Einfach Bio! So werden Bio-Produkte gekennzeichnet

Von Larissa Gorskowski | 15.11.2022, 00:00 Uhr

Beim Lebensmittelkauf begegnen einem mittlerweile viele verschiedene Kennzeichnungen und Siegel. Ob es um Inhaltsstoffe, die Verarbeitung oder ums Tierwohl geht, für alles gibt es spezielle Kennzeichnungen. Besonders häufig wird mittlerweile nach Öko- und Biolebensmitteln Ausschau gehalten. Dabei gibt es einige Besonderheiten, auf die man achten sollte, wenn man sichergehen will, dass die Produkte auch wirklich Bio sind.

Vorweg sei gesagt, Bio- und Ökolebensmittel meinen dasselbe, es gibt keinen unterschied bei der Bezeichnung. Ein sicheres Zeichen, dass die Lebensmittel wirklich Bio sind, ist das zertifizierte EU-Bio-Logo. Das charakteristische Blatt, das aus zwölft Sternen geformt ist, auf dem grünen Hintergrund ist sicher schon jedem beim Einkaufen begegnet. Das Logo ist in der gesamten EU anerkannt und ist für alle vorverpackten Ökolebensmittel verpflichtend. Dem Kunden wird durch das Logo versichert, dass folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • min. 95% der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft wurden nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert
  • das Produkt kommt direkt vom Erzeuger- oder Verarbeitungsunternehmen in einer versiegelten Verpackung
  • keine Bestrahlung
  • keine gentechnisch veränderten Organismen
  • Verzicht auf Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln
  • Verzicht auf leicht lösliche, mineralische Dünger
  • flächengebundene, artgerechte Tierhaltung
  • Fütterung mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern

Zusätzlich zu dem EU-Bio-Logo wird auf verpackten Lebensmitteln eine Codenummer abgedruckt, beispielsweise DE-ÖKO-123. DE ist dabei der ISO-Code des Landes, in dem die Kontrolle stattfindet, in diesem Fall Deutschland. ÖKO ist die festgelegte Bezeichnung in Deutschland für Ökolebensmittel. Die letzten drei Zahlen stehen für die Ökokontrollstelle, die bei der Herstellung zugewiesen wurde.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland auch Lebensmittel, die zusätzlich mit dem Siegel eines bestimmten Bioverbandes gekennzeichnet werden, wie beispielsweise Demeter, Biopark, Naturland, Gäa, Biokreis oder Ecovin. Die Anforderungen der Anbauverbände geht über die der Standards des EU-Bio-Siegels hinaus. Die Anbauverbände setzen zwar unterschiedliche Schwerpunkte, ähneln sich jedoch in den grundsätzlichen Bedingungen. Beispielsweise muss der Betrieb komplett ökologisch Arbeiten, einzelne Betriebszweige dürfen nicht ausgenommen werden und es sind wesentlich weniger Tiere pro Hektar erlaubt. Auch dürfen konventionelle Futtermittel gar nicht oder nur in geringen Maßen zugefüttert werden, während die EU-Verordnung größere Anteile erlaubt.

Da die Begriffe wie „Bio-/Öko-“, „kontrolliert ökologisch/biologisch“, „biologischer/ökologischer Landbau“, „biologisch-dynamisch“ und „biologisch-organisch“ von der EU-Öko-Verordnung geschützt sind, können Verbraucherinnen und Verbraucher sich darauf verlassen, dass Produkte, die so bezeichnet werden, auch wirklich Bio sind.

Hier geht es zurück zur Themenwelt.