Gesund und artgerecht Tierfutter: Das ist die beste Ernährung für Ihren Hund

Von Jan-Malte Wortmann | 02.12.2021, 20:19 Uhr

Eine ausgewogene und tiergerechte Ernährung ist für Ihren treuen Gefährten sehr wichtig. Die Produktpalette an Hundefutter ist riesig, aber welches Futter ist das gesündeste für die Vierbeiner? Wir geben einen Überblick.

Die Frage, was die optimale Ernährung für ihren vierbeinigen Freund ist, treibt viele Hundebesitzer um. Trocken- oder Nassfutter? Mit oder ohne Getreide? Fleisch oder Gemüse? Die Meinungen gehen auseinander, die Auswahl ist riesig und alle Hersteller versprechen nur das Beste für Ihren Hund. Dabei können die Qualitätsunterschiede sehr groß sein. Wir erklären, worauf Sie beim Kauf von Hundefutter achten sollten, welche Ernährungsmethoden es gibt und ob Sie Ihren Hund auch vegetarisch ernähren können.

Grundsätzlich sollte die Ernährung auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Hundes angepasst sein. So wird sichergestellt, dass er mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen versorgt ist. Im Zweifelsfall kann auch immer ein Tierarzt um Rat gefragt werden, besonders fachkompetent sind hier Fachtierärzte für Tierernährung. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt die Absprache mit dem Tierarzt vor allem bei jungen und kranken Tieren.

Alleinfuttermittel bieten das Rundum-Paket

Hundefutter in trockener oder feuchter Form wird oft als sogenanntes Alleinfuttermittel angeboten. Das bedeutet, dass das Futter das Tier rundum versorgen soll. Wie die "Stiftung Warentest" erklärt, entstehen bei einem optimal zusammengesetzten Alleinfutter keine gesundheitlichen Nachteile für den Hund. Die Tiere seien gut versorgt, solange die Inhalte des Futters ausgewogen und dem Alter des Tieres angepasst sind.

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt allerdings, Hunde nicht ihr Leben lang mit dem gleichen Alleinfutter zu füttern. Regelmäßiges Wechseln des Futters würde die Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich machen.

Hundebesitzer könnten außerdem für Abwechslung sorgen, indem sie den Vierbeinern beispielsweise Gemüse, Reis, Magerquark, gekochte Kartoffeln oder Obst unter das Futter mischen. Aber Vorsicht: Manche Lebensmitteln sind für Hunde giftig, beispielsweise rohe Kartoffeln, Zwiebeln oder Steinobst.

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Trocken- oder Nassfutter?

Sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter, die als Alleinfuttermittel deklariert sind, können Ihren Hund mit allen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden liegt im Wassergehalt und damit in der Nährstoffdichte bezogen auf das Futtervolumen, wie das "Fressnapf Magazin" erklärt. Beide bieten ihre Vor- und Nachteile, letztendlich kommt es auch einfach darauf an, was der Hund lieber frisst.

Trockenfutter lässt sich gut lagern, ist länger haltbar und lässt sich einfach portionieren. Es eignet sich auch als Snack zwischendurch oder als Leckerli zur Belohnung. Außerdem sei es in den meisten Fällen günstiger. Wenn Ihr Hund nur Trockenfutter frisst, sollten Sie allerdings unbedingt darauf achten, dass er immer genügend frisches Wasser zur Verfügung hat.

Nassfutter wirkt sich positiv auf den Flüssigkeitshaushalt des Hundes aus, weil viel Wasser enthalten ist. Außerdem fressen es laut "Fressnapf" die meisten Hunde lieber, da es oft geruchs- und geschmacksintensiver sei. Außerdem können auch ältere Tiere oder Hunde mit Zahnproblemen das Nassfutter problemlos fressen.

Woran Sie gutes Hundefutter erkennen

Die Tierschutzliga hat eine Reihe von Kriterien veröffentlicht, anhand derer sich ein gutes Hundefutter erkennen lässt. Bei einem Blick auf die Zutatenliste solle man beachten, dass die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge aufgelistet sind. Der Hauptbestandteil steht demnach an erster Stelle. Besonders artgerecht sei das Futter, wenn Fleisch der Hauptbestandteil ist. Außerdem solle ein gutes Hundefutter folgende Kriterien erfüllen:

  • keine Schlachtabfälle, kein Tiermehl
  • kaum oder kein Getreide
  • alle Zutaten sind genau deklariert
  • keine Zusatzstoffe, Aroma-, Farb- oder Konservierungsstoffe

Alternativen: Hundefutter selbst kochen oder BARFen

Es ist auch möglich, einen Hund mit selbstgekochtem und zusammengestellten Futter zu ernähren. Dies erfordere aber einiges an Zeitaufwand und vor allem ernährungswissenschaftliche Kenntnisse, wie der Tierschutzbund erklärt. Denn dabei muss beachtet werden, dass das Tier auch eine ausgewogene Mischung aus Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen erhält.

Deswegen sollten Hundebesitzer, die das Futter selber herstellen wollen, sich vorher unbedingt ausreichend durch Fachliteratur informieren und von einem Tierarzt beraten lassen.

BARF steht für "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" und beschreibt eine spezielle Ernährungsmethode für Hunde. Dabei wird das Hundefutter auch selbst hergestellt und aus rohem Fleisch, Knochen, Gemüse, Obst und Öl zusammengestellt. Hundebesitzer preisen das Barfen oft als die beste Ernährung für Hunde an, doch viele Tierärzte sind da anderer Meinung.

Denn das Risiko für eine Unter- oder Überversorgung ist beim Barfen sehr hoch. Die Hundehalter benötigen ausreichend Expertise auf dem Gebiet und müssen sich intensiv mit den individuellen Bedürfnissen ihres Tieres beschäftigen. Rohes Fleisch birgt auch das Risiko, Krankheitserreger wie Salmonellen oder das Aujeszky-Virus zu enthalten. Wie die Tierschutzliga erklärt, lehnen viele Tierärzte das Barfen deshalb ab.

Kann ich meinen Hund auch vegetarisch ernähren?

Grundsätzlich ist das möglich, denn der Hund kann auch aus Milch- und Eiprodukten, Gemüse, Reise und Teigwaren ausreichend Nährstoffe erhalten. Doch wie der Deutsche Tierschutzbund zu bedenken gibt, ist auch hier eine genaue Rationierung und ausgewogene Zusammenstellung wichtig, damit es langfristig nicht zu Fehlernährungen kommt. Eine längerfristige vegetarische Ernährung sollte bei einem Hund nur auf Basis eines wissenschaftlich erstellten Rationsplans erfolgen, nach Absprache mit dem Tierarzt.

Es gibt auch fertige vegetarische Alleinfuttermittel auf dem Markt. Die Stiftung Warentest befand allerdings alle vegetarischen Produkte im Test als mangelhaft, da ihnen wichtige Nährstoffe fehlten. Der Tierschutzbund empfiehlt grundsätzlich, nicht vollständig auf die Fütterung von Fleisch zu verzichten. Es sei aber nichts dagegen einzuwenden, den Hund hin und wieder vegetarisch zu ernähren.

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