Herbsturlaub Indian Summer in Deutschland

Von Oliver Herold | 25.10.2022, 06:00 Uhr

Wohl nirgendwo sonst färben sich im Herbst die Blätter der Bäume bunter als in Nordamerika - oder?

Besonders schön ist es zwischen September und Oktober, wenn die nordamerikanischen Wälder in einem wahren Farbrausch versinken. „Indian Summer“ nennt man dort diese Phase, die bei uns als „Altweibersommer“ oder „Goldener Herbst“ bekannt ist. Um die Schönheit der Natur zu genießen, muss man allerdings nicht erst bis nach Kanada oder in die USA reisen: Wer jetzt in die großen Waldregionen Deutschlands aufbricht, wird es nicht bereuen. Versprochen.

Teutoburger Wald

Rund um die Externsteine im stark bewachsenen Teutoburger Wald lässt sich der „Indian Summer“ besonders gut genießen. Denn die beeindruckenden Steinformationen, um die sich sagenhafte Mythen ranken und deren Entstehung der Wissenschaft noch immer Rätsel aufgibt, bieten vor allem im Herbst eine beeindruckende Kulisse zum Anschauen, Fotografieren und Wandern. Apropos wandern: Die leicht bergige Region eignet sich hervorragend für Wandertouren. So kann man beispielsweise von der Externsteinen aus zum 13 Kilometer entfernten Hermannsdenkmal laufen (und natürlich umgekehrt). Um die Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen, muss man übrigens nur einmal Eintritt zahlen, denn es gibt einen Kombitarif.

Sauerland

Wanderfreunde haben das Sauerland ja längst für sich entdeckt, vor allem im Herbst. Dann nämlich taucht das Laub der Buchenwälder die Mittelgebirgsregion in satte Farben. Die unvergleichliche Landschaft mit sanften Hügeln, weiten Tälern und traumhaften Ausblicken kombiniert mit einem perfekt ausgeschilderten Wanderwegenetz lädt geradezu dazu ein, die Region zu entdecken. Aber auch die Sauerland-Seen eignen sich im herbstlichen Gewand für einen ausgedehnten Ausflug, wenn sich die Strahlen der Sonne glitzernd auf der leicht wogenden Oberfläche des Wassers spiegeln. Atemberaubende Eindrücke der Landschaft im „Indian Summer“-Look bekommt man hier vor allem von den zahlreichen Aussichtspunkten um die Seen herum. Wer bunte Wälder und idyllische Momente gepaart mit kulinarischen Köstlichkeiten genießen möchte, ist hier genau richtig. Denn egal ob regionale Küche des Sauerlands mit klassischen Herbstzutaten – die Köche wissen zu überzeugen.

Spreewald

Wer anstatt auf Schusters Rappen lieber im Boot unterwegs ist, Seekrankheit aber gerne vermeiden möchte, ist im wunderschönen Spreewald bestens aufgehoben. Eine Kahnfahrt auf einer der geführten Touren oder eine eigene Entdeckungsreise im Paddelboot durch die vielen kilometerlangen Kanäle ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen dürfte. Natürlich lässt sich die Region auch erwandern oder mit dem Fahrrad auf gut ausgebauten Routen erkunden. Der Spreewald liegt rund 100 Kilometer südöstlich von Berlin knapp vor Cottbus in Brandenburg und ist sowohl mit dem Auto über die A 13/A 15 als auch per Bahn hervorragend erreichbar. Aber wo lässt man sich am besten nieder, wenn man ein Wochenende im Spreewald verbringen möchte? Empfohlen sind hier die Orte Lübbenau, Lübben, Leipe, Burg oder Schlepzig, die sich als Startpunkt für schöne Ausflüge per Boot, zu Fuß oder mit dem Rad eignen. Einkehren kann man in verschiedene Gastwirtschaften, um beispielsweise die berühmten Spreewaldgurken oder das typische Leinöl zu probieren.Wer mit Kindern anreist, sollte zudem einen Tag im Erlebnisbad Tropical Island einplanen.

Schwarzwald

Um ein mögliches Vorurteil auszuräumen: Besucher des Schwarzwaldes sehen alles andere als schwarz. Vor allem natürlich im Herbst bietet die Region trotz der vielen Nadelbäume eine tolle Naturkulisse für ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen oder Radtouren. Besonders zu empfehlen ist hier ein Ausflug rund um die Triberger Wasserfälle. Sie sind die höchsten Wasserfälle Deutschlands und bieten im Zusammenspiel mit der bunten Herbstlandschaft der dortigen Laubbäume ein beeindruckendes Schauspiel. Wer gern wandert und die Herausforderung mag, sollte einen mehrtägigen Trip durch das Elztal und Simonswäldertal nördlich von Freiburg planen. Es geht entlang an Felsen, Schluchten und Wasserfällen.

Sächsische Schweiz

Mystisch und schön – so präsentiert sich der Nationalpark Sächsische Schweiz südlich von Dresden. Die Region ist auch als Elbsandsteingebirge bekannt und vor allem im Herbst als Reiseziel zu empfehlen. Wer hier das erste Mal hinreist, dürfte angesichts der spektakulären Felsformationen, die sich in den Himmel heben, überwältigt sein. Kein Wunder, dass das Elbsandsteingebirge bereits als Kulisse für Kino-Spektakel wie „Cloud Atlas“ oder „Hänsel und Gretel“ genutzt wurde. Besonders sehenswert ist die Felsformation Bastei. Sie erlaubt einen Panoramablick auf die Landschaft des Elbsandsteingebirges mit Blick auf die Elbe und – ganz in der Ferne – auf die die Stadt Wehlen. In Kombination mit den bizarren Felsformationen und dem Nebel der Elbe kommt hier das bunte Herbstlaub des „Indian Summer“ voll zur Geltung. Eine wahre Augenweide.

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