„Gesundheit im Gespräch“ Zum Nachschauen: Was bei Schmerzen im Knöchel hilft

Von Lothar Hausfeld | 04.05.2022, 13:44 Uhr

Das Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk des menschlichen Körpers. Beim Gehen, Laufen oder Springen muss es zum Teil mehr als das Fünffache des Körpergewichts tragen. Wenn das Gelenk beim Bewegen oder sogar im Ruhezustand schmerzt, kann das ein Anzeichen für eine Sprunggelenksarthrose sein.

Anders als an Hüfte und Knie geht die durch Abnutzung des Gelenkknorpels bedingte Erkrankung häufig nicht auf altersbedingten Verschleiß oder Ursachen wie Übergewicht zurück, sondern in den meisten Fällen ist sie eine (Spät-)Folge von Verletzungen und traumatischen Einwirkungen wie Knochen-/Knöchelbrüchen oder häufigem Umknicken. Sprunggelenksarthrosen sind mit starken Schmerzen verbunden und können die Mobilität der Betroffenen im weiteren Verlauf stark einschränken. 

Welche Therapieformen es gibt, wird in der nächsten Veranstaltung der Reihe „Gesundheit im Gespräch“ der Niels-Stensen-Kliniken vermittelt. Unter der Überschrift „Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose am Fuß- und Sprunggelenk“ gaben am Mittwoch, 11. Mai, 18 Uhr, im NOZ-Medienzentrum der Fuß-/Sprunggelenkschirurgie-Sektionsleiter Dr. Jens Bischoff und Oberarzt Philipp Steinke von der Klinik für Orthopädie und Spezielle Orthopädische Chirurgie am Marienhospital Osnabrück Standort Natruper Holz der Niels-Stensen-Kliniken einen Überblick über die Erkrankung und zeigten auf, wie Betroffene wirkungsvoll versorgt werden können. Wie gewohnt konnten vorab Fragen gestellt werden, die von den Referenten in ihrem Vortrag aufgegriffen werden.

Nachdem die Vorträge zuletzt zum Schutz vor der Pandemie ausschließlich im Internet übertragen wurden, lief der Abend zur Sprunggelenksarthrose wieder mit Zuhörern im NOZ-Medienzentrum und wurde gleichzeitig ins Internet übertragen. ffn-Moderator Moritz Zachow führte durch den Abend.

Wie Bischoff und Steinke erklären, treten Arthrosen am Sprunggelenk deutlich seltener als an Hüfte oder Knie auf, weil der Knorpelüberzug der „tragenden“ Knochenkonstruktion aus dem Oberen und Unteren Sprunggelenk besonders belastbar und widerstandsfähig ist. Zu den Betroffenen gehören viele jüngere Erwachsene. „Es sind meist angeborene Fehlstellungen oder durch Verletzungen wie Brüche oder Bäderrisse erworbene Instabilitäten, die solche Arthrosen auslösen. Am Oberen Sprunggelenk sind überdurchschnittlich viele junge Menschen von diesen Arthrosen betroffen, weil sie häufig von Sportverletzungen ausgehen“, erläutert Bischoff. „Außer nach schweren Unfällen entwickelt sich die Erkrankung meist über einen langen Zeitraum, in dem sich erst anlauf- und belastungsabhängige Schmerzen einstellen, die später auch auf die Ruhephasen übergehen. Dabei schränkt sich die Bewegungsfähigkeit des Gelenks immer weiter ein und die Beschwerden nehmen zu“, verdeutlicht Steinke.

Nach den Worten der Ärzte gibt es eine ganze Reihe von Therapieoptionen, mit denen sich der Verlauf einer Arthrose günstig beeinflussen und die Erkrankung wirkungsvoll behandeln lässt. Das Spektrum reicht von konservativen Verfahren wie Einlagen, Orthesen und Schuhen mit speziellen Sohlen über Physiotherapie und Schmerzbehandlungen bis zu chirurgischen Eingriffen, bei denen beispielweise Implantate oder sogar ein künstliches Gelenk eingesetzt werden können.

Nach ihren Angaben lässt es sich mit konservativen Mitteln gut beeinflussen, dass keine chronischen Instabilitäten am Fußgelenk entstehen, die eine Arthrose auslösen können. „13 bis 15 Prozent aller Menschen, bei denen eine Arthrose am Sprunggelenk vorliegt, sind von einer chronischen Instabilität betroffen. Diese können sich gerade nach Bänderverletzungen einstellen“, so Bischoff. Wichtig sei es, Beschwerden und ihre Ursache möglichst frühzeitig abklären zu lassen. Welche Behandlung gewählt wird, hängt von der individuellen Ausprägung der Erkrankung und weiteren Faktoren wie den körperlichen Voraussetzungen an.

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