Der Nase nach Düfte berühren nicht nur die Nase, sondern auch das Herz

Von Larissa Gorskowski | 03.12.2021, 05:00 Uhr

In den Flakons der Parfümeure steckt die Essenz aus Blüten, Früchten, Hölzern und Gewürzen. Eine kleine Typologie oder die Magie der Düfte.

Es gibt wohl kaum eine Zeit, die wir mehr mit speziellen Düften verbinden als die Weihnachtszeit. Der Duft von Nelken, Zimt und Fichtennadeln begegnet uns in Einkaufsläden, in der Bäckerei oder auch zu Hause. Sofort werden Erinnerungen an Weihnachtskekse, vergangene Weihnachtsfeste oder Weihnachtsmärkte wach. Dafür braucht es meist nicht viel.

Der Geruchssinn ruft stärkere Erinnerungen in uns wach, als es der Seh- oder Tastsinn kann. Man verbindet beispielsweise mit bestimmten Duft Personen in seinem Leben, die genau diesen Duft als Parfum oder Deo getragen haben. Dadurch entscheidet sich häufig, ob wir jemanden „riechen“ können. Denn verbinden wir einen Duft mit einer Person, mit der wir gute Erfahrungen gemacht haben, überträgt sich dieses Gefühl auch auf andere Personen, die denselben Duft tragen. Auch bestimmten Orte verbinden wir mit Düften, wie der typische Duft des eigenen zu Hause oder des Elternhauses.

Unterbewusst verbinden wir bestimmte Düfte auch mit Charaktereigenschaften. So ist es möglich, den eigenen Charakter mit einem Duft zu unterstreichen oder eine bestimmte Wirkung bei anderen zu erzielen. Es gibt unterschiedliche Duftfamilien: Man unterscheidet zwischen blumig, orientalisch, halborientalisch, chypre, aromatisch, holzig, würzig und Eau de Cologne sowie Eau Fraiche.

Unterschiedliche Duftfamilien

Der blumige Duft wird mit einem eher femininen, natürlichen und eleganten Charakter in Verbindung gebracht. Blumige Düfte sind zeitlos und nehmen den größten Marktanteil ein. Orientalische Düfte dagegen gelten als sinnlich und berauschend. Die meisten Menschen nehmen diese intensiven und würzigen Düfte als schwer und warm wahr, wodurch orientalische Düfte sehr dominant wirken. Halborientalische Düfte haben zusätzlich eine fruchtige und blumige Note, häufig mit einer Vanillenote als Fond.

Die sogenannten Chypredüfte strahlen für viele Kraft und Extravaganz aus. Oft haben Düfte der Chyprefamilie maskuline Akzente wie Moschus und Ledernoten. Eau de Cologne und Eau Fraiche gelten dagegen als sehr leicht und frisch. Die sommerlichen Düfte halten meist nicht lange an und bestehen zum Großteil aus klassischen Zitruskomponenten.

Aromatische Düfte bestehen meist aus Kräuternoten und würzigen Elementen. Sie werden als sportlich und frisch wahrgenommen. Die ausgewogenen holzigen Düfte werden als warm und trocken beschrieben. Sie werden mit einem natürlichen und eleganten Charakter assoziiert. Die eher eigenwilligen würzigen Düfte sind sehr intensiv und zugleich süßlich und herb. Dieser ungewöhnliche Duft gefällt nicht jedem.

Emotionen und Erinnerungen hervorrufen

Bestimmte Düfte können damit spezielle Emotionen und Stimmungen hervorrufen. Sie können beruhigen und anregen. Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung. Nicht umsonst wird die Anwendung von Aroma-Diffusoren immer beliebter als eine Art Aromatherapie für zu Hause. Das eigene Heim wird mit einem sanften Duft unterlegt, der uns beruhigen oder anregen soll. Die Düfte versprechen, Stress zu reduzieren und Kopfschmerzen zu lindern. Sie geben ein vertrautes Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Auch fremde Umgebungen können dadurch schnell mit den eigenen vier Wänden assoziiert werden, wodurch ihnen die Fremdartigkeit genommen wird.

Wer zu Weihnachten Düfte und Parfums verschenkt, verschenkt damit auch neue und alte Erinnerungen, ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit und Emotionen.

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