Kürzester Tag des Jahres Wintersonnenwende 2022: Was der Tag bedeutet und wo er gefeiert wird

Von Maria Lentz und Corinna Berghahn | 20.12.2022, 21:34 Uhr

Am 21. Dezember 2022 ist Wintersonnenwende, der kürzeste Tag des Jahres. Danach werden die Tage wieder länger. Doch das ist nicht das einzige, was dieser Tag markiert. In manchen Ländern hat er sogar so viel Bedeutung, dass er groß gefeiert wird.

Der kürzeste Tag des Jahres ist gleichzeitig der Winteranfang: Am Mittwoch, dem 21. Dezember 2022, um 22.47 Uhr ist Wintersonnenwende und damit die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres.

An diesem Tag erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel die geringste Mittagshöhe über dem Horizont im gesamten Jahresverlauf. Das bedeutet, dass die Sonne in Norddeutschland an diesem Tag erst um circa halb 9 auf und schon um 16 Uhr wieder untergeht.

Die Wintersonnenwende markiert den Winteranfang

Zeitgleich mit der Wintersonnenwende ist der astronomische Winteranfang. Für die Meteorologen hat der Winter jedoch schon längst mit dem 1. Dezember begonnen – mit dem meteorologischen Winteranfang.

Das hat vor allem statistische Gründe, wie der Deutsche Wetterdienst auf seiner Website erklärt: „Dies wird gemacht, da für die klimatologischen Auswertungen nur Daten über die einzelnen Monate vorliegen (zum Beispiel Monatsmittel, Monatssummen, Monatsabweichungen, Extremwerte)“.

Neben dem astronomischen und dem meteorologischen Winteranfang gibt es übrigens auch noch den phänologischen Winteranfang. Dieser hat jedoch kein festes Datum, da er sich nach periodisch wiederkehrenden Erscheinungen richtet. Der Winter ist hier die Zeit vom Ende der Feldarbeit bis zum Beginn der Schneeglöckchenblüte.

Alter Brauch der Kelten: Skandinavier feiern Julfest zur Wintersonnenwende

Trost für Tageslichtfreunde bietet, dass die Tage ab dem 22. Dezember wieder länger werden – bis um den 21. März herum eine Tag-Nacht-Gleiche erreicht wird. Der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende, ist dann am 21. Juni.

Wintersonnenwende wird schon seit Jahrtausenden gefeiert. Vor allem in Skandinavien spielt die kürzeste Nacht des Jahres eine besondere Bedeutung. Dort feiern die Menschen am 21. Dezember das sogenannte Julfest. Es ist der Vorläufer des heutigen Weihnachtsfestes und geht auf die Kelten und alten Germanen zurück.

Gefeiert wird demnach die Geburt des Lichtes beziehungsweise der Sonne, denn immerhin werden die Tage nun wieder heller. In der keltischen Kultur stellte die Wintersonnenwende das wichtigste Fest des Jahres dar und ging mit vielen mystischen Bräuchen einher. Später deutete das Christentum die Wintersonnenwende als Geburt Jesu um.

Eine gewisse Anziehungskraft haben in der längsten Nacht des Jahres als spirituell geltende Kultstätten wie Stonehenge in Südengland oder die Externsteine im Teutoburger Wald bei Detmold. Sie werden zur Wintersonnenwende zum Teil von tausenden Menschen besucht.