur Illa de Formentor. Am Ende des Sandstrandes steht das berühmte Hotel Formentor, in dem bereits Winston Churchill und John Wayne zu Gast waren.

Noch keine Kommentare