Gesundheit im Gespräch Chefärzte von MHO und CKO informieren über Covid-19 und Schwangerschaft 

Von Jens Lintel | 07.02.2022, 16:20 Uhr

Welche Risiken bestehen für Mutter und Kind durch eine Covid-19-Infektion in der Schwangerschaft? Mit dieser Frage geht es in der nächsten Veranstaltung der Reihe „Gesundheit im Gespräch“ der Niels-Stensen-Kliniken um ein Thema, das allen auf den Nägeln brennt, die bald Eltern werden oder sich mit einem Kinderwunsch befassen.

Dr. Götz Menke, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde des Marienhospitals (MHO) der Niels-Stensen-Kliniken, und Dr. Florian Urlichs, Chefarzt des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück (CKO), informieren dazu am Mittwoch, den 16. Februar ab 18 Uhr, zunächst in einem Vortrag umfassend über den Stand des Wissens und ihre Erfahrungen mit Schwangeren und Neugeborenen in Zeiten der Pandemie und beantworten anschließend Fragen der Zuschauer.

Online-Informationsabend zum Nachschauen

Der Informationsabend ist kostenlos und findet zum Schutz vor Corona ausschließlich online statt. Vortrag und Fragerunde werden live aus dem NOZ-Medienzentrum ins Internet übertragen, der Aufruf ist über www.noz.de/schwangerschaft-und-corona möglich. Zuschauer können wie gewohnt bei „Gesundheit im Gespräch“ bereits zuvor Fragen einreichen, auf die Dr. Menke und Dr. Urlichs an dem Abend eingehen. Das Einsenden von Fragen ist über die E-Mail-Adresse gesundheit-im-gespraech@noz.de möglich. Das Gespräch wird wieder von ffn-Redakteur Moritz Zachow moderiert.

Dr. Menke und Dr. Urlichs wollen an dem Abend aufzeigen, wie hoch das Risiko für Mutter und Kind bei einer Covid-19 Infektion ist. Nach ihren Angaben besteht offensichtlich ein natürlicher Schutz für die Neugeborenen. Das Corona-Virus kann jedoch in seltenen Fällen und insbesondere bei Vorerkrankungen Komplikationen in der Schwangerschaft auslösen.

Wie Dr. Menke berichtet, sind unter den Müttern, die im MHO entbinden, zunehmend häufiger Frauen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. „Wir haben zurzeit regelmäßig ein bis zwei Schwangere im Haus, auf die das zutrifft“, sagt Dr. Menke. Entbindungen werden mit besonderen Schutzvorkehrungen durchgeführt, aber sonst ist alles Routine. „Es ist bisher erst ein einziges Mal vorgekommen, dass die Covid-19-Erkrankung bei einer werdenden Mutter einen schweren Verlauf genommen hat, wegen der wir sie auf die Intensivstation aufnehmen und das Baby früher zur Welt holen mussten“, so Dr. Menke. Auch diese Frau sei aber nicht beatmet worden und alles sei gut ausgegangen. Hinweise auf eine erhöhte Gefahr von Fehlbildungen gebe es nicht.

Experten geben Auskunft

Auf die leichte Schulter genommen sollte das Corona-Virus aber trotzdem nicht. „Schwangere Frauen haben ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe als gleichaltrige Nichtschwangere, so dass sie als ,Risikopatientinnen‘ eingestuft sind und sich besonders schützen sollten. Ähnlich wie bei der Grippe ist es für sie empfehlenswert, mit einer Schutzimpfung einem schweren Verlauf von Covid-19 vorzubeugen“, sagt Menke. „Aber die meisten Schwangeren sind geimpft und die Erkrankungen nehmen bei ihnen meistens nur leichte oder mittelschwere Verläufe.“

Wie er und Kollege Dr. Urlichs vom benachbarten CKO beschreiben, sind auch nach der Geburt – außer den üblichen Hygieneregeln – keine medizinisch bedingten Komplikationen oder Einschränkungen für Mutter und Kind mit einer Corona-Infektion verbunden. „Die Erkrankung wird nicht an das Kind übertragen“, macht Dr. Urlichs deutlich. „Die Mütter können weiter stillen und es gibt keinen Grund, sie und das Baby voneinander zu trennen.“

Mehr Informationen:

Nach den Angaben von Dr. Urlichs stecken sich Neugeborene nur äußerst selten mit der Virus-Erkrankung an und haben klinisch gute Verläufe. „Bei der Geburt war bisher kein Baby an Covid-19 erkrankt. Es kommt nur ganz selten vor, dass sie sich infizieren und wir haben noch nie ein Baby bei uns versorgt, dass wir wegen dieser Erkrankung aufgenommen haben“, so Urlichs. „Neugeborene scheinen in den ersten Wochen nahezu nicht an Covid-19 erkranken. Neben den mütterlichen Antikörpern scheint eine weitaus geringere Anfälligkeit für das Virus einen Schutz zu bieten. Zudem bietet auch das Stillen einen gewissen Schutz dar, da in der Muttermilch protektive Antikörper sind, die Viren hindern können in die Zellen einzudringen.

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