Österreich Freundliche Geister und Eisriesen

Von Lothar Hausfeld | 23.11.2022, 16:02 Uhr

Im österreichischen Pongau, südlich von Salzburg gelegen, kommen Familien auch im Herbst auf ihre Kosten.

Urlaub in den österreichischen Alpen – da besteht für viele die Wahl zwischen lediglich zwei Szenarien. Im Sommer ausgiebige Wanderungen durch die Bergwelt, im Winter von morgens bis abends Ski fahren. Das war’s? Muss nicht sein: Im Pongau kommt man auch im Herbst auf seine Kosten – und das sogar als Familie mit Kindern.

Wer in den Alpen ist, der sollte sich auch hoch in die Alpen begeben. Der Herbst ist dazu perfekt geeignet: Die Temperaturen betragen oft noch um die 20 Grad, nach frühmorgendlichem Nebel im Tal klart der Himmel regelmäßig auf und präsentiert sich in postkartenblauem Zustand – Sonnencreme nicht vergessen!

Für Familien bietet sich etwa ein Besuch auf dem Geisterberg an. Im Winter wird hier im „Snow Space“ Ski gefahren, in den Sommermonaten laden „Spuki“ und „Gspensti“, zwei freundliche Geister, Kinder auf eine ausgiebige Abenteuertour ein. An mehr als 40 Spiel- und Entdeckstationen entlang von weitgehend kinderwagentauglichen Wanderwegen können sich Kinder und Erwachsene austoben, sich informieren oder einfach nur eine atemraubende Aussicht ins Tal genießen.

Hier kann man klettern und kraxeln, rutschen und rennen, sich gruseln und grinsen. Vom Geisterdorf über das Geisterbergschloss bis hin zum schlafenden Drachen bieten die vier Erlebniswelten (Erdgeister, Feuergeister, Wassergeister und Luftgeister) jede Menge Spiel- und Spaßpotenzial. Um auf den bis zu 1.758 Meter hoch gelegenen Geisterberg zu kommen, braucht es nur mäßige Kondition: Mit der Alpendorf-Gondelbahn geht es von der Talstation in St. Johann im Pongau zunächst gute zehn Minuten nach oben. Nach einem kurzen Bergauf-Marsch fährt der Geisterbergzug große und kleine Besucher weiter rauf ins Zentrum der Erlebniswelt. Von dort lassen sich die vier Welten zu Fuß erkunden – mindestens drei Stunden sollten eingeplant werden, aber auch ein ganzer Tag lässt sich problemlos am Geisterberg verbringen.

Nicht ganz so lang, aber umso nachhallender ist ein Besuch in der Liechtensteinklamm in St. Johann. Rund anderthalb Kilometer wandert man hier durch enge Schluchten, durch die die Wassermassen rasen – entweder als schneller Strom oder Wasserfall. Die Berge stehen so eng und steil, dass der Himmel stellenweise nur noch als schmaler Streifen zu erkennen ist. Der Rausch des Rauschens ist eine feuchte Angelegenheit, also nicht wasserfeste Kleidung und auch trittfeste Schuhe vergessen: Die Steine sind manchmal rutschig, die Treppenstufen manchmal steil und schmal. Der Aufwand lohnt aber, spektakuläre Ein- und Aussichten in die Natur sind hier beeindruckender als in der eigenen Fantasievorstellung. Auch für Kinder ist der Besuch der Klamm ein spannendes Erlebnis.

Ebenso spektakulär gerät der Besuch der Eisriesenwelt in Werfen. Nachdem man abwechselnd bergauf gewandert und mit der Gondel hochgefahren ist, betritt man eine vollkommen andere Welt. Die größte Eishöhle der Welt kann ausschließlich im Rahmen einer organisierten Führung erkundet werden. Mit einem erfahrenen Höhlenführer sowie einer Karbidlampe in der Hand macht man sich über rund 1.400 Treppenstufen auf den Weg, um die faszinierenden Eiswelten bei durchgehend rund null Grad zu erkunden – warme Kleidung im Zwiebellook (der Anstieg zur Höhle bringt den Kreislauf durchaus in Schwung) und festes Schuhwerk sind hier unerlässlich. Kinder ab vier Jahren schaffen den Aufstieg und die Erkundung der Höhle erfahrungsgemäß gut.

Wer nach Exkursionen dieser Art nachmittags zur Ruhe kommen will und vielleicht auch ausspannen möchte, der findet im Gut Berg Naturhotel etwas außerhalb von St. Johann ein ideales Domizil – gerade für die, die mit Kindern reisen. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel punktet gleich in mehrerlei Hinsicht: Die Aussicht von der Terrasse oder der Liegewiese ins Salzachtal auf St. Veit ist schlicht spektakulär, die Verpflegung dank eigener Landwirtschaft und regionaler Produkte wenig belastet und belastend. Die Gastgeber-Familie Gschwandl legt auch darüber hinaus Wert auf Nachhaltigkeit, will das Familienhotel in Alleinlage künftig unabhängig von fossilen Brennstoffen betreiben.

Mehr Informationen:

Anreise: Per Pkw: Ab München Autobahnen A99 und A8, Grenzübergang Bad Reichenhall, A1 bis Knoten Salzburg, A10 (Tauernautobahn) bis Knoten Pongau. Per Flugzeug: Der Flughafen Salzburg ist rund 60 Kilometer von St. Johann im Pongau entfernt

Tipps: Das Salzburger Land bietet zahlreiche unterschiedlichste Ausflugsziele: Die Stadt Salzburg ist einen Tagestrip wert, die Burg Hohenwerfen ist ebenso in der Nähe wie die Skisprungschanze Bischofshofen (unbedingt dem Wasserfall im Wald wenige Meter neben der Schanze einen Besuch abstatten!). Für Autofahrer: Die Großglockner-Hochalpenstraße, eine knapp 50 Kilometer lange Panoramastraße, die bis zu 2.428 Meter hoch führt, ist eine runde Dreiviertelstunde von St. Johann entfernt.

Übernachten: Naturhotel Gut Berg, St. Johann: Vier-Sterne-Superior mit Zimmer, Suiten und Ferienwohnungen (www.gut-berg.com).

Infos: www.josalzburg.com

Die moderne Wellness- und Spa-Anlage bietet verschiedene Saunen und ein Hallenbad. Für die Kleinen gibt es zahlreiche Betätigungsfelder: Viele große und kleine Tiere wollen gestreichelt und gefüttert werden, auf dem riesigen Spielplatzareal können sich die Kleinsten so richtig austoben, und für die Wissbegierigen gibt es einen Baumlehrpfad wenige Meter vom Hotel entfernt, in dem alle österreichischen Nadel- und Laubbäume vertreten sind. Für Kinder ab vier Jahren gibt es zudem ein Betreuungsprogramm, bei dem der Nachwuchs Brot backen, Butter selber herstellen oder Ponys reiten kann. Und wer sich vor dem abendlichen Menü noch ein wenig die Füße vertreten will: Die Wanderwege rund ums Hotel sind von Bäumen mit goldenen Blättern und leise gurgelnden Wasserläufen gesäumt – das Pongau lohnt eben auch im Herbst.

Noch keine Kommentare